PARIS – Französische Flugermittler untersuchen einen Notruf eines Air-France-Fluges, der im vergangenen Monat von Turbulenzen gebeutelt wurde. Der Notruf könnte Licht in die Geschichte des Flugzeugabsturzes im Juni auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris bringen.
Air France-Flug 445 überstand am 29. November auf dem Weg von Rio nach Paris schwere Turbulenzen. Es handelte sich um dieselbe Route, dieselbe Fluggesellschaft und denselben Flugzeugtyp – einen Airbus A330-200 – wie Air France-Flug 447, der am 1. Juni in den Atlantik stürzte und dabei alle 228 Menschen an Bord tötete.
Die französische Unfalluntersuchungsbehörde BEA erklärte, ihre Untersuchung des Vorfalls vom vergangenen Monat könne Aufschluss über den Absturz des Fluges im Juni geben.
Die französische Zeitung Le Figaro berichtete am Donnerstag, dass die Piloten im November den Notruf abgesetzt hätten, als sich das Flugzeug nur noch 10 Seemeilen von der Gegend entfernt befand, in der das unglückselige Flugzeug Monate zuvor abgestürzt war.
Der Jet des Fluges 447 befand sich auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris, als er rund 930 Kilometer vor dem brasilianischen Festland und außerhalb der Radarabdeckung abstürzte. Die Ermittler haben den Absturz noch nicht aufgeklärt.
In einer Erklärung vom 1. Dezember erklärte Air France, eine interne Untersuchung habe ergeben, dass die Piloten etwa vier Stunden nach Flugbeginn im November einen „normalen Sinkflug“ durchgeführt hätten, um eine Zone mit starken Turbulenzen zu vermeiden. Die Piloten hätten per Funk gemeldet, dass der Jet seine Flughöhe verlasse, teilte Air France mit.
Der Flug mit 215 Menschen an Bord sei eine halbe Stunde lang von mäßigen bis starken Turbulenzen geplagt gewesen, sei dann aber normal weitergeflogen, teilte die Fluggesellschaft mit.
Flug 447 war der tödlichste Absturz der Air France. Die Ermittler werden wohl nie herausfinden, was passiert ist, da die Flugschreiber trotz monatelanger Suche im Atlantik nicht gefunden wurden.


