Im Herzen Zentral-Louisianas verbinden Alexandria und Pineville Kleinstadtcharme mit festlicher Stimmung. Hier blühen Mardi-Gras-Traditionen und die Gastfreundschaft der Cajuns neben modernen Annehmlichkeiten. Outdoor-Fans können den Kisatchie National Forest erkunden, in den Bayous und künstlichen Seen angeln oder an Barsch-Turnieren und Hochgeschwindigkeits-Bootsrennen auf dem Lake Buhlow teilnehmen.
Internationaler Flughafen Alexandria (AEX) liegt etwa 4 Meilen nordwestlich der Innenstadt von Alexandria in Zentral-Louisiana.
Der Flughafen bedient kommerzielle Fluggesellschaften, die allgemeine Luftfahrt, Lufttaxis sowie verschiedene Ankünfte und Abflüge von Militärpersonal und Fracht. Charterflüge des US-Militärs zu internationalen Zielen werden regelmäßig vom Flughafen aus durchgeführt, viele davon vom nahegelegenen Fort Polk in Leesville. AEX verfügt über einen der drei Flugsicherungstürme in Louisiana, der rund um die Uhr geöffnet ist.

Dieser unscheinbare Flughafen in Alexandria, Louisiana, hat sich innerhalb kürzester Zeit zum aktivsten Abschiebezentrum der Vereinigten Staaten entwickelt.
Seit Beginn Trumps zweiter Amtszeit im Januar wurden allein in der „Alexandria Staging Facility“ – einer Einrichtung mit 21,000 Betten direkt auf dem Flughafengelände – mehr als 400 Menschen von der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) abgefertigt. Diese Einrichtung ist in den USA einzigartig und exemplarisch für Trumps radikal verschärfte Einwanderungspolitik.
Die Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Operationen in Alexandria: 1,117 Transferflüge und 208 Abschiebeflüge machen Alexandria zum führenden Abschiebeflughafen der USA.
Dicht dahinter folgt der Valley International Airport in Harlingen, Texas, mit 1,020 Umstiegen und 128 Abflügen. Andere Flughäfen wie El Paso (602 Umstiege, 118 Abschiebungen), Mesa Gateway in Arizona (499 Umstiege, davon nur 5 Abschiebungen) und Miami (261 Umstiege, 24 Abschiebungen) spielen zwar eine wichtige Rolle, doch keiner kommt an die zentrale Bedeutung Alexandrias heran.



Täglich werden Hunderte von Einwanderern in Alexandria an Händen und Füßen gefesselt über das Rollfeld eskortiert. Manche besteigen Flugzeuge direkt nach Mittelamerika, andere werden in Busse verfrachtet, die sie zu einem der acht anderen Internierungslager in Louisiana bringen. Diese Haftanstalten bilden ein dichtes Netz rund um Alexandria, deren Kapazitäten besorgniserregende Ausmaße angenommen haben.
Die größte dieser Einrichtungen, Winnfield, beherbergt durchschnittlich 1,670 Häftlinge pro Tag. Richwood (1,190), Jena (1,180) und Jonesboro (1,170) folgen dicht dahinter. Andere große Internierungslager wie Basile (1,040), Pine Prairie (990), Ferriday (570) und Oberlin (170) vervollständigen dieses düstere Panorama. Badar Khan Suri, ein indischer Wissenschaftler mit einem gültigen Forschungsvisum der Georgetown University, musste die Härte des Systems am eigenen Leib erfahren. Im März wurde er auf dem Rollfeld in Alexandria angekettet und drei Tage lang festgehalten, bevor er nach Texas transportiert wurde. Seine Festnahme erfolgte mit der Behauptung, er bedrohe die außenpolitischen Interessen der USA, nachdem seine Frau, eine palästinensisch-amerikanische Aktivistin, durch ihre Kritik an Israel die Aufmerksamkeit pro-israelischer Lobbygruppen auf sich gezogen hatte.




Suris Schicksal ist nur eines von Tausenden. Allein seit Januar haben über 40,000 Menschen dieses Abschiebenetzwerk durchlaufen, das die ICE nach dem Vorbild effizienter Logistikunternehmen wie Amazon und FedEx perfektioniert hat. Todd Lyons, der amtierende ICE-Direktor, betonte öffentlich, das Ziel der Behörde sei es, Abschiebungen „wie ein Geschäft“ zu organisieren. Diese Geschäftslogik spiegelt sich auch in der Geschichte der Abschiebezentren selbst wider.
Ursprünglich lokale Gefängnisse, wurden sie von privaten Betreibern wie Geo Group und LaSalle Corrections übernommen und massiv erweitert. Infolgedessen waren Haftanstalten wie Richwood schnell überfüllt. Wo ursprünglich Platz für 1,129 Häftlinge vorgesehen war, sind nun deutlich mehr Menschen unter katastrophalen Bedingungen untergebracht. Adriana Mata Sánchez, die zwanzig Jahre lang friedlich in Texas gelebt hatte, wurde nach einer einfachen Verkehrskontrolle festgenommen und verbrachte drei Monate in Richwood, bevor sie freiwillig die Abschiebung nach Mexiko akzeptierte, um den beengten und unmenschlichen Bedingungen zu entkommen.



Die Ausweitung des Abschiebesystems hat schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für Louisiana. Gemeinden wie Richwood, die einst unter finanziellen Schwierigkeiten litten, profitieren nun finanziell von den ICE-Verträgen. Bürgermeister Gerald Brown betont, dass diese Abschiebezentren zur wichtigsten Einnahmequelle der Stadt geworden seien.
Gleichzeitig bleiben die ethischen und humanitären Fragen ungeklärt. Trump plant inzwischen, dieses Modell landesweit auszuweiten. In Florida wurde bereits „Alligator Alcatraz“ eröffnet, eine riesige Zeltstadt in den Everglades.
Ein weiteres Megaprojekt mit 5,000 Betten in Texas ist ebenfalls geplant. Private Sicherheitsfirmen wollen ihre Einrichtungen in mehreren Bundesstaaten deutlich ausbauen. Louisianas Abschiebeapparat bleibt jedoch die Blaupause für diese harte und umstrittene Politik. Während in Alexandria täglich Menschen abgeschoben werden, wächst stiller Widerstand und Kritik, doch die Effizienz des Systems scheint derzeit alle menschlichen Einwände zu überwältigen.
Die nackten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß: In nur sieben Monaten wurden in Alexandria mehr als 1,325 Flüge abgefertigt, über 40,000 Menschen passierten das System, und neun Abschiebezentren waren permanent an ihre Grenzen gestoßen. Louisiana ist damit nicht nur das logistische Herzstück von Trumps Abschiebepolitik, sondern auch Symbol eines Systems, das Effizienz über Menschlichkeit stellt.




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