Ende des Skiplaggens? Lufthansa verklagt Passagier wegen Abwurfs der letzten Flugstrecke

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Eine der größten europäischen Fluggesellschaften und die größte in Deutschland will entgangenen Gewinn ausgleichen, indem sie einen Kunden vor das Gericht in Berlin-Mitte bringt und behauptet, die Person habe nicht die Absicht gehabt, die letzte Etappe der Reise anzutreten.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa will einen Passagier bestrafen, der angeblich von seinen Ticketpreisen profitiert hat, indem er die letzte Etappe eines gebuchten Fluges fallen lässt. Der Fall könnte eine Lücke schließen, die von Suchenden nach Billigflügen ausgenutzt wird.

Der Passagier kaufte angeblich ein billigeres Ticket für mehrere Zwischenstopps anstelle eines direkten Tickets und erschien einfach nicht für die letzte Etappe des Fluges.

Der Angeklagte, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde, sollte bereits im April 2016 von Seattle über Frankfurt nach Oslo fliegen. Der Passagier konnte jedoch keinen Anschlussflug erwischen und kehrte später mit einem separaten Ticket von Frankfurt nach Berlin zurück.

Laut Lufthansa hat der Kunde 657 € für sein Ticket bezahlt, während er 2,769 € hätte bezahlen müssen, und verlangt 2,112 € zuzüglich Zinsen, wie aus den von den Medien zitierten Gerichtsakten hervorgeht.

Das Amtsgericht entschied im Dezember 2018 zunächst zugunsten des Kunden. Es gab Lufthansa jedoch Gelegenheit, Rechtsmittel einzulegen, da es Berichten zufolge hieß, dass der Grund der versucht, den Passagier zu verklagen, ist gültig. Gleichzeitig hieß es in dem Gerichtsurteil, dass die Lufthansa-Preiskalkulation zwar intransparent sei, der Fluggast sich aber bewusst sei, dass das von ihm gewählte Ticket günstiger sei.

Die Praxis, bei der eine Person Tickets von einem Ziel zu einem anderen über einen dritten Ort bucht, aber nur einen Teil der Route zurücklegen möchte, wird auch als Skiplagging bezeichnet. Reisende nutzen die Option eines Zwei-Bein-Tickets, da es oft billiger ist als das Ein-Bein-Ticket.

Wenn Sie beispielsweise am 1. März einen Direktflug von Los Angeles nach München nehmen, geben Sie fast 1,100 US-Dollar aus. Wenn Sie jedoch einen Flug vom selben Ort zum selben Datum, aber über München nach Moskau buchen, kostet dies rund 300 US-Dollar weniger.

Zwar wird viel darüber diskutiert, ob die Praxis legal ist, und die Unternehmen warnen die Passagiere, dass ihnen möglicherweise zusätzliche Gebühren in Rechnung gestellt werden, doch ist es für Fluggesellschaften fast unbekannt, die Bedrohung zu bewältigen.

Im vergangenen Jahr hat der Oberste Gerichtshof Spaniens Berichten zufolge entschieden, dass Skiplagging legal ist. Dies bedeutet, dass die spanische Fluggesellschaft Iberia Kunden keine Gebühren für verpasste Flüge auf Strecken mit mehreren Zwischenstopps berechnen kann und den Passagieren die Nutzung eines oder aller Teile eines Tickets gestattet.

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