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Die Kaufhäuser KaDeWe Berlin und Selfridges London sind der Stolz Thailands

Europa einkaufen

KaDeWe und Selfridges stehen für das, was die Tourismuswelt denkt, wenn sie an Shopping in Berlin und London denkt. Was viele vielleicht nicht wissen: Die Central Group in Thailand mit ihren Hotels und Resorts im Land des Lächelns ist stolzer Eigentümer. Von der Oxford Street nach Hua Hin: Centrals globaler Sprung und Thailands Gastfreundschaftsgeschichte.

Wenn Sie Selfridges in der Oxford Street betreten, spüren Sie noch immer den Puls des Theaters. Durch die Drehtüren betreten Sie eine Welt aus Düften, poliertem Marmor und dem Gewirr von einem halben Dutzend Sprachen.

Für viele Londoner ist es ein Wahrzeichen des Einkaufens; für Reisende ist es Teil des Städtetrip-Erlebnisses. Doch die Geschichte ist überhaupt nicht britisch, sondern thailändisch.

Hinter diesem Einzelhandelstempel steht die Central Group of Thailand, der familieneigene Mischkonzern, der auch Centara Hotels & Resorts hervorgebracht hat.

Im Dezember 2021 vereinbarte Central mit dem österreichischen Unternehmen Signa die Übernahme der Selfridges Group für rund 4 Milliarden Pfund. Durch den Deal gelangten Selfridges in London, Brown Thomas und Arnotts in Irland sowie de Bijenkorf in den Niederlanden in thailändische Hände, während der Kanadier Holt Renfrew bei der Familie Weston blieb.

Der Preis war hoch, der Zeitpunkt gewagt. Die Grenzen öffneten gerade erst wieder, und die Einkaufsgewohnheiten waren noch ungeklärt. Innerhalb weniger Monate stiegen die Inflation, die Zinsen kletterten, Signa geriet in die Krise, sodass Central die Kontrolle übernehmen musste. Analysten bezeichneten den Preis im Nachhinein als hoch, doch der strategische Wert solcher Immobilien und Marken bleibt unbestritten.

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Die Kaufhäuser KaDeWe Berlin und Selfridges London sind der Stolz Thailands

Foto: Die Kaufhaus des Westens „Kaufhaus des Westens“, abgekürzt als KaDeWe, mit über 60,000 qm Verkaufsfläche am Berliner Stadtrand, ist das zweitgrößte Kaufhaus Europas und zieht täglich 40,000 bis 50,000 Besucher an.

Die Ambitionen von Central beschränkten sich nicht nur auf Großbritannien. Die Gruppe hatte seit 2011 ein europäisches Luxusportfolio aufgebaut und dabei Rinascente in Italien, Illum in Dänemark, Globus in der Schweiz und die deutsche KaDeWe-Gruppe erworben.

Im Jahr 2024 ging Central noch einen Schritt weiter und zahlte rund eine Milliarde Euro für den Erwerb des KaDeWe in Berlin sowie des Alsterhauses in Hamburg und des Oberpollinger in München. Diese Namen, die europäischen Reisenden seit Jahrzehnten vertraut sind, stehen nun unter thailändischer Verwaltung.

In Berlin ist das KaDeWe das von Reisenden und wohlhabenden Privatpersonen mit verfügbarem Einkommen am häufigsten besuchte Kaufhaus in Deutschland.

Aus meiner Sicht waren diese Übernahmen ein Geniestreich, um Central und damit auch Centara und seine Hotels und Resorts in den oberen Rängen des globalen Einzelhandels zu positionieren.

Hier in Thailand war man ungemein stolz darauf, dass ein Unternehmen, das in einem Bangkoker Geschäftshaus so bescheiden begann, so schnell an die Spitze aufgestiegen war. Viele von uns in der Tourismusbranche, die das weltweite Prestige von Selfridges oder KaDeWe bereits kennen, waren erstaunt.

Wir kannten diese Geschäfte persönlich und bewunderten sie für ihre hervorragenden Produkte und ihre Präsentation. Und plötzlich gehörten sie einem thailändischen Besitzer. Dieser symbolische Schritt bedeutete uns emotional ebenso viel wie finanziell.

Diversifizierung zuerst, Tourismus danach für die Central Group in Thailand

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Die Kaufhäuser KaDeWe Berlin und Selfridges London sind der Stolz Thailands

Man darf nicht vergessen, dass diese Übernahmen nicht primär darauf abzielten, den thailändischen Tourismus anzukurbeln. Das Ziel von Central war klar: die Diversifizierung seiner Beteiligungen und die Etablierung seiner Position als globaler Akteur im Luxuseinzelhandel.

Durch den Besitz dieser Kultgeschäfte konnte Central die Risiken einer zu starken Abhängigkeit vom thailändischen Inlandsmarkt vermeiden und sich einen Platz an der Spitze des internationalen Einzelhandels sichern.

Dennoch gibt es Synergien im Tourismus, auch wenn sie nicht die treibende Kraft waren. Kaufhäuser wie Selfridges und das KaDeWe sind selbst Reiseziele und ziehen ebenso zuverlässig internationale Besucher an wie Galerien oder Theater.

