Fraport-Geschäftsjahr 2018: Umsatz und Ergebnis steigen deutlich

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Geschrieben von Jürgen T Steinmetz
Verwaltungsrat schlägt Dividendenerhöhung auf 2 EUR vor - Ausblick bleibt positiv Im Geschäftsjahr 2018 (Ende 31. Dezember) setzte die Fraport AG ihren Wachstumspfad fort und erzielte neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis.
Unterstützt durch das starke Passagierwachstum an der Heimatbasis des Frankfurter Flughafens und an den weltweiten Konzernflughäfen stieg der Umsatz um 18.5 Prozent auf fast 3.5 Milliarden Euro. Bereinigt um die Einnahmen aus Investitionen für Expansionsmaßnahmen bei den internationalen Konzernunternehmen (basierend auf IFRIC 12) stieg der Umsatz um 7.8 Prozent auf über 3.1 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel dieses Anstiegs sind auf das internationale Portfolio von Fraport zurückzuführen - insbesondere auf die Flughäfen in Brasilien und Griechenland.
Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Stefan Schulte, sagte: „Wir freuen uns, auf ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken zu können, insbesondere für unsere Konzernflughäfen weltweit. Hier in Frankfurt war 2018 jedoch aufgrund der Einschränkungen im europäischen Luftraum und der starken Verkehrsnachfrage mit Herausforderungen verbunden. Mittel- und langfristig sind wir sowohl am Frankfurter Flughafen als auch in unserem internationalen Geschäft sehr gut positioniert. Darüber hinaus legen wir mit der Umsetzung unserer Expansionsprojekte den Grundstein für weiteres langfristiges Wachstum. “
Umsatz- und Ergebnisziele erreicht
Das operative Ergebnis (Konzern-EBITDA) stieg deutlich um 12.5 Prozent auf über 1.1 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis (Reingewinn) stieg noch stärker um 40 Prozent auf 505.7 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Erträge aus dem Verkauf der Fraport-Beteiligung am Flughafen Hannover
steuerte 75.9 Mio. EUR bei. Auch ohne die positiven Auswirkungen der Hannover-Transaktion hat Fraport seine Umsatz- und Ergebnisziele bereits erreicht. Der operative Cashflow ging leicht um 2.0 Prozent auf 802.3 Millionen Euro zurück. Dies war hauptsächlich auf Veränderungen des Nettoumlaufvermögens im Zusammenhang mit dem Bilanzstichtag zurückzuführen. Bereinigt um diese Veränderungen stieg der operative Cashflow um 18.8 Prozent auf 844.9 Millionen Euro. Der Free Cashflow ging erwartungsgemäß aufgrund umfangreicherer Investitionen für den Frankfurter Flughafen und das internationale Geschäft von Fraport um 98.3 Prozent stark zurück und blieb mit 6.8 Mio. EUR im positiven Bereich.
Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende für das Geschäftsjahr 2.00 auf 2018 EUR je Aktie zu erhöhen (Geschäftsjahr 2017: 1.50 EUR je Aktie).
Der Passagierverkehr steigt bei FRA und international spürbar an Der Flughafen Frankfurt (FRA), der rund 69.5 Millionen Passagiere befördert, erzielte 2018 einen neuen Passagierrekord und ein Wachstum von 7.8 Prozent gegenüber 2017.
CEO Schulte kommentierte: „Wir freuen uns, dass die Fluggesellschaften ihr Flugangebot am Frankfurter Flughafen zum zweiten Mal in Folge erheblich erweitert haben, um so die Konnektivität und den Wohlstand von Unternehmen weit über die Frankfurter Rhein-Main-Region hinaus zu verbessern.
Bis zur Eröffnung des ersten Piers des neuen Terminals 3 Ende 2021 werden wir uns darauf konzentrieren, ein hohes Maß an Servicequalität am Frankfurter Flughafen aufrechtzuerhalten - und gleichzeitig die Einschränkungen zu bewältigen, die die gesamte Luftfahrtindustrie betreffen. Insbesondere die Verbesserung der Situation an den Sicherheitskontrollpunkten wird für uns oberste Priorität haben. “
Als Reaktion auf das starke Passagierwachstum stellte Fraport 3,000 über 2018 neue Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen ein. Trotz der Einschränkungen an einigen zentralen Prozesspunkten in den Terminals in Spitzenzeiten - insbesondere an den Sicherheitskontrollpunkten - war die weltweite Zufriedenheit der Passagiere mit dem Frankfurter Flughafen 86 bei 2018 Prozent - damit sogar ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2017: 85 Prozent). Um zusätzlichen Platz für Sicherheitskontrollpunkte zu schaffen, investiert Fraport in eine Erweiterung von
Terminal 1 für die Installation von sieben zusätzlichen Sicherheitsspuren im Sommer 2019.
