InterContinental Hotels & Resorts (IHG) kehrt nach einem Jahr Abwesenheit nach Prag zurück. Grundlage dafür ist eine Vereinbarung zwischen der Muttergesellschaft IHG Hotels & Resorts und Generali Real Estate, ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in der Prager Altstadt in ein Luxushotel mit 137 Zimmern umzuwandeln.
Das Objekt in der Jeruzalémská-Straße nahe dem Prager Hauptbahnhof soll nach einer umfassenden Renovierung in der ersten Hälfte des Jahres 2029 wiedereröffnet werden. Das Gebäude aus dem Jahr 1839 diente bereits als Tanzsaal, Theater und zuletzt als Bürokomplex. Generali Real Estate, ein Unternehmen, das ein Portfolio an Hotel- und Gewerbeimmobilien in ganz Europa verwaltet, wird die Sanierung betreuen.
Mit der Eröffnung kehrt InterContinental auf den tschechischen Markt zurück, wo die Marke zuvor ein Flaggschiffhotel am Ufer der Moldau betrieb, bevor dieses 2021 von neuen Eigentümern verkauft und umbenannt wurde. IHG betreibt derzeit zwei Mittelklassehotels in Prag unter der Marke Holiday Inn.
„Dieser Meilenstein stellt einen wichtigen Moment in unserer Entwicklungsstrategie für Mittel- und Osteuropa dar“, erklärte Willemijn Geels, Vizepräsidentin für Entwicklung bei IHG in Europa, in einer Stellungnahme. Sie fügte hinzu, dass das Unternehmen seine Präsenz im Luxus- und Lifestyle-Segment in der Region mit der Erholung der Reisenachfrage weiter stärken wolle.
Das geplante Hotel wird über ein Spa, einen Innenpool, ein Restaurant, eine Bar und die Club InterContinental Lounge des Unternehmens verfügen. Es wird außerdem einen privaten Garten bieten – eine Seltenheit in der Prager Altstadt – sowie Konferenzeinrichtungen für Geschäftsreisende.
Prag, eine der meistbesuchten Städte Europas, hat nach der Pandemie einen starken Tourismusaufschwung erlebt. Laut Branchenanalysten übertreffen Hotelbelegung und Zimmerpreise das Niveau von 2019. Internationale Hotelketten haben daraufhin ihre Investitionen in der Region erhöht.
„Für uns stellt dies die Möglichkeit dar, eines der historischen Gebäude der Stadt zu restaurieren und ihm neues Leben einzuhauchen“, sagte Ramon Spoladore, der die Geschäfte von Generali Real Estate in Mittel- und Osteuropa sowie in den nordischen Ländern leitet.
Der wachsende Wettbewerb für IHG auf dem europäischen Luxusmarkt
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass die großen Hotelketten der Welt um einen größeren Anteil am europäischen Luxusreisemarkt konkurrieren – insbesondere in historischen Stadtzentren, wo die Möglichkeiten zur Stadterneuerung begrenzt sind.
IHG, das kürzlich eine umfassende Neupositionierung seiner Marke InterContinental eingeleitet hat, betreibt 34 InterContinental Hotels in Europa und gibt an, 67 weitere Luxus- und Lifestyle-Hotels in der regionalen Entwicklungspipeline zu haben. Das Unternehmen setzt dabei verstärkt auf historische Gebäude – eine Strategie, die auch die Konkurrenz verfolgt.
Marriott International, das weltweit größte Hotelunternehmen, hat sein Portfolio an Luxus- und Lifestyle-Marken – darunter Ritz-Carlton, St. Regis, Edition und die Luxury Collection – aggressiv ausgebaut, wobei ein besonderer Fokus auf der Umwandlung älterer europäischer Immobilien unter den Labels Autograph Collection und Tribute Portfolio liegt.
HiltonDie Hotelkette, die ein kleineres Luxusportfolio hat, stützte sich bei ihrem europäischen Wachstum größtenteils auf ihre Curio Collection und Tapestry Collection und eröffnete gleichzeitig weiterhin ausgewählte Waldorf Astoria und Conrad Hotels in Großstädten.
HyattDas Unternehmen, dessen Portfolio am stärksten auf das Luxus- und Lifestyle-Segment konzentriert ist, hat nach der Übernahme der Apple Leisure Group, die seine Präsenz in mediterranen Ferienorten stärkte, seine Marken Thompson und Unbound Collection in Europa ausgebaut.
AccorDer größte Hotelbetreiber Europas hat sein Luxusangebot durch Marken wie Raffles, Fairmont, Sofitel und die kürzlich wiederbelebte Marke Orient Express erweitert. Mit seiner Lifestyle-Sparte Ennismore – zu der Mondrian, SLS und Hoxton gehören – hat sich das Unternehmen zu einem starken Wettbewerber in designorientierten Märkten entwickelt.
Das geplante Prager Hotel von IHG ergänzt mehrere prestigeträchtige Projekte auf dem Kontinent, darunter die bevorstehenden InterContinental-Eröffnungen in Manchester, Belgrad und Cascais. Das Unternehmen hat zudem kürzlich seine Luxusmarken Six Senses und Regent in Europa ausgebaut und damit den Wettbewerb mit Marriott, Hyatt und Accor in diesem Segment verschärft.
Eine auf das kulturelle Erbe ausgerichtete Wiederbelebung
Historische Umbauprojekte prägen zunehmend das Wachstum der europäischen Luxushotellerie, da Tourismusbetreiber nach Objekten mit kultureller Bedeutung und einzigartigen Stadtlagen suchen. Branchenanalysten nennen sowohl finanzielle als auch markenbezogene Überlegungen als treibende Kräfte hinter diesem Trend: Umbauten lassen sich oft schneller realisieren als Neubauten und sprechen Reisende an, die besondere Erlebnisse suchen.
Die Neugestaltung des über 180 Jahre alten Prager Gebäudes spiegelt diesen Wandel wider.
Bis zur Eröffnung des neuen InterContinental Prague im Jahr 2029 könnten Reisende in ganz Mittel- und Osteuropa eine größere Auswahl an Luxushotels zur Verfügung haben, da globale Hotelgruppen ihre Expansion in Städten fortsetzen, die einst von großen internationalen Marken vernachlässigt wurden.




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