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Thematisches UN-Tourismusbüro für kleine Inselstaaten: Dynamik gewinnt an

Pascal-Viroleau
Pascal-Viroleau
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die Dynamik nimmt zu nach WTN Die Mitglieder starteten eine Kampagne zur Schaffung eines thematischen UN-Tourismusbüros, das alle kleinen Inseltourismuswirtschaften weltweit vertritt. Vertreter der Regionen des Indischen Ozeans, darunter die Seychellen und die Vanilleinselorganisation, betonen, dass Inseldestinationen besondere Schwächen aufweisen, die eine stärkere institutionelle Koordinierung über den bestehenden Rahmen der kleinen Inselentwicklungsstaaten hinaus erfordern.

Die Forderung nach einem eigenen thematischen Büro innerhalb des UN-Tourismusprogramms, das sich auf die Tourismuswirtschaft kleiner Inseln konzentriert, gewinnt in der globalen Tourismusgemeinschaft an Dynamik, nachdem ein kürzlich veröffentlichter Bericht eine erneute Debatte ausgelöst hat. eTurboNews im Rahmen einer Interessenvertretungsinitiative der World Tourism Network.

Die Initiative mit dem Titel „Jenseits der kleinen Inselstaaten: Warum die UN ein thematisches Büro für alle kleinen Inselstaaten im Tourismusbereich braucht“ hat die seit langem geführten Diskussionen darüber, wie die Tourismuswirtschaften der Inseln im internationalen Tourismus-Governance-System repräsentiert werden, wieder aufgenommen.

Im Zentrum des Vorschlags steht die zunehmende Erkenntnis, dass es innerhalb des UN-Tourismus derzeit keinen permanenten Koordinierungsmechanismus gibt, der den besonderen Gegebenheiten der Tourismuswirtschaften kleiner Inseln als eigenständiger globaler Kategorie gerecht wird.

Während sich der bestehende Rahmen für kleine Inselentwicklungsländer (SIDS) auf Entwicklungsrisiken konzentriert, fallen viele Inselgebiete und -staaten trotz ähnlicher struktureller Herausforderungen nicht unter diese Kategorie. Dazu gehören die Abhängigkeit von Flugverbindungen, die Anfälligkeit für Klimawandel und Zyklone, die Anfälligkeit für Treibstoffpreisschwankungen, die Abhängigkeit vom Kreuzfahrttourismus und der anhaltende Arbeitskräftemangel.

Interessengruppen im Indischen Ozean unterstützen den Vorschlag.

Die Initiative stößt vor allem in den Regionen des Indopazifiks und des Indischen Ozeans auf große Unterstützung, wo der Tourismus nach wie vor ein Eckpfeiler vieler Inselwirtschaften ist.

Pascal Viroleau, Generaldirektor und Gründer der Vanilla Islands Organization, sagte, der Vorschlag reagiere auf ein echtes institutionelles Bedürfnis.

Die Organisation vereint sechs Inselgebiete und Nationen im Indischen Ozean: Réunion, Mauritius, Madagaskar, Seychellen, Komoren und Mayotte.

„Die Idee ist besonders interessant und sollte es ermöglichen, unsere Besonderheiten auf globaler Ebene besser zu berücksichtigen“, sagte Viroleau. „Wir sind bereit, uns an der Diskussion zu beteiligen, damit der Indische Ozean bei der Umsetzung dieser Idee seinen gebührenden Platz erhält, und unsere Erfahrungen in der Vernetzung von Inselgebieten einzubringen. Diese Arbeit sollte unbedingt unter die Schirmherrschaft von UN Tourism gestellt werden.“

Alain St. Ange

Unterstützung kam auch von Alain St Ange, dem Botschafter der Seychellen und ehemaligen Tourismusminister.

„Die Inseln teilen so viele Gemeinsamkeiten, selbst über große Entfernungen hinweg, dass es absolut sinnvoll ist, sie unter dem Dach von UN Tourism zusammenzubringen“, erklärte St. Ange. „Ich bin bereit, mit Generalsekretärin Shaikha Al Nowais zusammenzuarbeiten, um diese Idee voranzutreiben.“

Saint-Pierre auf Réunion bietet an, das erste Treffen auszurichten

Der Vorschlag geht nun von der Interessenvertretung hin zur praktischen Koordinierung über.

Die lokalen Behörden in Saint-Pierre haben sich bereit erklärt, die Stadt als Gastgeber für ein erstes Arbeitstreffen anzubieten, das Regierungsvertreter, Tourismusorganisationen und institutionelle Interessengruppen zusammenbringt, die an der Weiterentwicklung der Initiative interessiert sind.

Das geplante Treffen wäre der erste strukturierte Versuch, zu untersuchen, wie ein ständiges thematisches Büro innerhalb der UN-Tourismusabteilung funktionieren könnte und welches Mandat es für die Tourismuswirtschaften der Inseln weltweit haben könnte.

Eine breitere Regierungsdebatte

Die Diskussion wirft auch grundsätzliche Fragen zur globalen Tourismussteuerung auf und dazu, ob die bestehenden institutionellen Rahmenbedingungen die Realitäten der Inselwirtschaften angemessen widerspiegeln.

Für viele Inseldestinationen macht der Tourismus den überwiegenden Teil der Exporterlöse aus, in manchen Fällen sogar über 80 % der Staatseinnahmen. Jüngste Krisen – darunter die COVID-19-Pandemie, klimabedingte Störungen und die Umstrukturierung globaler Fluggesellschaften – haben die unverhältnismäßige Anfälligkeit von Inseldestinationen gegenüber externen Schocks deutlich gemacht.

Die Befürworter des Vorschlags argumentieren, dass ein eigenes thematisches Büro die Koordination, die politische Interessenvertretung, die Resilienzplanung und die internationale Vertretung der Inseltourismusökonomien verbessern könnte, die oft über regionale und entwicklungsorientierte Rahmenwerke hinweg fragmentiert bleiben.

Da die Dynamik im gesamten Indischen Ozean und darüber hinaus zunimmt, wird der Vorschlag zunehmend nicht nur als Tourismusinitiative, sondern als Teil eines umfassenderen Vorhabens betrachtet, die Repräsentation von Inselwirtschaften in internationalen Institutionen neu zu definieren.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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