Das internationale Portfolio von Fraport verzeichnete 2018 ebenfalls einen deutlichen Anstieg des Passagieraufkommens. In Brasilien verzeichneten die beiden Flughäfen Porto Alegre und Fortaleza im Jahr 7.0 einen Anstieg um 14.9 Prozent auf 2018 Millionen Passagiere - das erste Jahr, in dem Fraport Brasil diese Flughäfen betrieb. An den 14 griechischen Flughäfen stieg der Verkehr um fast 9 Prozent auf 29.9 Millionen Passagiere. Der türkische Flughafen Antalya wuchs um beachtliche 22.5 Prozent auf 32.3 Millionen Reisende, ein neuer historischer Passagierrekord.
Ausblick: Das Wachstum wird sich voraussichtlich fortsetzen
Fraport prognostiziert für das Geschäftsjahr 2019 ein anhaltendes Wachstum an allen Konzernflughäfen. Am Frankfurter Flughafen wird ein Passagieraufkommen zwischen zwei und rund drei Prozent erwartet.
Fraport erwartet einen leichten Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 3.2 Mrd. EUR (bereinigt um IFRIC 12). Das Konzern-EBITDA wird trotz der einmaligen Einnahmen aus dem Verkauf der Fraport-Beteiligung am Flughafen Hannover voraussichtlich eine Bandbreite von rund 1,160 Mio. EUR und rund 1,195 Mio. EUR erreichen. Die Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16, der die Rechnungslegungsvorschriften für Leasingverhältnisse ändert, wird nicht nur einen positiven Beitrag zum Konzern-EBITDA leisten, sondern auch zu einer deutlich höheren Abschreibung im Geschäftsjahr 2019 führen. Infolgedessen erwartet Fraport einen Konzern Das EBIT soll im Bereich von rund 685 Mio. EUR und rund 725 Mio. EUR liegen. Das Unternehmen erwartet außerdem ein Konzernergebnis (Reingewinn) von rund 420 Mio. EUR und rund 460 Mio. EUR. Die Dividende je Aktie dürfte für das Geschäftsjahr 2 auf dem höheren Niveau von 2019 EUR stabil bleiben.
Die vier Geschäftsbereiche von Fraport auf einen Blick
Der Umsatz im Segment Aviation stieg um 5.5 Prozent auf etwas mehr als 1 Milliarde Euro. Dies war teilweise auf höhere Einnahmen aus Flughafengebühren zurückzuführen, die sich aus dem erhöhten Passagierverkehr am Frankfurter Flughafen ergaben. Mit 277.8 Mio. EUR stieg das Segment-EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 11.3 Prozent, während das Segment-EBIT um 6.5 Prozent auf 138.2 Mio. EUR stieg.
Der Umsatz im Segment Retail & Real Estate ging gegenüber dem Vorjahr um 2.8 Prozent auf 507.2 Millionen Euro zurück. Ein Hauptgrund für diesen Rückgang war ein deutlich geringerer Erlös aus dem Verkauf von Grundstücken (1.9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2018 gegenüber 22.9 Mio. EUR im gleichen Zeitraum des Jahres 2017). Dagegen stiegen die Parkeinnahmen (+ 8.3 Mio. EUR) und die Einzelhandelsumsätze (+ 0.8 Mio. EUR). Der Nettoumsatz pro Passagier ging gegenüber dem Vorjahr um 7.4 Prozent auf 3.12 Euro zurück. Das Segment-EBITDA stieg um 3.4 Prozent auf 390.2 Millionen Euro, während das Segment-EBIT um 2.8 Prozent auf 302.0 Millionen Euro stieg.
Der Umsatz im Segment Ground Handling stieg gegenüber dem Vorjahr um 5.0 Prozent auf 673.8 Millionen Euro. Das starke Wachstum des Personenverkehrs führte insbesondere zu höheren Einnahmen aus Bodendiensten und höheren Infrastrukturgebühren. Andererseits führte das Passagierwachstum auch zu höheren Personalkosten bei den FraGround- und FraCareS-Tochtergesellschaften.
Dementsprechend verringerte sich das Segment-EBITDA um 7.0 Mio. EUR auf 44.4 Mio. EUR. Das Segment-EBIT ging deutlich um 94 Prozent zurück, blieb aber mit 0.7 Mio. EUR weiterhin im positiven Bereich.
Das Segment Internationale Aktivitäten und Dienstleistungen hat sich mit knapp 1.3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr deutlich um 58 Prozent verbessert. Bereinigt um den Umsatz in Höhe von 359.5 Mio. EUR im Zusammenhang mit IFRIC 12 stieg der Umsatz des Segments um 20.1 Prozent auf 931.4 Mio. EUR. Dieses Umsatzwachstum wurde maßgeblich von den Konzerngesellschaften in Fortaleza und Porto Alegre (+90.9 Mio. EUR) sowie von Fraport Griechenland (+53.2 Mio. EUR) getragen. Das Segment-EBITDA stieg spürbar um 28.3 Prozent auf 416.6 Millionen Euro, während das Segment-EBIT um 40.7 Prozent auf 289.6 Millionen Euro stieg.
Den Geschäftsbericht 2018 und die Präsentation der Pressekonferenz zu unserem Jahresabschluss (Stand 10:30 Uhr) finden Sie auf der Website der Fraport AG.
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Über den Autor

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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