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Ein beispielloser Ratschlag des Präsidenten nicht nur für Christen und Deutsche

Präsident Frank Walter Steinmer und seine Frau Elke Büdenbender
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die heutige Weihnachtsadresse
von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Schloss Bellevue in Berlin ist eine Botschaft, der die ganze Welt Aufmerksamkeit schenken sollte. Ein ausgewogener, dringender und globaler Weg nach vorne von einem Staatsoberhaupt mit Visionen und Realitätssinn.

Frank-Walter Steinmeier ist der zwölfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland:

Meine Mitdeutschen, meine Frau Elke Büdenbender und ich senden Ihnen allen zu Weihnachten unsere herzlichsten Grüße.

Ob Sie diese Tage allein oder mit der Familie verbringen, in einer festlichen Wohnung oder in der Nachtschicht, im Zimmer eines Pflegeheims, als Krankenpfleger oder Arzt auf der Station oder im Dienst bei Polizei oder Feuerwehr – wo immer Sie sind zufällig: Wir wünschen Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, sehen wir vieles, was uns Sorgen macht, aber auch vieles, was uns Angst gemacht hat. Wir erinnern uns an die Flutkatastrophe im Sommer. Wir erinnern uns an unsere Soldaten, die aus Afghanistan nach Hause zurückgekehrt sind, und auch an die Menschen, die inmitten von Leid und Hunger dort geblieben sind. Die Nachrichten, die wir aus vielen Regionen unserer turbulenten Welt, auch und insbesondere aus Osteuropa, hören, beunruhigen uns.

Und doch hat das vergangene Jahr auch vieles gesehen, was uns Hoffnung gibt.

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Ich denke an die enorme Solidarität mit den Flutopfern, an die Spenden und vor allem an die große praktische Hilfe. Ich denke an die vielen jungen und weniger jungen Menschen, die sich für den Umweltschutz und den Klimaschutz einsetzen. Und ich denke an Sie alle, die bei wichtigen Wahlen ihre Stimme abgegeben haben, und an die demokratische Machtübergabe in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts.

Viele Menschen schauen nun neugierig und hoffnungsvoll auf eine neue Bundesregierung, die sich im Dienste unseres Landes ehrgeizige Ziele gesetzt hat.

Vor allem aber denke ich an das Engagement von Ehrenamtlichen in allen Ecken unserer Gesellschaft. So viel wird im Hintergrund gemacht, tagein, tagaus; so viele Leute krempeln die Ärmel hoch und helfen wie selbstverständlich. Sie alle weben Tag für Tag das Netzwerk, das das positive Gefüge unserer Gesellschaft ausmacht und zusammenhält.

Ja, und dann ist da noch COVID-19.

Bald ist es zwei Jahre her, dass die Pandemie begonnen hat, unser Leben zu dominieren – hier und auf der ganzen Welt.

Selten haben wir die Verletzlichkeit unseres menschlichen Lebens und die Unvorhersehbarkeit der Zukunft so unmittelbar gespürt – den nächsten Monat, die nächste Woche, ja sogar den nächsten Tag. Gerade jetzt sehen wir uns wieder stärkeren Einschränkungen gegenüber, um uns vor einer neuen Variante des Virus zu schützen.

Aber wir haben auch gelernt, dass wir nicht machtlos sind. Wir können uns und andere schützen. Ich freue mich, dass die allermeisten das Potenzial der Impfung erkannt haben. Wie viel Leid, wie viele Tote hat es bisher verhindert!

Selten hatte unser Staat eine solche Verantwortung, die Gesundheit und das Leben seiner Menschen zu schützen?

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, braucht es fachkundige Wissenschaftler, Ärzte und Pflegepersonal, verantwortliche Strafverfolgungsbehörden und Mitarbeiter der öffentlichen Hand. Sie alle geben ihr Bestes. Und sie alle gewinnen neue Erkenntnisse, korrigieren Annahmen, die sich als falsch erwiesen haben, und passen Maßnahmen an. Leute können machen
Fehler, aber sie lernen auch.

Der Staat hat also eine Verpflichtung und muss handeln, aber nicht nur der Staat.

Der Staat kann bei uns keine Schutzmasken aufsetzen und auch nicht bekommen
Impfung in unserem Auftrag.

Nein, es liegt an jedem einzelnen von uns, seinen Beitrag zu leisten!

Ich möchte mich von ganzem Herzen bei der großen, oft schweigenden Mehrheit in unserem Land bedanken, die seit Monaten umsichtig und verantwortungsbewusst handelt. Denn sie haben erkannt, dass wir mehr denn je aufeinander angewiesen sind – ich auf andere und andere auf mich.

Natürlich gibt es hier Streit.

Natürlich gibt es Unsicherheiten und Ängste, und es ist wichtig, diese anzugehen. In unserem Land wird niemand daran gehindert. Entscheidend ist, wie wir über diese Themen sprechen – in unseren Familien, mit unseren Freunden, in der Öffentlichkeit. Wir spüren, dass nach zwei Jahren die Frustration wächst; Reizbarkeit ist weit verbreitet; Wir sehen zunehmend Entfremdung und leider auch offene Aggression.

Es stimmt, dass wir in einer Demokratie nicht alle der gleichen Meinung sein müssen. Aber ich appelliere an Sie, sich daran zu erinnern: Wir sind ein Land.

