Durch den Wiederaufbau von religiösen Reisen und kirchlichen Pilgerfahrten bietet Jordanien möglicherweise eine der größten Chancen im Nahen Osten, den Tourismus wiederzubeleben und das Vertrauen internationaler Reisender wiederherzustellen.
Jordaniens Tourismussektor hat stark unter der regionalen Instabilität gelitten, obwohl das Königreich selbst weitgehend von direkten Konflikten verschont geblieben ist. Laut einem aktuellen Bericht von Missionsnetzwerk-NachrichtenDie anhaltenden regionalen Spannungen im Zusammenhang mit Israel, Palästina, Libanon und Iran haben zu einem starken Rückgang der Besucherzahlen geführt und die Tourismuszahlen wieder auf das Niveau der Pandemiezeit zurückgeworfen.
Dennoch zählt Jordanien weiterhin zu den stabilsten und am besten organisierten Reisezielen der Region. Während Nachbarländer direkt von Krieg oder politischen Unruhen betroffen waren, konnte Jordanien seine Sicherheit, den Betrieb von Flughäfen, geschützte Tourismuskorridore und eine moderne Infrastruktur für das Gastgewerbe aufrechterhalten, die internationale Gäste sicher empfangen kann.
Für Kirchen und religiöse Organisationen weltweit bietet Jordanien eine einzigartige Gelegenheit, Pilgerreisen ins Heilige Land auf sichere und sinnvolle Weise wieder aufzunehmen. Christliche Stätten wie Bethanien jenseits des Jordans – die als Taufstelle Jesu gilt –, der Berg Nebo, Madaba, Mukawir und die alten, mit der biblischen Geschichte verbundenen Routen liefern überzeugende Gründe für Kirchen, Pilgerreisen wieder zu organisieren.
Jordanien ist in der aktuellen regionalen Krise nicht zum Schlachtfeld geworden. Selbst in Zeiten erhöhter Spannungen zwischen Israel, Iran, Libanon, Palästina und den Vereinigten Arabischen Emiraten blieb Jordanien funktionsfähig, gut organisiert und gastfreundlich.
Reiseveranstalter und Tourismusbeamte betonen, dass eine der größten Herausforderungen für Jordanien eher in der öffentlichen Wahrnehmung als in der Realität liegt. Bilder von Konflikten im Nahen Osten veranlassen Reisende oft dazu, ihre Reisen in die Region komplett zu stornieren, selbst wenn Jordanien selbst ruhig und sicher ist. Reuters berichtete, dass die Auslastung der Hotels in Petra stark zurückging, obwohl Jordanien nicht direkt in die Kämpfe verwickelt war.
Hier können Kirchen eine wichtige Rolle spielen.
Religiöse Reisen waren historisch gesehen einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren der Region. Bevor die Kriege und Spannungen eskalierten, unternahmen viele christliche Gruppen, die Israel besuchten, auch einen Abstecher nach Jordanien. Die Wiederaufnahme dieser Pilgerfahrten – selbst mit Jordanien als Hauptziel – könnte ein starkes Signal aussenden, dass sicheres Reisen ins Heilige Land wieder möglich ist.
Von der Kirche organisierte Reisen bringen auch weitergehende wirtschaftliche Vorteile. Der Tourismus sichert Hunderttausenden von Jordaniern ihren Lebensunterhalt in Hotels, im Transportwesen, in Restaurants, im Kunsthandwerk, als Reiseleiter und in kleinen Unternehmen rund um berühmte Sehenswürdigkeiten wie Petra, Wadi Rum und das Tote Meer.
Jordanien hat im letzten Jahrzehnt ebenfalls massiv in die touristische Vorbereitung investiert. Das Land bietet international bekannte Hotels, geschulte, mehrsprachige Reiseleiter, moderne Transportmittel, sichere Besucherzonen und starke staatliche Unterstützung für die Erholung des Tourismus.
Die Botschaft, die Jordanien der Welt vermitteln möchte, ist einfach: Trotz der Kriege, die Teile des Nahen Ostens betreffen, bleibt Jordanien offen, friedlich und bereit, Besucher sicher zu empfangen.
Für Kirchen, die ihre Gläubigen wieder mit der biblischen Welt verbinden und gleichzeitig von regionaler Instabilität wirtschaftlich betroffene Gemeinschaften unterstützen möchten, könnte Jordanien der ideale Ausgangspunkt für die Wiederbelebung des Tourismus im Nahen Osten sein.




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