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Berlin will Touristen für die Reinigung der Stadt bezahlen.

Top-Städte der Welt für eine Übernachtung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Berlin startet BerlinPay, eine wegweisende Tourismusinitiative, die Besucher für umweltfreundliches Verhalten wie die Reinigung öffentlicher Plätze belohnt. Inspiriert vom erfolgreichen Kopenhagener Programm CopenPay spiegelt BerlinPay einen globalen Trend hin zu nachhaltigem, anreizbasiertem Tourismus wider und hat zum Ziel, Touristen von passiven Besuchern zu aktiven Gestaltern des städtischen Umfelds zu machen.

Berlin bereitet die Einführung einer innovativen Tourismusinitiative vor, die den Umgang von Reisezielen mit den Auswirkungen von Besuchern grundlegend verändern könnte. Die bevorstehende Initiative der deutschen Hauptstadt „BerlinPay“ Das Programm zielt darauf ab, Touristen für umweltbewusstes Verhalten zu belohnen – vom Aufsammeln von Müll bis hin zur Unterstützung lokaler Gemeinschaftsprojekte – und markiert damit einen Wandel von der Durchsetzung hin zu Anreizen.

Das Pilotprojekt, dessen Start für Sommer 2026 geplant ist, wird von visitBerlin in Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden entwickelt und konzentriert sich insbesondere auf Wasserwege und öffentliche Räume. Die Teilnehmer erhalten Vorteile wie Rabatte, Erlebnisse oder Dienstleistungen von lokalen Partnern aus den Bereichen Gastgewerbe, Kultur und Mobilität.


Ein neues Modell zur Bewältigung des Übertourismus

BerlinPay spiegelt einen umfassenderen Wandel in der globalen Tourismuspolitik wider. Da Berlin jährlich Millionen von Besuchern empfängt, suchen die Verantwortlichen der Stadt verstärkt nach Wegen, wirtschaftliche Vorteile mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.

Anstatt sich ausschließlich auf Bußgelder oder Einschränkungen zu verlassen, führt BerlinPay ein „positives Verstärkungsmodell“, das dazu ermutigt Besucher sollen aktiv zu den Reisezielen beitragen, die sie besuchen. Dieses Konzept entspricht einem wachsenden globalen Trend hin zu einer sogenannten „Erlebnisökonomie“, in der der Wert von Reisen nicht nur an den Ausgaben, sondern auch am Beitrag gemessen wird.


Inspiriert von Kopenhagens Erfolgsgeschichte

Die Berliner Initiative ist stark von der Kopenhagener Initiative inspiriert. CopenPay Das Programm gilt weithin als Vorreiter des belohnungsbasierten Tourismus.

Das 2024 gestartete und 2025 erweiterte dänische Programm bietet Besuchern Anreize, Fahrrad zu fahren, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Kanäle zu reinigen, und belohnt sie im Gegenzug mit kostenlosen Kulturangeboten oder Ermäßigungen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert:

  • Mehr als 30,000 Teilnehmer schloss sich der Initiative an
  • Fahrradverleih erhöht um 59%
  • Die Mehrheit der Teilnehmer berichtete, anschließend nachhaltigere Gewohnheiten angenommen zu haben.

Der Erfolg von CopenPay hat zur Entwicklung von ZielZahlung, ein globaler Rahmen, der Städte weltweit dazu ermutigt, ähnliche Modelle zu übernehmen – wobei Berlin zu den Vorreitern gehört.


Weitere Beispiele aus aller Welt: gemischte Ergebnisse und wachsendes Interesse

Berlin ist nicht die einzige Stadt, die mit incentivbasiertem Tourismus experimentiert. Weltweit erproben Destinationen ähnliche Ansätze – einige erfolgreich, andere noch in der Entwicklung:

🇫🇷 Normandie, Frankreich – Anreize für klimafreundliches Reisen

Die Normandie bietet Besuchern, die mit dem Zug oder Bus anreisen und nachhaltige öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Ermäßigungen. Das Programm hat dazu beigetragen, die mit dem Tourismus verbundenen Emissionen zu reduzieren und wird nun ausgeweitet.

🇩🇰 Kopenhagen – CopenPay (sehr erfolgreich)

Das Vorzeigebeispiel zeichnet sich durch eine starke Beteiligung und messbare Verhaltensänderungen aus, mit hohen Zufriedenheitsraten und internationalem Interesse an einer Nachahmung.

🌍 Globales „DestinationPay“-Framework

Mehr als 100 Reiseziele weltweit haben Interesse an der Einführung ähnlicher Systeme bekundet, was auf eine rasche Dynamik hindeutet – aber auch Fragen hinsichtlich der Skalierbarkeit und der langfristigen Finanzierung aufwirft.

Herausforderungen und Einschränkungen

Trotz anfänglicher Erfolge weisen Experten auf mögliche Herausforderungen hin:

  • Abhängigkeit von Partnerschaften mit lokalen Unternehmen
  • Schwierigkeiten bei der Messung der langfristigen Umweltauswirkungen
  • Gefahr des „Greenwashings“, wenn die Anreize nicht sinnvoll sind

Berlins Chance – und Testfall für Europa

BerlinPay wird als wichtiger Testfall für große urbane Destinationen dienen, die nach Alternativen zu restriktiven Tourismuspolitiken wie Besucherbegrenzungen oder Steuern suchen.

Bei Erfolg könnte die Initiative Folgendes bewirken:

  • Verbesserung der städtischen Sauberkeit und des Umweltbewusstseins
  • Steigern Sie die Besucherbindung durch sinnvolle Erlebnisse
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Tourismus

Der Erfolg wird jedoch von der Beteiligungsquote, dem Engagement der Partner und der Frage abhängen, ob die Touristen die Idee des „Zurückgebens“ als Teil ihres Reiseerlebnisses annehmen.


Ein Wandel vom Konsum zum Beitrag

Da der globale Tourismus voraussichtlich ein bestimmtes Niveau erreichen wird 1.8 Milliarden internationale Ankünfte bis 2030Städte stehen zunehmend unter Druck, traditionelle Modelle zu überdenken.

BerlinPay steht für die wachsende Überzeugung, dass die Zukunft des Tourismus nicht in der Begrenzung der Besucherzahlen liegt, sondern in sie in aktive Mitwirkende zu verwandeln.

Ob sich dieser Ansatz skalieren lässt – und Städte wie Berlin tatsächlich sanieren kann – bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Ära des passiven Tourismus neigt sich rasch dem Ende zu.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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