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Gefährliche Sahara-Staubkrise trifft Gran Canaria, während der Tourismus seinen Höhepunkt erreicht und die Luftqualität einen Notfallzustand erreicht.

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Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die Behörden auf Gran Canaria lassen Besucher im Dunkeln – oder besser gesagt, im Staub –, während die Insel den zweiten Tag in Folge unter gefährlicher Luftverschmutzung leidet. Kritiker werfen den Verantwortlichen vor, inmitten des Tourismusbooms die Schwere der sich zuspitzenden Gesundheitskrise nicht ausreichend zu kommunizieren.

Playa del Inglés, Gran Canaria — Auf Gran Canaria entsteht eine gefährliche Kombination aus rekordverdächtigem Tourismus und extremer Luftverschmutzung: Hotels und Ferienwohnungen sind zu Rekordpreisen ausgebucht, während sich die Luftqualität auf lebensbedrohliche Werte verschlechtert hat.

Rekordtourismus trifft auf Umweltnotstand

Beliebte Reiseziele wie Playa del Inglés sind derzeit komplett ausgebucht, Hotels und Airbnbs erzielen Rekordpreise angesichts des starken Anstiegs europäischer Besucher. Tourismusunternehmen bezeichnen den aktuellen Zustrom als einen der stärksten seit Jahren.

Doch während die Geschäfte florieren, erzählen die Bedingungen vor Ort eine andere Geschichte.

Saharastaub färbt den Himmel grau, die Luft wird gesundheitsschädlich.

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Ein schlimmer Calima Ein durch Saharastaub, der über den Atlantik weht, verursachtes Ereignis hat die Insel in dichten, grauen Dunst gehüllt. Obwohl die Sonne über der Staubschicht weiterhin sichtbar ist, hat sich die Luftqualität am Boden deutlich verschlechtert.

Gestern wurde die Luftqualität bereits als gesundheitsgefährdend eingestuft. Heute hat sich die Lage weiter verschlechtert. PM2.5-Werte erreichen einen Höchstwert von 369. ein Hinweis auf extreme Feinstaubbelastung.

Luftqualitätsindex signalisiert Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit

AQI-Wert Kategorie Gesundheitsbedeutung
0 - 50 Gut Die Luftqualität ist zufriedenstellend.
151 - 200 Ungesund Es können gesundheitliche Auswirkungen auftreten.
301 Gefährlich Gesundheitswarnung vor Notfallbedingungen.

Ein AQI-Wert über 300 gilt als gesundheitsgefährdend. 369Die Lage auf Gran Canaria befindet sich eindeutig im Notstandsbereich.

Zum Vergleich empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation einen 24-Stunden-Grenzwert für die PM2.5-Belastung von nur 15wodurch die aktuellen Werte höher sind als 24 mal höher als der empfohlene Grenzwert.

Weitverbreitete Gesundheitsbeschwerden unter Besuchern

Gesundheitsdienstleister und Hotelangestellte berichten von einer steigenden Zahl von Touristen mit folgenden Problemen:

  • Laufende Nase und Reizung der Nebenhöhlen
  • Anhaltende Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Brennende Augen und Halsschmerzen
  • Atembeschwerden in schwereren Fällen

Bei diesen Verschmutzungsgraden warnen Experten, dass Die gesamte Bevölkerung ist gefährdet, nicht nur gefährdete Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

PM2.5-Partikel – etwa 30 Mal kleiner als ein menschliches Haar – können tief in die Lunge eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen, was eine ernsthafte Gesundheitsgefahr darstellt.

Der Tourismus geht trotz Warnungen weiter.

Trotz der gesundheitsschädlichen Luft bleiben die meisten Besucher auf der Insel, viele halten sich lieber drinnen auf oder meiden den Aufenthalt im Freien. An den Stränden, die normalerweise die Hauptattraktion sind, ist während der Stunden mit dem stärksten Staubausbruch deutlich weniger los.

Die lokalen Behörden müssen die wirtschaftlichen Vorteile eines Tourismus mit voller Kapazität gegen die dringende Notwendigkeit von Aufklärungskampagnen zur öffentlichen Gesundheit abwägen.

Offizielle Empfehlung: Exposition sofort begrenzen

Die Behörden mahnen zu strengen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Bleiben Sie drinnen und halten Sie die Fenster geschlossen.
  • Vermeiden Sie körperliche Aktivität im Freien
  • Nutzen Sie Klimaanlagen oder Luftreinigungssysteme.
  • Tragen Sie im Freien Schutzmasken (FFP2/KN95).
  • Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sich die Symptome verschlimmern

Ausblick ungewiss

Meteorologen sagen, dass die Dauer des Calima von sich ändernden Windmustern abhängt, eine sofortige Linderung ist nicht garantiert.

Während Gran Canaria mit einer der schwersten Umweltkatastrophen der jüngeren Geschichte konfrontiert ist, ist der Kontrast frappierend: eine ausgebuchte Insel unter grauem Himmel, wo das Paradies noch sichtbar ist – aber die Luft zu einer ernsthaften Bedrohung geworden ist.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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