Willkommen bei eTurboNews | eTN   Klicken, um markierten Text zu hören! Willkommen bei eTurboNews | eTN

Zu unseren Stellenangeboten iWenn Sie Neuigkeiten zu teilen haben

Luftfahrt-Nachrichten Airline-Nachrichten Reise-Nachrichten brechen China Reisenachrichten eTN Aktuelle Reisenachrichten News Neuigkeiten zu Reisezielen Reisenachrichten aus den VAE

Emirates erweitert China-Präsenz durch Interline-Abkommen mit Loong Air angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs zwischen der Golfregion und China

Loongair
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Emirates hat seine China-Strategie durch ein neues Interline-Abkommen mit der in Hangzhou ansässigen Loong Air erweitert und damit den Zugang zu 22 zusätzlichen Inlandszielen eröffnet. Die Partnerschaft unterstreicht den zunehmenden Wettbewerb im Luftverkehr zwischen der Golfregion und China sowie die wachsende Nachfrage nach nahtlosen Verbindungen in Chinas schnell wachsende Metropolen – sowohl für Geschäfts- als auch für Freizeitreisende.

Die in Dubai ansässige Emirates hat ein neues Interline-Abkommen mit der chinesischen Zhejiang Loong Airlines unterzeichnet. Dies stärkt ihre Präsenz im Inland auf einem der wettbewerbsintensivsten Luftfahrtmärkte der Welt und signalisiert einen erneuten Vorstoß der Golf-Fluggesellschaften, ihre Präsenz auf dem chinesischen Festland zu vertiefen.

Die Partnerschaft, die ab sofort gilt, ermöglicht Emirates-Passagieren den Zugang zu 22 weiteren chinesischen Städten über die Drehkreuze von Loong Air in Hangzhou, Shenzhen und Hongkong. Reisende können künftig Flugrouten mit einheitlichen Gepäckbestimmungen und Tarifbedingungen buchen und so Anschlussflüge über die bestehenden Emirates-Drehkreuze hinaus vereinfachen.

Ausbau einer strategischen China-Präsenz

China ist seit langem ein Markt mit hoher Priorität für Emirates, die 2004 erstmals Flüge auf dem chinesischen Festland aufnahm. Heute bedient die Fluggesellschaft Peking, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen und Hangzhou mit 49 wöchentlichen Flügen unter Einsatz von Airbus A380, A350 und Boeing 777.

Die Interline-Vereinbarung erfolgt im Zuge der Kapazitätserweiterung und des Ausbaus des Produktangebots von Emirates, das speziell auf chinesische Reisende zugeschnitten ist. Die Fluggesellschaft hat kürzlich auf neuen Strecken Premium-Economy-Kabinen eingeführt und ihren Flaggschiff-Service mit dem A380 nach Shanghai wieder aufgenommen. Damit stärkt sie ihre Positionierung als Premium-Langstreckenanbieter, der sowohl Freizeitreisende als auch Geschäftsreisende mit hohem Umsatzpotenzial anspricht.

Durch die Partnerschaft mit Loong Air will Emirates seine Verbindungen auf sekundäre und aufstrebende chinesische Märkte ausweiten, darunter Zhengzhou, Changchun, Haikou, Xiangyang und Dazhou – Städte, in denen die Nachfrage nach Auslandsreisen wächst, die aber durch Langstreckenflüge unzureichend bedient werden.

Branchenanalysten weisen darauf hin, dass Interline-Partnerschaften in China zunehmend an Bedeutung gewinnen, da ausländische Fluggesellschaften dort mit regulatorischen Beschränkungen und einem starken Wettbewerb durch inländische Fluggesellschaften konfrontiert sind.

Wer ist Loong Air?

Loong Air ist zertifiziert als 3-Sterne-Fluggesellschaft für die Qualität der Produkte und des Personalservices am Flughafen und an Bord. Die Produktbewertung umfasst Sitze, Annehmlichkeiten, Speisen und Getränke, IFE, Sauberkeit usw., die Servicebewertung gilt sowohl für das Kabinenpersonal als auch für das Bodenpersonal.

„Loong Air ist in erster Linie eine Inlandsfluggesellschaft mit einigen regionalen und internationalen Strecken. Der Produktstandard in der Super Economy Class ist zufriedenstellend; sie bietet im Wesentlichen mehr Beinfreiheit und einen verbesserten Flughafenservice. Die Economy Class entspricht dem typischen Niveau chinesischer Inlandsflüge. Der Service des Kabinenpersonals ist zwar funktional, lässt aber an Servicequalität und Gastfreundschaft zu wünschen übrig, und die Sprachkenntnisse sind mangelhaft.“ 

Loong Air wurde 2011 gegründet und hat ihren Sitz in Hangzhou. Sie repräsentiert eine neue Generation privater chinesischer Fluggesellschaften mit Fokus auf regionales Wachstum. Seit der Aufnahme des Passagierbetriebs im Jahr 2013 hat die Airline ihr Inlandsangebot in Ost-, Zentral-, Südwest- und Nordwestchina ausgebaut und gleichzeitig ihre internationale Präsenz kontinuierlich gestärkt.

