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Erkenntnisse der Aviation World Safety Conference der IATA

IATA: Rekordauslastung im August, gestiegene Passagiernachfrage
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die International Air Transport Association (IATA) hat bei der heutigen Eröffnung der World Safety and Operations Conference (WSOC) im chinesischen Xiamen drei entscheidende Prioritäten für die Flugsicherheit und den Flugbetrieb hervorgehoben.

 

Dazu gehören: die Verteidigung und Weiterentwicklung globaler Standards, die Förderung einer starken Sicherheitskultur durch Führung und die Nutzung von Daten zur Leistungssteigerung angesichts wachsender betrieblicher Herausforderungen.

„Das Umfeld für Fluggesellschaften ist durch die zunehmenden Konflikte und die zunehmende regulatorische Fragmentierung noch komplexer geworden. Infolgedessen haben Luftraumsperrungen, Drohnenangriffe und zunehmende Störungen des globalen Navigationssatellitensystems (GNNS) die Konnektivität beeinträchtigt, das Vertrauen untergraben und die Sicherheit gefährdet. Um sicherzustellen, dass die Luftfahrt das sicherste Verkehrsmittel bleibt, bedarf es starker Führung, der konsequenten Einhaltung globaler Standards und einer intelligenteren Datennutzung. Indem wir uns – Industrie und Politik gemeinsam – auf diese Punkte konzentrieren, werden wir ein sichereres, widerstandsfähigeres und zunehmend effizienteres globales Luftfahrtsystem aufbauen, das die Risiken von heute bewältigen kann und auf die von morgen vorbereitet ist“, sagte Mark Searle, Global Director Safety der IATA.

Verteidigung und Weiterentwicklung globaler Standards

Globale Standards sind für die Flugsicherheit unerlässlich. Aktuelle Standards müssen eingehalten und zukünftige Standards entwickelt werden, um die Sicherheitsleistung der Branche kontinuierlich zu verbessern. Derzeit stehen folgende Punkte im Mittelpunkt:

• Behebung von GNSS-Interferenzen: Die Meldungen über GNSS-Störungen haben zwischen 2021 und 2024 um mehr als 200 % zugenommen. Weder Spoofing noch Jamming von GNSS-Systemen sind akzeptabel. Gemeinsam mit der EASA hat die IATA eine GNSS-Resilienzplan Die Strategie basiert auf vier Prioritäten: Überwachung und Berichterstattung, Präventionsinstrumente, Backup-Infrastruktur und zivil-militärische Koordination. Im nächsten Schritt wird die ICAO diese Lösungen durch globale Standards, Leitlinien und Berichterstattung vorantreiben.

• Schutz des Funkspektrums der Luftfahrt: Das für die Flugnavigation wichtige Funkspektrum, das in den globalen Standards der ITU definiert ist, muss geschützt werden. Der schnelle Ausbau von 5G und bald auch 6G setzt die Frequenzzuteilungen der Luftfahrt unter Druck. In mehreren Märkten, darunter Australien, Kanada und den USA, hat der 5G-Ausbau zu Interferenzrisiken in der Nähe von Flughäfen geführt und kostspielige Nachrüstungen erforderlich gemacht. Eine stärkere Abstimmung mit den Telekommunikationsbehörden und realistische Zeitpläne für die Schadensbegrenzung sind dringend erforderlich, ebenso wie die Entwicklung widerstandsfähigerer Bordsysteme.

• Rechtzeitige Meldung von Unfalluntersuchungen: Die globalen Standards gemäß Anhang 13 des Chicagoer Abkommens definieren klar die Notwendigkeit zeitnaher Unfalluntersuchungen. Dennoch wurde zwischen 2019 und 2023 nur für 58 % der Unfälle ein Abschlussbericht erstellt. Verzögerungen behindern die Fähigkeit der Branche, wichtige Sicherheitslektionen zu lernen, und schaffen Raum für Spekulationen und Fehlinformationen. Die IATA erinnert Regierungen weiterhin an ihre Verpflichtungen und würdigt gleichzeitig Fortschritte, wie beispielsweise die zeitnahen vorläufigen Berichte nach den jüngsten Unfällen in Indien, Südkorea und den USA.

Daten zur Leistungssteigerung nutzen

Daten verändern die Flugsicherheit und liefern die nötigen Erkenntnisse, um Risiken vorherzusehen und die Leistung zu verbessern. Durch die Globales Luftfahrtdatenmanagement (GADM) Programm, das die Flugdatenaustausch (FDX)Vorfalldatenaustausch (IDX)und  Wartungskostendatenaustausch (MCX)Die IATA ermöglicht Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden eine datengesteuerte Entscheidungsfindung.

Zu den Bereichen, in denen Daten einen Unterschied machen, gehören:

 Turbulenzbewusst: Turbulence Aware der IATADie Plattform teilt Daten in Echtzeit und ermöglicht es Piloten und Disponenten, die Risiken durch Turbulenzen während des Fluges zu minimieren. Die Teilnahme an der Plattform stieg im vergangenen Jahr um 25 %. 3,200 Flugzeuge, darunter Air France, Etihad und SAS, teilen nun Turbulenzdaten in Echtzeit, um die Flugsicherheit und -effizienz zu verbessern.

• Erkenntnisse zur vorausschauenden Sicherheit: Die SicherheitIS Eine Datenbank, die auf Flugdaten von 217 Fluggesellschaften basiert, ermöglicht prädiktive Analysen. So ermöglichte beispielsweise die frühzeitige Erkennung eines Anstiegs der Kollisionsvermeidungswarnungen an einem lateinamerikanischen Flughafen ein schnelles Eingreifen zur Risikominderung.

• Risikobasierte IOSA: Die risikobasiertes IOSA-Auditmodellist ein bewährtes Verfahren, das Daten nutzt, um Audits an das Betriebsprofil jeder Fluggesellschaft anzupassen. Es hat bereits zu mehr als 8,000 Korrekturmaßnahmen geführt, die die Sicherheit erhöhen.

Förderung einer starken Sicherheitskultur durch Führung

Führung ist für eine starke Flugsicherheitskultur von zentraler Bedeutung. Eine starke Sicherheitsführung schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeiter Bedenken äußern können und darauf vertrauen können, dass Probleme schnell und effektiv gelöst werden.

Um dies zu verstärken, hat die IATA zwei wichtige Initiativen entwickelt:

• Charta für Sicherheitsführerschaft: Durch die Förderung von acht Kernprinzipien der Sicherheitsführung Charter deckt mittlerweile rund 90 % des weltweiten Datenverkehrs ab und stärkt eine Kultur, die auf Führung, globalen Standards und Daten basiert.

• IATA-Verbindung: 5,600 Benutzer aus über 600 Organisationen werden zusammengeführt. IATA-Verbindung ermöglicht den Zugriff auf die IOSA-Dokumentation, den Safety Issue Hub und Safety Connect und wird bald um ISAGO erweitert 

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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