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Berlin entfernt Gedenkstein der Konferenz von 1884, die Afrika spaltete, und löst damit Rufe nach Wiederherstellung aus.

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Geschrieben von Emmanuel Frimpong

Die unerklärte Entfernung einer Gedenktafel in Berlin, die an die Berliner Konferenz von 1884/85 erinnerte – auf der die europäischen Mächte Afrika unter sich aufteilten –, hat international Besorgnis ausgelöst. Wissenschaftler und Interessengruppen warnen davor, dass die Auslöschung solcher Symbole die historische Amnesie hinsichtlich der anhaltenden globalen Folgen des Kolonialismus verstärken könnte.

Die Berliner Konferenz von 1884–1885, die den „Wettlauf um Afrika“ formalisierte, fand statt in Wilhelmstr. 77 in Berlin, die offizielle Residenz des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Das Gebäude wurde später im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber das Gelände, das heute als Wilhelmstr. 92 im Bezirk Mitte ist als Ort dieses entscheidenden Ereignisses gekennzeichnet.

In einer Stadt, die weithin als globales Vorbild für die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit gilt, hat das stille Verschwinden einer historischen Gedenktafel, die mit der Berliner Konferenz von 1884–85 in Verbindung steht, bei Forschern, Kulturorganisationen und Vertretern der afrikanischen Diaspora Besorgnis ausgelöst.

Der Gedenkstein, der den Ort der von Otto von Bismarck einberufenen Konferenz kennzeichnete, wurde kürzlich während eines Besuchs von Mitgliedern des Africa Tourism Research Network (ATRN) und einer Mediendelegation anlässlich der internationalen Reisemesse ITB Berlin als vermisst gemeldet.

Was eigentlich eine routinemäßige Dokumentation einer historischen Stätte hätte sein sollen, offenbarte stattdessen eine Lücke – eine Lücke, die laut Kritikern ein umfassenderes Defizit in der öffentlichen Anerkennung der Weltgeschichte widerspiegelt.


Ein Wendepunkt mit weitreichenden Folgen

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Die Berliner Konferenz zählt zu den folgenreichsten diplomatischen Treffen der modernen Geschichte. Vertreter von 14 Nationen trafen sich in Berlin, um die Aufteilung Afrikas in Kolonialgebiete zu besiegeln – ohne die Anwesenheit oder Zustimmung afrikanischer Vertreter.

Die auf der Konferenz getroffenen Entscheidungen beschleunigten den sogenannten „Wettlauf um Afrika“, der den Kontinent in Grenzen aufteilte, die ethnische, kulturelle und politische Realitäten oft ignorierten. Viele Historiker argumentieren, dass diese Grenzen bis heute die Konflikte, die Herausforderungen der Regierungsführung und die Wirtschaftssysteme in ganz Afrika prägen.

Für viele ist diese Geschichte nicht fern.

„Es ist gelebte Realität“, sagte ein Vertreter von ATRN und merkte an, dass das Erbe extraktiver Wirtschaftsstrukturen und willkürlich gezogener Grenzen noch immer Millionen von Menschen auf dem gesamten Kontinent und in der Diaspora betrifft.


Die Bedeutung des öffentlichen Gedächtnisses

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Historische Gedenktafeln dienen nicht nur der Information. Sie verankern die Erinnerung im physischen Raum und bieten sowohl Einheimischen als auch Besuchern die Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit an dem Ort auseinanderzusetzen, an dem sie sich ereignet hat.

Berlin hat sich insbesondere durch sein Engagement für das Gedenken internationale Anerkennung erworben – von seinen umfangreichen Holocaust-Gedenkstätten bis hin zu Museen, die die schwierigsten Kapitel der Geschichte des Landes dokumentieren.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Entfernung des Gedenksteins zur Berliner Konferenz besonders befremdlich.

Kritiker argumentieren, dass ihr Fehlen eine Chance für die öffentliche Bildung mindert und die Gefahr birgt, dass eine Erzählung in den Hintergrund gerät, die nicht nur für die afrikanische Geschichte, sondern auch für die europäische und globale Geschichte von zentraler Bedeutung ist.

„Im Zeitalter von Fehlinformationen und historischer Amnesie sind physische Erinnerungsstücke von Bedeutung“, sagte ein Kulturforscher, der mit dem Ort vertraut ist. „Sie schaffen Verantwortlichkeit.“


Ein Aufruf zur Wiederherstellung – und Erweiterung

Das Africa Tourism Research Network hat die Berliner Behörden und die UNESCO aufgefordert, die Gedenktafel wiederherzustellen und den Interpretationsbereich des Ortes zu erweitern.

Ihr Vorschlag geht über einen einfachen Ersatz hinaus. Er umfasst die Ergänzung um Multimedia-Exponate, die Integration afrikanischer Perspektiven und die Entwicklung von Lehrmaterialien, die die Folgen der Konferenz umfassender widerspiegeln.

Eine solche Initiative, so die Befürworter, stünde im Einklang mit Deutschlands umfassenderem Bekenntnis zur historischen Verantwortung und würde gleichzeitig die globale Tragweite seiner vergangenen Entscheidungen anerkennen.


Eine globale Geschichte, keine lokale

Das Verschwinden der Gedenktafel hat auch eine breitere Diskussion darüber ausgelöst, wessen Geschichte im öffentlichen Raum bewahrt wird – und wessen Geschichte übersehen wird.

Während Deutschland für die Aufarbeitung seiner Vergangenheit im 20. Jahrhundert viel Lob erhalten hat, stellen Wissenschaftler fest, dass die Kolonialgeschichte vergleichsweise weniger öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hat.

Die Berliner Konferenz ist jedoch nicht nur ein europäisches Ereignis. Sie ist ein entscheidender Moment in der afrikanischen Geschichte und ein Wendepunkt in der Geschichte globaler Macht, Ausbeutung und Widerstand.

Die Wiederherstellung des Gedenksteins, so argumentieren Befürworter, würde ein Signal für einen umfassenderen Ansatz des Gedenkens sein – einen Ansatz, der die Vernetzung der Geschichte über Kontinente hinweg anerkennt.


Eine unvollendete Abrechnung

Bislang ist der Ort noch nicht gekennzeichnet, seine Bedeutung bleibt den Vorbeigehenden verborgen.

Die Geschichte lässt sich, wie viele bereits festgestellt haben, nicht ungeschehen machen. Doch wie sie erinnert – oder vergessen – wird weiterhin von uns entschieden.

In Berlin, einer Stadt, die ebenso sehr auf Erinnerung wie auf Neuerfindung beruht, wird diese Entscheidung erneut hinterfragt.

Über die Autorin

Emmanuel Frimpong

Emmanuel Frimpong ist Tourismusberater, Analyst, Präsident und Gründer des Africa Tourism Research Network, Vizepräsident und Mitbegründer des Africa Medical Tourism Council und CEO von Pishon Consult. Er ist außerdem Dozent, Kolumnist und Destinationsmarketingexperte.

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