Guam- Die Strände sind noch da, aber die Stille ist neu.
Nach dem verheerenden Taifun, der diesen Monat über den westlichen Pazifik fegte, stehen die Tourismuswirtschaften der beiden US-Territorien Guam und Nördliche Marianen – die seit langem von einem stetigen Besucherstrom aus Asien und den Vereinigten Staaten abhängig sind – vor einer bekannten, aber beunruhigenden Frage: Wie können wir uns schnell genug wieder aufbauen, um zu überleben?
Der Sturm, der mit zerstörerischen Winden und heftigen Regenfällen wütete, hinterließ Teile der Region ohne Stromversorgung, beschädigte Hotels und Straßen und entwurzelte Hügel, die jahrzehntelang Besucher angezogen hatten. Nun bereiten sich Behörden und Geschäftsleute auf monatelange Beeinträchtigungen mitten in der normalerweise reiseintensiven Hochsaison vor.
Der Tourismusmotor steht still
Auf Saipan, der Hauptstadt der Nördlichen Marianen, sind die Schäden immens. Ganze Küstenabschnitte sind mit Trümmern übersät. Einige Resorts sind weiterhin geschlossen, ihre Fenster sind zersplittert und die Infrastruktur beschädigt. Selbst dort, wo Gebäude noch stehen, sind grundlegende Versorgungsleistungen – Strom, Wasser und zuverlässiger Transport – noch nicht vollständig wiederhergestellt.
Der kommerzielle Flugverkehr hat sich zwar wieder normalisiert, dient aber hauptsächlich Hilfsflügen und notwendigen Reisen. Der Freizeittourismus, das Rückgrat der lokalen Wirtschaft, ist praktisch zum Erliegen gekommen.
„Wir sind noch nicht bereit, Besucher zu empfangen“, sagte ein lokaler Tourismusbeamter, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, da die Wiederaufbaupläne noch finalisiert werden. „Unsere Priorität ist es, die Inseln für die Bewohner wieder bewohnbar zu machen.“
Guam: Offen, aber nicht unversehrt
Rund 120 Kilometer südlich gelegen, erging es Guam etwas besser, wenn auch nicht ohne Beeinträchtigungen. Hotels in den wichtigsten Touristengebieten haben wieder geöffnet, und die Stromversorgung ist auf einem Großteil der Insel wiederhergestellt. Aufräumtrupps sind weiterhin damit beschäftigt, Straßen freizuräumen und öffentliche Plätze instand zu setzen.
Dennoch sind die Auswirkungen sichtbar. Einige Ausflüge sind weiterhin ausgesetzt, und Reiseveranstalter berichten von Stornierungen durch Reisende, die die Bedingungen nach dem Sturm fürchten.
„Wir haben geöffnet, aber noch nicht mit voller Kapazität“, sagte ein Manager eines Strandhotels. „Die Gäste kommen langsam zurück, aber die Unsicherheit ist real.“
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Tourismus trägt maßgeblich zur Wirtschaft der Marianen bei und sichert Hotels, Restaurants, Transportdienstleistungen und Kleinbetriebe. Ein anhaltender Abschwung könnte weitreichende Folgen haben, insbesondere auf den Nördlichen Marianen, wo die wirtschaftliche Diversifizierung begrenzt ist.
Vergangene Stürme liefern ein ernüchterndes Beispiel. Nach schweren Taifunen in den letzten Jahren gingen die Besucherzahlen drastisch zurück – manchmal um mehr als die Hälfte –, bevor sie sich im Laufe des folgenden Jahres allmählich erholten.
Diesmal könnte die Erholung durch umfassendere Herausforderungen erschwert werden, darunter schwankende Flugrouten und sich ändernde Reisemuster in der Asien-Pazifik-Region.
Wiederaufbau und Beruhigung
Die Behörden planen bereits Kampagnen, um nach Stabilisierung der Lage ein Zeichen der Erholung zu setzen. In der Vergangenheit haben solche Maßnahmen – in Verbindung mit Infrastrukturreparaturen – dazu beigetragen, das Vertrauen der Besucher wiederherzustellen.
Doch der Zeitpunkt wird entscheidend sein. Branchenanalysten sagen, Guam könne sich innerhalb weniger Monate erholen, wenn sich die Lage weiter verbessert, während die Nördlichen Marianen je nach Tempo des Wiederaufbaus einen längeren Weg zur Erholung vor sich haben könnten.
„Diese Reiseziele weisen eine gewisse Widerstandsfähigkeit auf“, sagte ein regionaler Tourismusberater. „Doch Widerstandsfähigkeit beseitigt den wirtschaftlichen Schock nicht – sie bestimmt lediglich, wie lange er anhält.“
Wir erwarten Besucher
Im Moment befinden sich die Inseln in einer Warteschleife.
Auf Saipan plätschert das türkisfarbene Wasser noch immer ans Ufer, und die Sonnenuntergänge sind unverändert. Doch die üblichen Anzeichen des Tourismus – überfüllte Strände, Reisebusse, das geschäftige Treiben – fehlen.
Auf Guam kehren sie vorsichtig allmählich zurück.
Der Sturm ist vorüber. Die Erholung wird, wie immer, länger dauern.



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