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Der Tourismusboom in Korea wirft eine schwierige Frage auf: Wählen Reisende Asien, weil sie bei Amerika zögern?

Korea
Bild mit freundlicher Genehmigung von Hanam City
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Südkoreas rekordverdächtiger Tourismusboom könnte mehr als nur den weltweiten Aufstieg der koreanischen Kultur offenbaren. Da europäische und asiatische Reisende aufgrund von Grenzkontrollen, Kosten und politischer Unsicherheit zunehmend zögern, die USA zu besuchen, erweisen sich Korea und andere asiatische Reiseziele als sicherere, einfachere und attraktivere Alternativen für internationale Touristen.

Der Tourismus in Südkorea hat sich erholt und Rekordwerte erreicht. Im April 2026 begrüßte das Land rund 2.03 Millionen ausländische Besucher, ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem bereits im März die Marke von 2 Millionen Ankünften überschritten worden war. Die Ankünfte von Januar bis April erreichten 6.77 Millionen, der höchste Viermonatswert seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei China, Japan, Taiwan und Hongkong den Anstieg anführen.

Die Geschichte Koreas ist zum Teil ein Triumph der Soft Power: K-Kultur, Essen, Schönheit, der Ausbau regionaler Flughäfen und gezielte staatliche Förderung. Die Ausgaben ausländischer Besucher erreichten im April schätzungsweise … 1.9 Billionen Won, der höchste monatliche Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2018.

Doch Koreas Boom findet statt, während die USA darum kämpfen, international wieder an Dynamik zu gewinnen. Laut Prognose der US Travel Association vom Mai 2026 sind die internationalen Besucherzahlen gesunken. 5.5% in 2025 zu 68.3 Millionenund werden voraussichtlich nur noch auf 70.6 Millionen in 2026, immer noch unter dem Niveau von 2019 bis 2029.

Die Zurückhaltung ist real, aber sie lässt sich nicht auf einen einzigen Grund zurückführen. Die Indizien deuten auf ein Zusammenspiel von politischen Faktoren, Grenzängsten, Kosten, Visaproblemen und einer sich verändernden Attraktivität des Reiseziels hin. AFAR berichtete, dass die Vorbuchungen für Juli 2026 von Europa in die USA rückläufig waren. 15.3% gegenüber dem VorjahrSkift meldete unterdessen einen Rückgang des US-Einreisetourismus. 14.1% im April 2026 bis zu 2.6 Millionen ausländischen Besuchern.

Für Europäer scheint die Stimmung besonders stark von der US-Politik und der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen beeinflusst zu sein. TUI meldete eine schwächere Nachfrage aus den USA, wobei Reisende Asien und Ziele mit Verbindungen zu den Emiraten bevorzugten. Reuters berichtete, dass Deutschland seine Reisehinweise für die USA aktualisiert und darauf hingewiesen hat, dass ein Visum oder eine ESTA-Genehmigung keine Einreisegarantie darstellt, nachdem Berichte über festgenommene Deutsche bekannt wurden.

Für asiatische Reisende ist die Lage uneinheitlicher. Laut Prognosen der NTTO wird Indien im Jahr 2026 einen der stärksten Rückgänge unter den wichtigsten US-amerikanischen Quellmärkten verzeichnen, während die Reisestimmung in Bezug auf China durch Berichte über Einreiseverweigerungen und offizielle Warnungen beeinträchtigt wurde.

Das Fazit: Ja, die Zurückhaltung gegenüber Reisen in die USA ist wahrscheinlich ein Faktor, der dazu beiträgt, dass ein Teil der Nachfrage nach Fernreisen und regionalen Flügen nach Korea und Asien umgelenkt wird – aber sie ist nicht der alleinige Grund. Korea profitiert nicht nur von der Schwäche Amerikas, sondern setzt seine eigenen Stärken ein. Genauer gesagt: Südkoreas Tourismusboom wird von der koreanischen Kultur und der Nachfrage in der asiatischen Region angetrieben, während die Reisezurückhaltung der USA ein günstiges Umfeld schafft, indem sie alternative Reiseziele attraktiver, sicherer und einladender erscheinen lässt.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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