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Hawaiis Touristensteuer „Green Fee“ stößt auf rechtliches Hindernis

Nordufer
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die umstrittene Touristensteuer „Green Fee“ auf Hawaii, die zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und zur Eindämmung des Übertourismus gedacht war, wurde von einem Bundesgericht teilweise blockiert. Dieser Schritt verdeutlicht einen globalen Trend im Tourismus hin zu zahlungskräftigeren, aber umweltschonenderen Besuchern, da Reiseziele darum ringen, fragile Ökosysteme zu schützen und gleichzeitig ihre Wirtschaft zu erhalten.

Hawaiis Bemühungen, sein Tourismusmodell durch eine neue, klimaorientierte Besuchersteuer umzugestalten, sind auf ein rechtliches Hindernis gestoßen, doch die dahinterstehende politische Debatte spiegelt einen viel umfassenderen Kampf wider, mit dem Inseldestinationen weltweit konfrontiert sind: Wie lassen sich Übertourismus eindämmen, fragile Umweltbedingungen schützen und kaufkräftigere, umweltschonendere Besucher anlocken?

Die sogenannte „Grüne Gebühr“, erlassen als Gesetz 96Das Gesetz wurde 2025 von Gouverneur Josh Green unterzeichnet und trat damit in Kraft. Es erhöht Hawaiis Steuer für vorübergehende Unterkünfte (TAT) auf Hotels und Kurzzeitvermietungen und dehnt erstmals in den Vereinigten Staaten eine ähnliche Steuer auf Kreuzfahrtpassagiere, wobei Kreuzfahrtkabinen als vorübergehende Unterkünfte behandelt werden, während die Schiffe in hawaiianischen Häfen vor Anker liegen.

Staatsbeamte schätzen, dass die Maßnahme zu einem Anstieg führen könnte. rund 100 Millionen Dollar jährlich, die für Klimaresilienz, Umweltschutz und Infrastrukturprojekte wie Küstenschutz, Waldbrandbekämpfung und Ökosystemwiederherstellung vorgesehen sind.

Eine rechtliche Pause, kein politischer Rückzug

Letzte Woche hat ein Bundesberufungsgericht vorübergehend blockierte den Kreuzfahrt-bezogenen Teil der SteuerDamit schloss sich das Gericht den Interessen der Kreuzfahrtindustrie an, die argumentiert, die Abgabe verletze verfassungsrechtliche und maritime Handelsbestimmungen. Die Steuererhöhungen für Hotels und Ferienwohnungen bleiben jedoch bestehen.

Offizielle Vertreter Hawaiis erklären, sie seien weiterhin zuversichtlich, dass das Gesetz letztendlich einer rechtlichen Überprüfung standhalten werde, und stellen die Green Fee als notwendige Reaktion auf den Klimawandel dar, der sowohl die Einwohner als auch die langfristige Lebensfähigkeit des Tourismus bedrohe.

Übertourismus im Zentrum der Debatte

Hawaiis Entscheidung hat ihren Ursprung in jahrelangen Spannungen zwischen dem Wachstum des Tourismus und den lokalen Kapazitäten. Da der Tourismus etwa ein Viertel der Wirtschaft des Bundesstaates ausmacht, haben sich die Besucherzahlen seit der Pandemie stark erholt – gleichzeitig aber auch die Sorgen um Überfüllung, die Belastung der Infrastruktur, Wohnungsnot und die Schädigung fragiler Ökosysteme.

Waldbrände, Stranderosion, die Belastung der Korallenriffe und Wasserknappheit haben die Dringlichkeit des Problems verschärft. Politiker argumentieren, dass traditionelle Finanzierungsquellen nicht ausreichen, um die steigenden Kosten der Klimaanpassung zu decken, und dass Besucher – die direkt von Hawaiis Naturschätzen profitieren – einen größeren Teil der finanziellen Verantwortung tragen sollten.

„Wert vor Volumen“ als Zielsetzung

Die Green Fee ist zwar keine explizite Maßnahme zur Besuchersegmentierung, ihre Struktur entspricht jedoch einer wachsenden Strategie globaler Reiseziele: dem Wechsel von Massentourismus mit geringem Ertrag zu weniger, aber kaufkräftigere Besucher.

Tourismusökonomen weisen darauf hin, dass moderate Steuererhöhungen tendenziell nur geringe Auswirkungen auf wohlhabende Fernreisende haben, da diese weniger preissensibel sind und oft eher bereit, Gebühren im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Im Gegensatz dazu wird der Kreuzfahrttourismus – der häufig mit geringeren Pro-Kopf-Ausgaben an Land einhergeht – seit Langem wegen seiner Umweltbelastung und des hohen Infrastrukturbedarfs kritisiert.

Durch die Angleichung der Steuern für Kreuzfahrtbesucher an die Steuern für landbasierte Unterkünfte will Hawaii gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und Kosten, die zuvor von den lokalen Gemeinden getragen wurden, internisieren.

Ein globaler Präzedenzfall entsteht

Die Green Fee auf Hawaii wird von Reisezielen weltweit, die mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben – von Venedig und Barcelona bis zu den Galapagosinseln und Bali –, genau beobachtet. Sollte sie beibehalten werden, könnte sie sich zu einem wichtigen Faktor entwickeln. Vorlage für eine klimabezogene Tourismusbesteuerung in anderen ökologisch sensiblen Regionen.

Die einstweilige Verfügung des Gerichts hat vorerst einen Teil des Plans verzögert. Die grundlegendere Frage bleibt jedoch ungeklärt: Wie können vom Tourismus abhängige Reiseziele ihre Widerstandsfähigkeit stärken, ihre Gemeinden schützen und Erfolg neu definieren – nicht anhand der Besucherzahlen, sondern anhand des verantwortungsvollen Reiseverhaltens der Besucher?

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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