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Lufthansa Group zahlt dem deutschen Staat Geld zurück

Die Lufthansa Group zahlt dem deutschen Staat Geld zurück.
Die Lufthansa Group zahlt dem deutschen Staat Geld zurück.
Geschrieben von Harry Johnson

Heute Morgen wurde die Stille Beteiligung II des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (ESF) in Höhe von 1 Milliarde Euro vollständig zurückgezahlt.

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  • Alle deutschen Darlehen und Stillen Beteiligungen einschließlich Zinsen sind inzwischen zurückgezahlt bzw. gekündigt. 
  • Unter dieser Bedingung hat sich die ESF verpflichtet, ihre Beteiligung an der Deutschen Lufthansa AG in Höhe von rd. 14 Prozent des Grundkapitals bis spätestens Oktober 2023.
  • Das Paket der Bundesregierung sah ursprünglich Maßnahmen und Kredite in Höhe von bis zu 9 Milliarden Euro vor, von denen das Unternehmen insgesamt rund 3.8 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat.

Am Freitag hat die Deutsche Lufthansa AG alle verbliebenen staatlichen Stabilisierungsmittel der Bundesrepublik Deutschland zurückgezahlt oder gestrichen. Die Rückzahlung erfolgte deutlich früher als ursprünglich geplant. Möglich wurde dies vor allem durch die steigende Nachfrage nach Flugreisen, die schnelle Restrukturierung und Transformation der Lufthansa Group sowie das Vertrauen der Kapitalmärkte in das Unternehmen.

Damit wurde heute Morgen die Stille Beteiligung II des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (ESF) in Höhe von 1 Milliarde Euro vollständig zurückgezahlt. Nachdem das Unternehmen bereits im Oktober die Stille Beteiligung I zurückgezahlt hatte, von der nur 1.5 Milliarden Euro in Anspruch genommen wurden, wurde nun auch der ungenutzte und verbleibende Teil gekündigt. Bereits im vergangenen Februar hatte das Unternehmen einen KfW-Kredit über 1 Milliarde Euro früher als erwartet zurückgezahlt. Damit sind nun alle deutschen Darlehen und Stillen Beteiligungen inklusive Zinsen zurückgezahlt bzw. gekündigt. Unter dieser Bedingung hat sich ESF verpflichtet, seine Beteiligung an Deutsche Lufthansa AG in Höhe von ca. 14 Prozent des Grundkapitals bis spätestens Oktober 2023.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, sagt:

„Im Namen aller Lufthansa-Mitarbeiter bedanke ich mich bei der Bundesregierung und den deutschen Steuerzahlern. In der schwersten Finanzkrise unserer Unternehmensgeschichte haben sie uns eine Perspektive für die Zukunft gegeben. Dadurch konnten wir mehr als 100,000 Arbeitsplätze retten. Wir sind stolz, dass wir unser Versprechen früher als erwartet einlösen und die deutschen Finanzhilfen zurückzahlen konnten. Ich danke unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und insbesondere unseren Kunden, die uns in diesen herausfordernden Zeiten die Treue gehalten haben. Lufthansa konnte sich auf Deutschland verlassen und Deutschland kann sich darauf verlassen Lufthansa. Viele Herausforderungen bleiben. Unser Ziel ist es, unsere Position unter den weltweit führenden Airline-Gruppen zu stärken. Dazu werden wir die Restrukturierung und Transformation des Unternehmens konsequent fortsetzen.

Remco Steenbergen, CFO von Deutsche Lufthansa AG, sagt:

„Ich danke vor allem unseren Investoren für ihr Vertrauen in unser Unternehmen. Ohne sie wäre ein so schneller Ausstieg aus den Stillen Beteiligungen nicht möglich gewesen. Dieses Vertrauen verpflichtet uns, den eingeschlagenen Weg der Neustrukturierung und Transformation des Konzerns konsequent fortzusetzen. Wir sind entschlossen, unsere Bilanz weiter zu stärken, unsere Profitabilität zu steigern und attraktive Kapitalrenditen zu erwirtschaften. Unsere im Juni veröffentlichten Finanzziele zeigen dies sehr deutlich. Wir sind überzeugt, für unsere Aktionäre nachhaltig Wert zu schaffen.“

Im Juni 2020 haben die Aktionäre von Deutsche Lufthansa AG den Weg frei für die Stabilisierungsmaßnahmen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (ESF) der Bundesrepublik Deutschland. Das Paket der Bundesregierung sah ursprünglich Maßnahmen und Kredite in Höhe von bis zu 9 Milliarden Euro vor, von denen das Unternehmen insgesamt rund 3.8 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat. Darin enthalten sind rund 306 Millionen Euro, mit denen der ESF seine Beteiligung an der Deutschen Lufthansa AG aufgebaut hat.

Zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und der staatlichen Stabilisierungspakete hat das Unternehmen seit Herbst 2020 verschiedene Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungsmaßnahmen ergriffen. Dabei profitierte es vom stetig wachsenden Vertrauen der Finanzmärkte in die Zukunftsaussichten der Lufthansa Group.

Im November 2020 feierte das Unternehmen mit einer Wandelanleihe im Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro und einer Unternehmensanleihe über 1 Milliarde Euro ein „Comeback“ an den Kapitalmärkten. Im Februar 2021 hat die Deutsche Lufthansa AG erneut erfolgreich eine Anleihe über 1.6 Milliarden Euro begeben. Im Juli 2021 folgte eine weitere Anleiheplatzierung in Höhe von 1 Milliarde Euro. Im Oktober 2021 hat das Unternehmen eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen. Der Bruttoemissionserlös aus der Kapitalerhöhung betrug 2.2 Milliarden Euro. Am 9. November 2021 endlich die Lufthansa Group war erneut erfolgreich am Finanzmarkt tätig und begab eine Anleihe in Höhe von 1.5 Milliarden Euro.

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Über den Autor

Harry Johnson

Harry Johnson war der Zuweisungsredakteur für eTurboNews seit fast 20 Jahren. Er lebt in Honolulu, Hawaii und stammt ursprünglich aus Europa. Er schreibt und berichtet gerne über die Nachrichten.

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