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Wird der US-Dollar zu einer wirtschaftlichen Bedrohung, auch für den Welttourismus?

Viele Weltführer überspringen das diesjährige Davos World Economic Forum
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Die Reise- und Tourismusbranche weltweit sowie andere Sektoren wie die Ölindustrie waren lange Zeit auf einen verlässlichen US-Dollar angewiesen. Diese Zeiten könnten vorbei sein.

Der globale Tourismus ist seit seiner Entstehung als bedeutender Wirtschaftszweig auf eine stabile und vertrauenswürdige Währung angewiesen: den US-Dollar. Währungsschwankungen können die Planung für Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und viele andere Teilbereiche der Reise- und Tourismusbranche erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

Laut der jüngsten Warnung des Weltwirtschaftsforums wenden sich die Schwellenländer von Dollarschulden ab. Die Trump-Regierung bringt Unsicherheit in alle etablierten Systeme, darunter Zölle und die Unabhängigkeit der Zentralbank, und schürt die Angst vor einem Zusammenbruch demokratischer Prinzipien in den USA. Die globale Finanzwelt befindet sich im Umbruch.

Von der Diversifizierung der Schwellenländer weg von Dollarschulden bis hin zu wachsenden Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbanken sind die Risiken, die den Ausblick prägen, sowohl struktureller als auch unmittelbarer Natur:

Schwellenländer wenden sich alternativen Währungen zu

Länder wie Kenia, Sri Lanka, Panama und Kolumbien nehmen Kredite in Währungen wie dem chinesischen Renminbi und dem Schweizer Franken auf, um die steigenden Kosten für die Ausgabe von Dollarschulden zu vermeiden. 

Angesichts der hohen Renditen in den USA und Europa seit mehreren Jahren spiegelt die Wende sowohl finanziellen Pragmatismus als auch geopolitische Neuausrichtung wider. Analysten warnen jedoch, dass Diversifizierung zwar kurzfristige Kosten senken könne, die Volkswirtschaften aber bei einem nachlassenden globalen Wachstum neuen Schwachstellen aussetzen könne.

Unabhängigkeit der Zentralbanken unter Druck

Der politische Druck auf die Zentralbanken stellt eine zusätzliche Risikoebene dar. In den USA haben Maßnahmen gegen die Federal Reserve Warnungen ausgelöst, dass eine Untergrabung der währungspolitischen Unabhängigkeit die Glaubwürdigkeit des Dollars schädigen und die globale Instabilität schüren könnte.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs teilen diese Besorgnis. Vertreter der EZB warnten, dass die Einmischung weltweit zu höheren Kreditkosten führen könnte. Laut dem Weltwirtschaftsforum Grundsätze zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Fragmentierung, Die Fragmentierung des Finanzsystems könnte das globale BIP kurzfristig um bis zu 5 % schmälern.

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Wird der US-Dollar zu einer wirtschaftlichen Bedrohung, auch für den Welttourismus?

Der World Travel & Tourism Council (WTTC), die globale Organisation, die den privaten Reise- und Tourismussektor vertritt, hat heute ihre neueste Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen bekannt gegeben. Diese ergab, dass die USA in diesem Jahr voraussichtlich Ausgaben von internationalen Besuchern in Höhe von sage und schreibe 12.5 Milliarden US-Dollar verlieren werden.

Angesichts neuer Visabeschränkungen und Horrorgeschichten über Durchsetzungsmaßnahmen der Einwanderungsbehörde werden die Vereinigten Staaten zu einem Land, das viele Reisende lieber meiden würden.

Insbesondere wird erwartet, dass die Ausgaben internationaler Besucher in den USA in diesem Jahr auf knapp 169 Milliarden US-Dollar sinken werden, gegenüber 181 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.

Dieses erhebliche Defizit stellt einen Rückgang von 22.5 % gegenüber dem vorherigen Höchststand dar. 

Der Verlust wird nicht nur die Reise- und Tourismusbranche treffen, WTTC Er sagte, dies stelle einen direkten Schlag für die US-Wirtschaft insgesamt dar und beeinträchtige Gemeinden, Arbeitsplätze und Unternehmen von Küste zu Küste.

Laut der Studie sind die USA, der größte Reise- und Tourismussektor der Welt, das einzige Land unter den 184 von WTTC und Oxford Economics prognostizieren für 2025 einen Rückgang der Ausgaben internationaler Besucher.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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