Wenn ein thailändischer Konzern solche Einrichtungen besitzt, ist dies eine subtile Erweiterung des Rufs des Landes für Service und Gastfreundschaft. Mit etwas Fantasie könnten diese Geschäfte thailändische Food-Festivals, Kulturwochen oder Wellness-Shows veranstalten und so andeuten, welche Erlebnisse Reisende in Bangkok, Phuket oder Hua Hin erwarten.

Die Verbindung zur Gastfreundschaft für Central, KaDeWe und Selfridges ist Clear

Die andere Hälfte des Familienimperiums ist Centara Hotels & Resorts, Teil der Central Plaza Hotel Public Company Limited. Es hat sich zu einem der größten Hotelbetreiber Thailands entwickelt und führt Luxusmarken wie das Centara Reserve, das Flaggschiff Centara Grand und das junge COSI im Portfolio. In Thailand sind die Resorts in Hua Hin, Samui, Phuket und Pattaya ein Begriff. Im Ausland hat Centara seine Aktivitäten auf die Malediven, nach Vietnam und in den Nahen Osten ausgedehnt.

Die Chirathivat-Familie ist somit in beiden Bereichen des Verbraucherlebens aktiv: im Einzelhandel und im Resortbereich. Diese Geschäftsbereiche scheinen sich zwar nicht zu überschneiden, basieren jedoch auf den gleichen Grundlagen: Service, Räumlichkeiten und Erlebnis. Die Familie, die ein Wochenende in London oder Berlin zum Shoppen verbringt, gehört zur gleichen Zielgruppe, die möglicherweise einen Winterurlaub in Thailand bucht.

Gegenwind und Widerstandsfähigkeit gegen die feindselige Mehrwertsteuerpolitik Großbritanniens

Es ist nicht leicht, einen 20-prozentigen Rabatt zu streichen. Genau das geschah, als die britische Regierung 2021 die Mehrwertsteuerfreiheit für internationale Besucher abschaffte. Paris und Mailand bieten den Rabatt weiterhin an, und Reisende mit hohen Ausgaben haben dies bemerkt. London hingegen hat an Boden verloren, und für einen Eigentümer wie Central, der stark in Selfridges investiert hat, war diese politische Entscheidung eine anhaltende Belastung.

In Berlin waren die jüngsten finanziellen Schwierigkeiten des KaDeWe eher auf die Immobilienstruktur als auf leere Gänge zurückzuführen. Durch den Kauf der Gebäude sorgte Central für Stabilität. Dies war eine Erinnerung daran, dass Eigentum genauso wichtig ist wie die Markenstärke.

Thailands Vorteil des Besitzes von KaDeWe und Selfridges

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Foto: Das historische „Eisenbahnhotel“ im Kolonialstil, das wunderschöne 5-Sterne-Hotel Centara Grand Beach Resort & Villas Hua Hin. Ein Dauerbrenner in Thailand 

In Thailand boomt der Tourismus erneut. Im Jahr 35 verzeichnete das Land über 2024 Millionen internationale Ankünfte, Mitte 2025 lag die Zahl bereits bei über 18 Millionen. Die Umsätze sind beträchtlich, und Centara ist mit seinem ausgedehnten Inlandsnetzwerk gut aufgestellt. Hotels sorgen für einen stabileren Cashflow als der europäische Einzelhandel und sind heute wohl der stärkere Wachstumsmotor.

War die Übernahme von Selfridges durch Central also ein Fehler? Nein!

Aus makroökonomischer Sicht war es kostspielig und zum falschen Zeitpunkt, doch strategisch war es ein großartiger Schachzug für eine ganze Generation. Oxford Street, KaDeWe und die anderen Ikonen sind seltene Trophäen, die ein Portfolio jahrzehntelang festigen können.

War der Tourismus der Grund? Nicht direkt.

Die treibende Kraft war die Diversifizierung. Doch die Synergie im Tourismus ist ein reales Phänomen und fügt eine wertvolle Dimension hinzu. Thailand ist stolz darauf, dass diese europäischen Legenden von Bangkok aus betreut werden.

Das Urteil über die Zentralgruppe

Für mich war dieser Stolz unvergesslich. Als Besucher von Selfridges und KaDeWe und als Besucher von Thailands wachsender Gastronomiebranche fühlte es sich wie ein kultureller Sieg an, diese Namen in thailändischen Besitz zu bringen. Es war der Beweis, dass ein Land, dessen Werte auf Service und Gastfreundschaft basieren, nun einen Platz unter den renommiertesten Einzelhandelsfamilien der Welt beanspruchen kann.

Eine in der Oxford Street gekaufte Handtasche führt vielleicht nicht direkt zu einem Urlaub in Hua Hin, aber sie erzählt die Geschichte thailändischer Ambitionen, Zuversicht und Gastfreundschaft, die auf der Weltkarte eine neue Bühne finden.

Über die Autorin

Andrew J. Wood – eTN Thailand

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