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COP30: Der längste Naturlehrpfad befindet sich in Brasilien

BRASILIEN
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Brasilien gestaltet sein globales Tourismusprofil mit zwei großen Initiativen neu: einer neuen digitalen Plattform zur Förderung der Nationalparks und der 468 Kilometer langen Trilha Amazônia Atlântica, die auf der COP30 vorgestellt wurde. Zusammen veranschaulichen sie eine nationale Strategie, die Naturschutz, Gemeindeentwicklung und sinnvolle Besuchererlebnisse miteinander verbindet, um Brasilien als Vorreiter im nachhaltigen Tourismus zu positionieren.

Brasilien positioniert sich mit zwei weitreichenden Initiativen, die digitale Innovationen mit lokalem Engagement verbinden, deutlich stärker auf dem globalen Naturtourismusmarkt. Die diesen Monat angekündigten und auf dem UN-Klimagipfel COP30 in Belém vorgestellten Maßnahmen zielen darauf ab, das Land nicht nur als Land der Regenwälder und Flüsse, sondern als Vorbild für nachhaltige Entwicklung mit lokaler Beteiligung zu positionieren.

Die staatliche Tourismusagentur Embratur hat eine globale Online-Plattform für das weitläufige Netz der brasilianischen Nationalparks ins Leben gerufen. Das Portal – parquesnaturais.visitbrasil.com – bietet Zugang zu sorgfältig zusammengestellten Reiserouten, die Biodiversitäts-Hotspots, indigene und traditionelle Kulturen sowie Abenteuererlebnisse miteinander verbinden.

„Die Menschen wollen mehr als nur Landschaft. Sie wollen Sinn“, sagte Marcelo Freixo, Präsident von Embratur, in einem Interview. „Unsere Nationalparks bergen Geschichten und Lebensweisen, die es verdienen, gesehen zu werden. Der Schutz dieser Orte und die Generierung von Einnahmen sollten sich nicht widersprechen.“

Das Angebot der Website umfasst zunächst sieben Themenrouten, die aufgrund ihrer Erreichbarkeit, Infrastruktur und Eignung für verantwortungsvollen Tourismus ausgewählt wurden. Die Plattform ist Teil der Regierungsstrategie „Brasis 2025–2027“, die Brasilien als führendes Reiseziel für nachhaltiges Reisen positionieren soll.

Während Embratur auf Technologie setzte, wandte sich ein anderer Teil der Regierung dem Wald selbst zu.

Auf der COP30 präsentierten brasilianische Beamte die Atlantischer AmazonaspfadEin 468 Kilometer langer, markierter Wanderweg, der vom Kolonialzentrum Belém bis in die entlegensten Gebiete des Bundesstaates Pará nahe der Grenze zu Maranhão führt. Nach seiner Fertigstellung wird er der längste markierte Wanderweg Lateinamerikas sein.

Der Wanderweg schlängelt sich durch 17 Gemeinden und 13 Schutzgebiete, darunter Quilombola-Gemeinden – Nachfahren afrobrasilianischer Bevölkerungsgruppen, die während und nach der Sklaverei autonome Siedlungen gründeten. Laut offiziellen Angaben soll das Projekt nicht nur Wanderer anlocken, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln und den gemeinschaftlichen Naturschutz stärken.

„Der Wanderweg beutet nicht aus, er erhält“, sagte Brasiliens amtierende Tourismusministerin Ana Carla Lopes. „Er schafft Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Chancen und würdigt gleichzeitig den kulturellen Reichtum der hier lebenden Menschen.“

Entlang der Route können Besucher auf traditionelle Fischergemeinden, Familienbetriebe in der Landwirtschaft und vom Wald abhängige Produzenten treffen. Viele dieser Gemeinden haben bereits mit den Vorbereitungen für die Ankunft von Reisenden begonnen und werden dabei von der [Name der Organisation/Organisation] unterstützt. eTrails Eine mobile App, die Serviceangebote kartiert und Besucher direkt mit lokalen Guides und Anbietern verbindet. Die Behörden erwarten im ersten Jahr über 10,000 Wanderer, Radfahrer und Reiter, die den Korridor erkunden werden.

Umweltbeamte beschreiben den Wanderweg als eine neue Art von Naturschutzinstrument – ​​eines, das Schutzgebiete nicht als isolierte Bereiche, sondern als miteinander verbundene kulturelle und ökologische Landschaften behandelt.

„Wanderwege sind Brücken“, sagte Carla Guaitanele von ICMBio, der brasilianischen Bundesbehörde für Naturschutz. „Sie bringen Menschen in Schutzgebiete und stärken so sowohl die Gemeinden als auch die Natur.“

Die digitale Plattform und der Amazonas-Atlantik-Trail verkörpern gemeinsam eine Strategie, die Tourismus, Ökologie und wirtschaftliche Teilhabe miteinander verbindet. Während weltweit Länder mit neuen Modellen für nachhaltigen Tourismus experimentieren, setzt Brasilien darauf, dass die Kombination aus Größe, Vielfalt und gemeinschaftsorientiertem Konzept dem Land einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

„Letztendlich“, sagte Freixo, „zeigen wir ein Brasilien, das schützt, was es hat – und die Welt einlädt, sich verantwortungsvoll damit auseinanderzusetzen.“

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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