Loong Air unterhält Niederlassungen in Xi'an, Chengdu und Guangzhou und positioniert sich damit strategisch im sich wandelnden chinesischen Luftfahrtsektor. Ihr internationales Streckennetz ist im Vergleich zu den drei großen staatlichen Fluggesellschaften – Air China, China Eastern und China Southern – noch relativ klein, doch Partnerschaften mit globalen Fluggesellschaften wie Cathay Pacific und Uzbekistan Airways haben dazu beigetragen, ihre Reichweite zu vergrößern.

Für Emirates bietet die Zusammenarbeit mit einer kleineren chinesischen Fluggesellschaft wie Loong Air Flexibilität und Zugang zu neuen Märkten, ohne sich ausschließlich auf größere, staatlich kontrollierte Konkurrenten verlassen zu müssen.

Der Wettbewerb im Golf-China-Korridor verschärft sich

Das Abkommen unterstreicht auch den zunehmenden Wettbewerb zwischen Fluggesellschaften aus der Golfregion und Eurasien um Passagiere nach China, insbesondere da die Reisenachfrage nach den Einschränkungen der Pandemiezeit wieder ansteigt.

Emirates steht im starken Wettbewerb mit Qatar Airways und Etihad Airways, die beide ihre Codeshare-Abkommen und Partnerschaften mit chinesischen Fluggesellschaften ausgebaut haben, um Transitpassagiere zwischen Asien, Europa, Afrika und dem Nahen Osten zu gewinnen. Turkish Airlines nutzt die geografische Lage Istanbuls und zielt mit einem wachsenden Streckennetz ebenfalls aggressiv auf den chinesischen Passagierverkehr ab.

Chinas eigene Fluggesellschaften verstärken derweil ihre Langstreckenstrategien, unterstützt durch staatliche Maßnahmen zur Förderung der globalen Vernetzung. Das Star-Alliance-Netzwerk von Air China, die SkyTeam-Reichweite von China Southern und die umfangreichen Inlandsverbindungen von China Eastern stellen eine ernstzunehmende Konkurrenz für ausländische Fluggesellschaften dar, die um Marktanteile in China werben.

Emirates unterhält bereits Partnerschaften mit Air China, China Southern Airlines und Sichuan Airlines und hat dadurch Zugang zu über 110 weiteren Zielen in China. Das Abkommen mit Loong Air ergänzt diese bestehenden Beziehungen, indem es den Fokus auf aufstrebende Städte anstatt auf große Metropolen legt.

Strategien für digitale Zahlungen und Lokalisierung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der China-Strategie von Emirates ist die Lokalisierung des Kundenerlebnisses. Tickets im Rahmen der neuen Interline-Vereinbarung können über die Emirates-Website, Online-Reisebüros oder globale Vertriebssysteme erworben werden. Zu den Zahlungsoptionen gehören WeChat Pay und Alipay – wichtige Instrumente, um chinesische Reisende zu erreichen, die mit digitalen Geldbörsen vertraut sind.

Fluggesellschaften, die in China operieren, setzen zunehmend auf maßgeschneiderte digitale Ökosysteme und Partnerschaften mit lokalen Plattformen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Insbesondere Fluggesellschaften aus der Golfregion haben massiv in Mandarin-sprachige Dienstleistungen, lokales Marketing und kulturell angepasste Bordprodukte investiert.

Ein Tor zu Chinas Sekundärstädten

Für Chinas Tourismus- und Wirtschaftssektor könnte eine verbesserte internationale Anbindung an kleinere Städte den Auslandstourismus und die Investitionen ankurbeln. Hangzhou beispielsweise hat sich zu einem bedeutenden Technologie- und Innovationszentrum entwickelt, während Shenzhen sein Wachstum als globales Produktions- und Finanzzentrum fortsetzt.

Die Interline-Vereinbarung entspricht auch den allgemeinen Trends in der Luftfahrtbranche, da Fluggesellschaften flexible Partnerschaften kostspieligen Streckenausbauten vorziehen. Anstatt neue Direktflüge in komplexe regulatorische Umfelder einzuführen, setzen ausländische Fluggesellschaften zunehmend auf regionale Partner, um ihre Streckennetze zu erweitern.

Da die globale Luftfahrt in eine neue Phase eintritt, die von Geopolitik, Handelsdynamik und sich verändernden Reisemustern geprägt ist, unterstreicht die Zusammenarbeit von Emirates mit Loong Air, wie strategische Partnerschaften zu unverzichtbaren Instrumenten im Wettlauf um Chinas riesigen und sich entwickelnden Reisemarkt werden.

Da Golf-Airlines, chinesische Fluggesellschaften und europäische Konkurrenten alle um einen Anteil an der Erholung Asiens wetteifern, spiegelt das Abkommen zwischen Emirates und Loong Air eine breitere Branchenrealität wider: Die Anbindung über die Mega-Drehkreuze hinaus könnte das nächste Schlachtfeld in der internationalen Luftfahrt bestimmen.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

Hinterlasse einen Kommentar

Klicken, um markierten Text zu hören!