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Warum entfernen immer mehr Hotels die Badezimmertüren?

Offener Raum
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Hotels definieren das „offene Raumkonzept“ neu, indem sie stillschweigend Badezimmertüren entfernen. Was Designer als modernen Minimalismus bezeichnen, sehen Gäste als Logenplatz für ungestörte Momente. Schiebetüren im Scheunentor-Stil, die nicht schließen, Milchglas, das Silhouetten enthüllt, und keinerlei Schalldämmung lassen Reisende fragen: Seit wann ist Privatsphäre optional?

Vor einigen Jahren checkte ich im brandneuen ein. Hyatt Centric South Beach Miami, eine Immobilie, die das Unternehmen stolz als Teil von Hyatt zentrisch, die damals neue, lifestyleorientierte Marke, die sich an moderne, designaffine Reisende richtete.

Der Raum sendete sofort eine Botschaft aus – allerdings keine unbedingt willkommene.

Anstelle einer herkömmlichen, vollständig abdichtenden Badezimmertür verfügte der Raum über eine Schiebetür. Scheunenstil Die Tür sah zwar schick aus, war aber funktional unzureichend. Sie schloss nicht vollständig, sodass an den Kanten sichtbare Spalten entstanden, die die Privatsphäre einschränkten. Zudem drang durch die Milchglaselemente Licht – und damit auch Silhouetten – in den Hauptraum. Obwohl die Konstruktion optisch modern wirkte, fühlte sich selbst die alltägliche Badezimmernutzung dadurch unangenehm an, insbesondere für Personen, die das Badezimmer mit anderen teilten.

Damals nahm ich an, es handele sich um ein isoliertes Designexperiment – ​​einen übereifrigen Versuch, Wohnästhetik mit Hotelzimmern zu verschmelzen. Doch nach eingehender Recherche wurde klar, dass dies kein Einzelfall war. Es war der Beginn eines umfassenderen Trends im Gastgewerbe.

In der globalen Hotelbranche haben immer mehr Häuser – darunter auch gehobene und Luxusmarken – stillschweigend die traditionellen Badezimmertüren ganz abgeschafft oder durch Trennwände, Glaspaneele, Vorhänge oder Schiebetüren ersetzt, die nicht vollständig schließen. Was als modern, XNUMXh geöffnetden platzsparend Das Design wird von Gästen zunehmend als Verlust einer der grundlegendsten Erwartungen an ein Hotelzimmer empfunden: Datenschutz.

Angesichts der zunehmenden Beschwerden von Reisenden und der Tatsache, dass es mittlerweile ganze Websites gibt, die Hotels ohne ordentliche Badezimmertüren aufspüren, stellt sich der Branche nicht mehr die Frage, ob es den Gästen auffällt, sondern ob die Hotels unterschätzt haben, wie wichtig Privatsphäre tatsächlich ist.

Warum immer mehr Hotels Badezimmertüren entfernen – und warum Reisende sich dagegen wehren

In Hotelzimmern weltweit verschwindet ein einst unverzichtbares Merkmal still und leise: die Badezimmertür. Von New York bis Tokio, von Boutique-Hotels bis hin zu internationalen Hotelketten – Reisende entdecken immer häufiger offene Badezimmer, Trennwände aus Milchglas, Schiebetüren mit Spalten oder, in manchen Fällen, gar keine Abgrenzung zwischen Toilette und Bett.

Was Hoteliers nennen modernes Design , RaumeffizienzViele Gäste beschreiben es mit einem Wort: unbeholfen.


Der Aufstieg des türlosen Badezimmers

Der Trend, traditionelle Badezimmertüren zu entfernen, hat im letzten Jahrzehnt an Dynamik gewonnen, insbesondere in neu gebauten oder renovierten Hotels. Laut Hoteldesignern, die von InsideHook und anderen Reisemedien befragt wurden, sind die Gründe dafür einleuchtend:

Warum Hotels das tun

  • Kosteneinsparungen: Türen, Rahmen, Scharniere, Schlösser und Schalldämmung verursachen zusätzliche Kosten. Durch deren Wegfall lassen sich Bau- und Instandhaltungskosten senken.
  • Platzoptimierung: Schwingtüren nehmen Platz weg. Offene Raumaufteilungen lassen kleine Hotelzimmer größer wirken, insbesondere in dicht besiedelten Stadtgebieten.
  • Designästhetik: Offene Badezimmer lassen natürliches Licht herein, schaffen eine „Spa-ähnliche“ Atmosphäre und entsprechen den minimalistischen und industriellen Designtrends.
  • Betriebseffizienz: Weniger bewegliche Teile bedeuten weniger Reparaturen und Ersatzteile.

