Die Anträge für Neuseelands aktualisiertes „Active Investor Plus Visa“ – oft auch als „Goldenes Visum“ bezeichnet – sind seit der Programmänderung im April sprunghaft angestiegen. Die Regierung hat in etwas mehr als zwei Monaten 189 Anträge erhalten und damit die Gesamtzahl der in den vorangegangenen zweieinhalb Jahren eingereichten Anträge (116) übertroffen.

Der Ansturm auf das „Goldene Visum“ in Neuseeland wird vor allem von wohlhabenden Amerikanern getragen, die 45 % der Antragsteller (85 Anträge) stellen, gefolgt von chinesischen Staatsbürgern (14 %) und Einwohnern Hongkongs (13 %).
Wohlhabende Amerikaner profitieren vor allem von Neuseelands neu eingeführtem „Golden Visa“-Programm, während infolge der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus eine erhebliche Abwanderung aus den USA stattfindet.
Zunehmende globale Unsicherheit, der Niedergang demokratischer Prinzipien unter der Trump-Regierung und Sorgen um die Zukunft der Rechtsstaatlichkeit in den USA motivieren reiche Amerikaner, stabile, liberale Demokratien mit robusten rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen anzustreben. Und Neuseeland erfüllt alle Kriterien.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Amerikaner Neuseeland als Zufluchtsort in Betracht ziehen. Nach Trumps Wahl 2016 stiegen die Besuche auf der Einwanderungswebsite des Landes um 2,500 %. Ein vergleichbarer Anstieg erfolgte nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, das Urteil Roe v. Wade 2022 aufzuheben.
Jetzt, im Jahr 2025, erweist sich Neuseeland erneut als Zufluchtsort für wohlhabende Amerikaner, die vor Trumps Chaos fliehen.
Anfang des Jahres hat die neuseeländische Regierung das Golden-Visa-Programm erheblich geändert, mit dem Ziel, ausländische Investitionen in einer stagnierenden Wirtschaft wiederzubeleben.
Potenzielle Antragsteller müssen nun nur noch 5 Millionen NZ$ (ca. 3.7 Millionen US$) investieren, was einem Drittel der bisherigen Investitionsschwelle entspricht. Darüber hinaus wurden die Anforderungen an Englischkenntnisse abgeschafft und die obligatorische Aufenthaltsdauer von drei Jahren auf lediglich drei Wochen verkürzt.
Laut dem neuseeländischen Einwanderungsminister könnte die neue Politik dem Pazifikstaat neues Kapital in Höhe von 845 Millionen NZ-Dollar (ca. 508 Millionen US-Dollar) bescheren.
Und während wohlhabende Amerikaner ihr Land verlassen, wirbt der ehemalige Präsident Trump für seine eigene Interpretation eines Investorenvisums: Er ersetzt das EB-5-Visum durch eine „Gold Card“, die im Gegenzug für eine Investition von fünf Millionen Dollar eine Aufenthaltsgenehmigung in den USA bietet.
Alle diese jüngsten Entwicklungen zeigen, dass sich Grenzen zu wirtschaftlichen Instrumenten entwickeln und dass die Staatsbürgerschaft für die Wohlhabenden zunehmend zu einer strategischen Entscheidung wird und nicht mehr nur eine Frage des Geburtsorts ist.



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