Auch nach der Pandemie müssen wir uns noch in die Augen sehen können. Und wenn die Pandemie vorbei ist, wollen wir immer noch miteinander leben.

Die Pandemie wird kein jähes Ende nehmen. Es wird uns noch lange beschäftigen. Und sie verändert uns bereits, hinterlässt sogar Spuren in unserer Alltagssprache. Wir mussten uns nicht nur mit neuen Begriffen – wie „Inzidenz“ oder „2G+“ – vertraut machen. Nein, auch unsere kostbaren alten Worte bekommen eine dringende neue Qualität.

Was bedeutet zum Beispiel Vertrauen? Offensichtlich kein blindes Vertrauen. Aber könnte es vielleicht auch bedeuten, mich auf kompetente Beratung zu verlassen, auch wenn meine eigenen Zweifel nicht ganz ausgeräumt sind?

Was bedeutet Freiheit?

Ist Freiheit ein lauter Protest gegen jede einzelne Regelung? Oder bedeutet es nicht manchmal auch, dass ich mich selbst einschränke, um die Freiheit anderer zu wahren?

Was bedeutet Verantwortung?

Sagen wir einfach: „Das müssen die Leute selbst entscheiden“?

Stimmt es nicht, dass meine Entscheidung tatsächlich auch viele andere Menschen betrifft?

Freiheit, Vertrauen, Verantwortung: Das ist etwas, worüber wir uns verständigen müssen – auch in Zukunft, aber auch bei anderen großen Themen wie dem Klimaschutz. Auch hier wird es keine einzige richtige Antwort geben, die alle überzeugt.

Vielmehr werden wir uns immer wieder aufs Neue einigen müssen. Und ich bin sicher, dass wir uns einigen können.

Dass wir das können, haben wir ja schon oft bewiesen.

Meine Mitdeutschen, an Weihnachten vor mehr als 50 Jahren umkreisten die Menschen zum ersten Mal den Mond. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Bilder: Dort oben im All, im Moment des größten menschlichen Fortschritts, war unsere kleine, verwundbare Erde sichtbar wie nie zuvor. Hier hatte der ganze Fortschritt begonnen, und hier leben wir alle mit unseren Lasten und Hoffnungen, mit unserem Leid und unserer Freude.

Bei dieser Gelegenheit verlasen die drei Apollo-8-Astronauten den Beginn der biblischen Schöpfungsgeschichte – und beendeten ihre Weihnachtsbotschaft mit den Worten „Gott segne euch alle auf der guten Erde“.

Meine Mitdeutschen, das ist der Wunsch, den meine Frau und ich für Sie und für uns haben: dass sie auch weiterhin die gute Erde für uns alle bleibt, dass es hier eine gute Zukunft für uns alle gibt. Frohe Weihnachten!

Wer ist Frank Walter Steinmeier?

Frank-Walter Steinmeier wurde am 5. Januar 1956 in Detmold (Kreis Lippe) geboren. Er ist seit 1995 mit Elke Büdenbender verheiratet. Sie haben eine Tochter.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Blomberg und dem zweijährigen Militärdienst begann Frank-Walter Steinmeier 1976 sein Studium der Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ab 1980 studierte er zusätzlich Politikwissenschaft. 1982 legte er die erste juristische Staatsprüfung ab und absolvierte anschließend sein Referendariat in Frankfurt am Main und Gießen. Diese Ausbildung schloss er mit dem zweiten juristischen Staatsexamen 1986 ab und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. 1991 wurde er mit seiner Dissertation zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert „Obdachlose Bürger – die Pflicht zur Wohnungsversorgung und das Recht auf eine Bleibe. Traditionen und Perspektiven staatlicher Interventionen zur Vorbeugung und Überwindung von Obdachlosigkeit“.

Im selben Jahr wechselte Frank-Walter Steinmeier in die Staatskanzlei des Landes Niedersachsen in Hannover, wo er als Referent für Medienrecht und Medienpolitik tätig war. 1993 übernahm er die Amtsleitung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Im darauffolgenden Jahr wurde er zum Leiter der Abteilung für politische Leitlinien und interministerielle Koordination und Planung ernannt. Zwei Jahre später wurde er Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen.

1998 wurde er Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragter der Bundesregierung für die Nachrichtendienste des Bundes. Ab 1999 war er auch Chef des Bundeskanzleramts. Frank-Walter Steinmeier wurde 2005 zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt und war ab 2007 auch Vizekanzler. 2009 errang er einen direkt gewählten Sitz in einem Wahlkreis im Land Brandenburg und wurde ein Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Deutschen Bundestag wählte ihn zum Vorsitzenden. Vier Jahre später wurde er zum zweiten Mal Bundesaußenminister und bekleidete diese Funktion bis Januar 2017.

Frank-Walter Steinmeier hat zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, darunter den Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung, den Europa-Preis für politische Kultur, den Bosporus-Preis für Europäische Verständigung, den Willy-Brandt-Preis, den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing und die Ökumenische Preis der Katholischen Akademie Bayern. Ehrendoktorwürden der Universität Paderborn, der Hebräischen Universität Jerusalem, der Universität Piräus und der Uraler Bundesuniversität Jekaterinburg. Außerdem ist er Ehrenbürger der Städte Sibiu und Reims.

Frank-Walter Steinmeier wurde am 12. Februar 2017 zum zwölften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

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Über den Autor

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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