Für Hotelentwickler erfüllt das Konzept viele Kriterien. Für Gäste hingegen ist das Erlebnis oft enttäuschend.


Was Gäste sagen

Das Feedback von Gästen auf Bewertungsplattformen, Reddit-Foren und in sozialen Medien zeichnet ein ganz anderes Bild. Häufige Beschwerden sind:

  • Fehlende Privatsphäre bei Reisen mit Partnern, Freunden, Familie oder Kollegen
  • Geräusch- und Geruchsproblemeinsbesondere wenn die Toiletten nur durch Glas oder Vorhänge abgetrennt sind.
  • Überraschung beim Eincheckenwenn die Buchungsfotos die Badezimmeraufteilung nicht deutlich zeigen.
  • Verlegenheitwas dazu führte, dass einige Gäste die Toiletten in der Lobby anstelle ihres eigenen Zimmers benutzten.

Ein Vielreisender erzählte eTurboNews„Ich brauche keinen Luxus – ich brauche eine Tür, die sich schließen lässt.“

Die Gegenreaktion ist so stark geworden, dass sie eine Graswurzelbewegung ausgelöst hat. Die Website BringBackDoors.com Das Unternehmen erstellt nun weltweit Hotelkataloge auf Basis des Datenschutzes im Badezimmer und nutzt Gästebewertungen, um zukünftige Reisende zu warnen.


Weltweit sollen Hotels keine herkömmlichen Badezimmertüren mehr haben.

Nachfolgend finden Sie Beispiele für Hotels, die bereits ausgezeichnet wurden. von Gästen gemeldet Die Zimmer verfügen über keine feste Badezimmertür oder nur sehr eingeschränkte Privatsphäre. Die Grundrisse können je nach Zimmertyp variieren.


🌍 Europa

  • 25hours Hotel Florenz Piazza San Paolino – Offenes Badezimmerkonzept in mehreren Raumkategorien
  • AC Hotel Atocha – Teilweise abgetrennte Wände oder offene Badezimmergestaltung
  • AC Hotel Straßburg – Badezimmer ohne Türen oder mit Glasabtrennung
  • Brown's Central Hotel – Unterschiedliche Raumaufteilungen; einige Zimmer haben keine massiven Türen.

🇺🇸 Nordamerika

  • 1 Hotel Brooklyn Bridge – Offenes Badezimmerdesign in ausgewählten Räumen
  • 1 Hotel Central Park – Minimale Badezimmertrennung
  • 1 Hotel Nashville – Berichte über Badezimmer ohne Türen
  • AC Hotel Denver Downtown – Offene oder verglaste Badezimmerkonzepte

🌏 Andere Regionen

  • AC Hotel Tokyo Ginza – Badezimmergestaltung mit Glas oder offener Gestaltung
  • Aloft Playa del Carmen – Badezimmerlayouts mit minimaler Privatsphäre
  • Alaia Belize, Autogrammsammlung – Offene Badezimmerkonzepte

Ein wachsendes Vertrauensproblem im Gastgewerbe

Für viele Reisende liegt das Problem nicht im modernen Design – sondern in der Transparenz.

Gäste argumentieren, dass Hotels die Badezimmeraufteilung bei der Buchung klar angeben sollten, insbesondere wenn die Privatsphäre stark eingeschränkt ist. Ein Branchenkenner merkte dazu an: „Man würde ja auch nicht verheimlichen, dass ein Zimmer kein Fenster hat – warum sollte man also verheimlichen, dass es keine Badezimmertür hat?“

Im zunehmend erlebnisorientierten Markt, in dem Hotels um die Gunst ihrer Gäste konkurrieren, kann das Ignorieren von deren Unbehagen teuer werden. Die Privatsphäre im Badezimmer ist, wie sich herausstellt, kein Detail, auf das Reisende stillschweigend verzichten wollen.


Was Reisende tun können

Bis die Branche reagiert, empfehlen erfahrene Reisende Folgendes:

  • Sorgfältige Überprüfung Gastfotosnicht nur offizielle Bilder
  • Lesen aktueller Rezensionen zu Schlüsselwörtern wie Glas, XNUMXh geöffnetden keine Tür
  • Rufen Sie das Hotel direkt an, um dies zu bestätigen. Privatsphäre im Badezimmer
  • Konsultation von Community-Datenbanken wie BringBackDoors.com

Fazit

Der Verzicht auf Badezimmertüren mag zwar Platz und Kosten sparen, birgt aber das Risiko, Gäste zu verärgern, die Privatsphäre als Grundstandard erwarten – und nicht als optionale Ausstattung. Angesichts der zunehmenden Kritik könnte die Hotelbranche bald mit einer einfachen Frage von Reisenden weltweit konfrontiert werden:

Ist es das moderne Design wert, auf die Tür zu verzichten?

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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