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Die IATA fordert afrikanische Regierungen nachdrücklich auf, die Luftfahrt als Motor für Wachstum und Integration zu stärken.

IATA: Rekordauslastung im August, gestiegene Passagiernachfrage
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Das Internationaler Luftverkehrsverband Die IATA fordert afrikanische Regierungen nachdrücklich auf, die Luftfahrt als kritische Infrastruktur für Wirtschaftswachstum zu behandeln. Auf ihrer Focus Africa Conference hob die IATA Sicherheit, Kostensenkung, Nachhaltigkeit und regulatorische Reformen als zentrale Prioritäten hervor, um Arbeitsplätze zu schaffen, den Handel anzukurbeln und die regionale Integration zu stärken.

Addis Abeba, Äthiopien — Die International Air Transport Association (IATA) hat die afrikanischen Regierungen aufgefordert, die Luftfahrt in den Mittelpunkt ihrer Wirtschaftsstrategien zu stellen und ihre entscheidende Rolle bei der Förderung langfristiger Entwicklung, regionaler Integration und der Schaffung von Arbeitsplätzen zu betonen.

In seiner Rede auf der Focus Africa Konferenz in Addis Abeba unterstrich Kamil Alawadhi den umfassenderen wirtschaftlichen Wert der Luftfahrt, der über die unmittelbaren Steuereinnahmen hinausgeht.

„Die Luftfahrt ist die wirtschaftliche Infrastruktur Afrikas“, sagte Alawadhi. „Eine Luftfahrtstrategie, die auf Sicherheit, Kostenwettbewerbsfähigkeit, nachhaltige Energieversorgung und einfache Geschäftsabwicklung ausgerichtet ist, wird Arbeitsplätze schaffen, den Handel ermöglichen, den Tourismus fördern und die regionale Integration stärken.“


Ein Aufruf zu einer umfassenden Luftfahrtstrategie

Die IATA hat einen Vier-Säulen-Rahmen für afrikanische Regierungen entworfen, um das volle Potenzial der Luftfahrt auszuschöpfen:

1. Verbesserung der Sicherheitsstandards

Während Afrika bei der Flugsicherheit Fortschritte erzielt hat – die Unfallraten sanken zwischen 2024 und 2025 von 12.13 auf 7.86 pro Million Sektoren – liegt die Region immer noch hinter dem globalen Durchschnitt von 1.32 zurück.

Die IATA fordert eine konsequentere Umsetzung der Standards und empfohlenen Verfahren (SARPs) der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und stellt fest, dass die Einhaltungsquote in Subsahara-Afrika mit 60.34 % deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 69.46 % liegt.

Der Verband äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der geringen Veröffentlichungsrate von Unfallberichten – lediglich 19 % zwischen 2019 und 2023 –, wodurch die Möglichkeiten, aus Vorfällen zu lernen, eingeschränkt seien. Zur Verbesserung der Aufsicht und der betrieblichen Einheitlichkeit wurde eine stärkere Anwendung globaler Sicherheitsaudits wie IOSA, ISSA und ISAGO empfohlen.


2. Steigerung der Kostenwettbewerbsfähigkeit

Die hohen Betriebskosten stellen nach wie vor ein großes Hindernis für das Wachstum der Luftfahrt in Afrika dar, wobei Steuern und Gebühren im Durchschnitt etwa 15 % höher sind als im globalen Durchschnitt.

Die IATA kritisierte die überhöhten API-PNR-Gebühren und hob Tansania als weltweit teuerstes Land mit 45 US-Dollar pro einfacher Strecke hervor. Auch andere Länder wie Nigeria, Ghana und Kenia wurden wegen überdurchschnittlich hoher Gebühren genannt.

Der Verband forderte die Regierungen nachdrücklich auf, die Richtlinie der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) zur Senkung der Luftverkehrssteuern und -gebühren um 25 % umzusetzen, und warnte davor, dass ein Nichthandeln die Konnektivität und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnte.


3. Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen

Das Wachstum der Luftfahrtbranche wird zudem durch regulatorische und finanzielle Hürden eingeschränkt.

Die IATA hob das Problem der blockierten Airline-Einnahmen hervor, die sich in ganz Afrika bis März 2026 auf 774 Millionen US-Dollar beliefen. Algerien entfällt mit 258 Millionen US-Dollar auf den größten Anteil, gefolgt von den Ländern der XAF-Zone, Mosambik, Eritrea und Angola.

Alawadhi forderte dringende Maßnahmen, insbesondere in Algerien, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaften ihre Einnahmen im Einklang mit internationalen Abkommen zurückführen können.

Visabeschränkungen wurden ebenfalls als großes Hindernis genannt. Fast die Hälfte aller innerafrikanischen Reisen erfordert nach wie vor ein Visum vor der Abreise, was die Mobilität einschränkt und Tourismus und Handel behindert. Die IATA stellte fest, dass Länder, die ihre Visabestimmungen gelockert haben, eine verbesserte Konnektivität und einen stärkeren Tourismus verzeichnen konnten.


4. Förderung von Nachhaltigkeit und Energiesicherheit

Die IATA hob das bedeutende Potenzial Afrikas im Bereich der nachhaltigen Luftfahrt hervor, insbesondere bei der Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF).

Im Rahmen des globalen CO₂-Kompensationsprogramms CORSIA könnte Afrika bis zu 57.6 Millionen Emissionszertifikate (EEUs) bereitstellen und damit eine neue Quelle für Klimafinanzierung schaffen. Bislang haben jedoch nur wenige Länder – darunter Ruanda und Madagaskar – erste Schritte zur Teilnahme unternommen.

Der Kontinent hat zudem das Potenzial, bis 2050 jährlich bis zu 106 Millionen Tonnen SAF-Rohstoff aus landwirtschaftlichen und kommunalen Abfällen zu produzieren. Mit den richtigen politischen Anreizen und Infrastrukturinvestitionen ist die IATA überzeugt, dass Afrika die Energiesicherheit deutlich steigern und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen könnte.


Luftfahrt als Katalysator für Entwicklung

Die Botschaft der IATA ist eindeutig: Die Luftfahrt ist nicht nur ein Transportsektor, sondern eine tragende Säule für Afrikas wirtschaftliche Zukunft. Durch die Schließung von Sicherheitslücken, die Senkung der Kosten, den Abbau regulatorischer Hürden und Investitionen in Nachhaltigkeit könnten afrikanische Staaten weitreichenden Wohlstand erlangen.

„Die langfristigen Vorteile der Luftfahrt überwiegen die kurzfristigen Steuervorteile bei Weitem“, resümierte Alawadhi. „Das Potenzial für Afrika ist enorm – vorausgesetzt, die Regierungen handeln entschlossen.“

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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