Cape Town, South Africa — Afrikanische Tourismusziele richten ihren Fokus verstärkt auf einen der lukrativsten Auslandsreisemärkte der Welt, da Ägypten im China Ready Index® 2026 ganz oben auf der Liste der Vorbereitungen des Kontinents steht.
Auf der World Travel Market Africa 2026 wurde diese Woche der China Ready Index® – entwickelt vom China Business Intelligence Solutions Network (CBISN) – als neues Ranking afrikanischer Reiseziele vorgestellt. Ägypten belegte den ersten Platz, gefolgt von Marokko, Kenia, Tansania und Südafrika.
Der Index bewertet Reiseziele anhand von sechs Säulen: Sicherheit und Servicequalität; Visa und Anbindung; Reiseerlebnis und Infrastruktur; Umsetzung des China Ready Programms; Marketing und chinesische Werbung; sowie Ankünfte und Konversionen.
Großes Interesse bei WTM Africa
Die Rangliste wurde im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion unter der Moderation von Marcus Lee, CEO von China Travel Online und Gründer des China Ready® Programms, vorgestellt. Die Veranstaltung verzeichnete einen der größten Besucherandrang der Veranstaltung; der Saal war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt, was das wachsende Interesse afrikanischer Akteure an einem besseren Verständnis des chinesischen Marktes unterstreicht.
Das Panel bestand aus hochrangigen Persönlichkeiten aus dem gesamten Kontinent, darunter Tongai Mafidi Mnangagwa, Ephraim Balozi Mafuru, Enver Duminy, Goabaone Taylor und Ashish Sharma.
Lee betonte, dass die Gewinnung chinesischer Besucher heutzutage einen ganzheitlichen Ansatz erfordere. „‚China-Ready‘ zu sein, bedeutet heute nicht mehr nur Marketing“, sagte er. „Es geht um das gesamte Ökosystem – von Visa und Konnektivität bis hin zu Serviceleistungen, digitaler Integration und Konversionen.“
Ein Markt mit riesigem, ungenutztem Potenzial
China bleibt ein entscheidendes Wachstumspotenzial für den globalen Tourismus. Vor der Pandemie verzeichnete das Land jährlich 155 Millionen Auslandsreisende. Da jedoch nur etwa 10 % der 1.4 Milliarden Einwohner einen Reisepass besitzen, bleibt das langfristige Potenzial weitgehend ungenutzt.
Tansanias rasante Fortschritte
Zu den herausragenden Erfolgsgeschichten zählt Tansania. Mafuru hob hervor, wie die chinesischsprachige Kampagne „Amazing Tanzania“ des Landes dazu beigetragen hat, die Zahl der chinesischen Einwanderer innerhalb von zwei Jahren von 33,000 auf über 82,000 zu steigern.
Er wies auf die Luftverkehrsanbindung als nächste Herausforderung hin und forderte den Ausbau der Streckennetze durch die nationale Fluggesellschaft und Partnerfluggesellschaften, um weiteres Wachstum zu ermöglichen.
Kapstadt überwindet Distanzbarrieren
Duminy räumte ein, dass die geografische Entfernung und die wenigen Direktflüge für Kapstadt weiterhin zentrale Herausforderungen darstellen. Initiativen wie das Cape Town Air Access-Programm und neue, speziell auf chinesische Nutzer zugeschnittene digitale Tools tragen dazu bei, diese Hürden zu überwinden.
Er wies außerdem auf Fortschritte bei der Visaerleichterung durch das Trusted Tour Operator Scheme (TTOS) und ein neues elektronisches Reisegenehmigungssystem (ETA) hin, die beide darauf abzielen, die Reiseverfahren zu vereinfachen.
Simbabwes frühe Investitionen zahlen sich aus
Simbabwe hat durch die frühzeitige Einführung des China Ready Programms beachtliche Erfolge erzielt. Laut Mnangagwa hat sich die Zahl der Einreisen aus China seit der Umsetzung des Programms verfünffacht – von 10,000 auf 50,000.
Das Land investiert weiterhin in die Infrastruktur und arbeitet gleichzeitig mit dem Privatsektor zusammen, um die kulturelle Angleichung, die Sprachkenntnisse und die Dienstleistungserbringung zu verbessern.
Botswana zielt auf das Premiumsegment ab
Botswana positioniert sich strategisch im gehobenen Segment des chinesischen Marktes. Taylor merkte an, dass das auf geringes Besucheraufkommen und hohe Qualität ausgerichtete Tourismusmodell des Landes gut zu den Bedürfnissen wohlhabender chinesischer Reisender passe, die exklusive Ökotourismus- und Luxuserlebnisse suchen.
Die gesamte Reiseabwicklung reparieren
Aus Sicht des Gastgewerbes betonte Sharma die Wichtigkeit, kulturelle Erwartungen zu verstehen und ein reibungsloses Gesamterlebnis zu gewährleisten.
„Chinesische Reisende wünschen sich Struktur, Beständigkeit, Sicherheit und Flexibilität“, sagte er. „Jeder Kontaktpunkt – von der Buchung bis zur Abreise – muss sorgfältig gemanagt werden.“
Lee veranschaulichte dies an einem einfachen Beispiel: Während Hausschuhe selbst in chinesischen Hotels der Mittelklasse Standard sind, werden sie in afrikanischen Reisezielen nicht immer automatisch bereitgestellt – kleine Details, die die Wahrnehmung der Besucher maßgeblich beeinflussen können.
Veränderte Wahrnehmungen von Afrika
Eine zentrale Herausforderung bleibt die Wahrnehmung. Viele chinesische Reisende betrachten Afrika immer noch als ein einziges, undifferenziertes Reiseziel. Branchenführer sind sich einig, dass ein klareres Branding und gezieltes Marketing unerlässlich sind, um die Vielfalt des Kontinents hervorzuheben.
„Es gibt keinen Königsweg, um für China bereit zu sein“, resümierte Lee. „Aber die Zielländer müssen irgendwo anfangen – mit der Entwicklung von Strategien, die alle sechs Säulen umfassen, und indem sie Abkürzungen wie mangelhafte Übersetzungen oder generische digitale Angebote vermeiden.“
Top 15 Afrika China Ready Index®-Rangliste (2026)
- Ägypten
- Marokko
- Kenia
- Tansania
- Südafrika
- Mauritius
- Ruanda
- Äthiopien
- Seychellen
- Simbabwe
- Namibia
- Botswana
- Ghana
- Uganda
- Tunesien
Südafrika tritt dem China Ready Programm bei
Im Anschluss an die Ankündigung fand der von CBISN veranstaltete, ausverkaufte „China Ready Workshop“ statt – die erste Auflage in Südafrika. Das von 2026 bis 2028 laufende Trainingsprogramm vermittelt Tourismusfachleuten praxisnahe Werkzeuge in den Bereichen Marketing, digitale Promotion und Strategieentwicklung speziell für chinesische Reisende.
Teilnehmer aus der gesamten touristischen Wertschöpfungskette – darunter Hotels, Destinationsmanagement-Unternehmen und Transportanbieter – nahmen an der Veranstaltung teil, erwarben Weiterbildungspunkte und arbeiteten auf die China Ready-Zertifizierung hin.
Da afrikanische Reiseziele ihre Bemühungen verstärken, vom Boom des chinesischen Auslandsreiseverkehrs zu profitieren, unterstreichen die Ranglisten von 2026 eine klare Botschaft: Vorbereitung ist nicht länger optional – sie ist eine Wettbewerbsnotwendigkeit.



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