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Afrika kann sich nicht länger in Einzelteilen verkaufen

UGEG
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die gemeinsame Tourismusoffensive Ugandas und Ägyptens verdeutlicht eine seit Langem bestehende Herausforderung: Afrika vermarktet sich nach wie vor fragmentiert. Initiativen wie die von der Afrikanische Tourismusbehörde Obwohl vielversprechend, schränken strukturelle Barrieren – Visabeschränkungen und schwache Verbindungen – weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents als einheitliches globales Reiseziel ein.

Der jüngste Schritt Ugandas und Ägyptens, ihre Tourismussektoren gemeinsam zu fördern, ist mehr als eine bilaterale Initiative – er erinnert an eine Idee, die in Afrika schon lange diskutiert, aber selten umgesetzt wurde: den Kontinent als ein einziges Reiseziel zu vermarkten.

Jahrzehntelang haben afrikanische Länder den Tourismus als nationales Projekt betrachtet und um dieselben internationalen Besucher konkurriert, anstatt gemeinsam den Gesamtmarkt zu erweitern. Das Ergebnis ist ein fragmentiertes Angebot, das Reisende zwingt, sich mit komplexen Visabestimmungen, teuren Flugrouten und unzusammenhängenden Reiseerlebnissen auseinanderzusetzen.

Die Partnerschaft zwischen Uganda und Ägypten stellt dieses Modell in Frage.

Indem sie Ugandas Naturschönheiten mit Ägyptens weltbekannten historischen Sehenswürdigkeiten verbinden, vermarkten die beiden Länder nicht einfach nur Reiseziele – sie schnüren ein Erlebnispaket. Genau so funktioniert moderner Tourismus: Reisende suchen zunehmend nach Rundreisen durch mehrere Länder, nicht nach Programmen mit nur einem Stopp.

Das ist keine neue Idee. Das African Tourism Board setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2018 für ein gemeinsames Destinationsmarketing ein. Als privatwirtschaftlich getragene Initiative hat sie konsequent darauf gedrängt, dass sich Afrika der Welt als einheitliche Tourismusmarke präsentiert.

Laut Cuthbert Ncube, dem Vorstandsvorsitzenden des African Tourism Board, ist die Uganda-Ägypten-Initiative genau die Art von Fortschritt, die der Kontinent braucht.

„Das ist ein erfreuliches Beispiel“, bemerkt er – eines, das zeigt, wie Länder über bloße Rhetorik hinausgehen und mit der Umsetzung gemeinsamer Tourismusstrategien beginnen können. Der Tourismusverband selbst bietet afrikanischen Nationen weiterhin Plattformen, um gemeinsam außerafrikanische Märkte zu erschließen, wo das eigentliche Wachstumspotenzial liegt.

Und dennoch bleiben die grundlegenden Hindernisse trotz aller Bemühungen hartnäckig bestehen.

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Afrika zählt nach wie vor zu den schwierigsten Reiseregionen der Welt. Die Visabestimmungen sind weiterhin restriktiv. Flüge zwischen afrikanischen Ländern sind oft umständlich, teuer oder gar nicht verfügbar. Die nationale Politik priorisiert weiterhin Kontrolle gegenüber Koordination. De facto hat Afrika Grenzen errichtet, die seinen eigenen wirtschaftlichen Interessen zuwiderlaufen.

Das ist der Widerspruch im Herzen des afrikanischen Tourismus: ein Kontinent reich an Vielfalt, der jedoch strukturell so gestaltet ist, dass diese Vielfalt nicht leicht erlebbar ist.

Gemeinsame Marketinginitiativen wie die Partnerschaft zwischen Uganda und Ägypten sind wichtig – aber sie reichen nicht aus.

Nahtloses Reisen lässt sich nicht fördern, solange fragmentierte Systeme bestehen. Ein Reiseerlebnis mit mehreren Zielen ist nicht verkaufbar, wenn die Fortbewegung zwischen diesen Zielen kostspielig und kompliziert ist. Und globaler Wettbewerbsfähigkeit ist unmöglich, wenn man weiterhin wie Dutzende kleiner, voneinander unabhängiger Märkte agiert.

Was Afrika braucht, ist nicht nur besseres Marketing, sondern auch eine abgestimmte Strategie.

Die Visaerteilung muss beschleunigt werden. Die Luftfahrtpolitik muss der Konnektivität Vorrang vor dem Protektionismus einräumen. Regionalbündnisse müssen von theoretischen Vereinbarungen zur praktischen Umsetzung übergehen. Ohne diese Änderungen werden selbst die besten Marketingkampagnen scheitern.

Dennoch sollte die Bedeutung der Uganda-Ägypten-Initiative nicht unterschätzt werden.

Es steht für einen Mentalitätswandel – von Konkurrenz zu Kooperation, von Isolation zu Integration. Es signalisiert die wachsende Erkenntnis, dass Afrikas touristische Stärke nicht in einzelnen Ländern liegt, sondern in der kollektiven Kraft seiner Vielfalt.

Die Frage ist nun, ob andere diesem Beispiel folgen werden.

Denn die Realität ist einfach: Afrika kann sich nicht mehr in Einzelteilen verkaufen.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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