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Lufthansa schließt sich anderen Fluggesellschaften an, um die IATA-Technologie für turbulenzabhängige Echtzeit-Flugsicherheit einzuführen.

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Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Lufthansa hat die Turbulence-Aware-Plattform der IATA eingeführt und reiht sich damit in die wachsende Zahl internationaler Fluggesellschaften ein, die Echtzeitdaten nutzen, um Turbulenzen vorherzusagen und zu vermeiden. Die Technologie bündelt anonymisierte Flugdaten weltweit und unterstützt Piloten bei der Auswahl ruhigerer Flugrouten. Gleichzeitig werden die Passagiersicherheit und die betriebliche Effizienz in einem zunehmend turbulenten Flugumfeld verbessert.

Frankfurt — Lufthansa hat die „Turbulence Aware“-Plattform der International Air Transport Association (IATA) in Teilen ihrer Flotte eingeführt und schließt sich damit einer wachsenden Zahl globaler Fluggesellschaften an, die auf den Echtzeit-Datenaustausch setzen, um die Flugsicherheit, Effizienz und den Passagierkomfort zu verbessern.

Die auf der Website des Lufthansa-Newsrooms veröffentlichte Mitteilung verdeutlicht, wie das System anonymisierte Turbulenzmessungen von Tausenden von Flugzeugen weltweit erfasst. Die Daten werden direkt auf den Navigationskarten im Cockpit der Piloten angezeigt, sodass die Besatzungen Flughöhe und Flugroute nahezu in Echtzeit anpassen können, anstatt sich ausschließlich auf Vorhersagen zu verlassen.

So funktioniert das System der Lufthansa

Lufthansa erklärte, die Technologie basiere auf „Schwarmintelligenz“. Sensoren an Bord der Flugzeuge messen kontinuierlich die Turbulenzintensität und senden die Daten an eine zentrale Datenbank, die mit anderen teilnehmenden Fluggesellschaften geteilt wird. Farbcodierte Symbole zeigen Stärke, Ort und Zeitpunkt der Turbulenzen an und helfen den Besatzungen, Turbulenzen frühzeitig zu erkennen.

Die Fluggesellschaft fügte hinzu, dass auch Swiss International Air Lines und Edelweiss Air – beide Teil der Lufthansa Group – teilnehmen.

Über die Flugplanung hinaus kann das System die Kabinenbesatzung im Voraus warnen, sodass der Flugbetrieb unterbrochen und die Passagiere früher gesichert werden können, wodurch möglicherweise Verletzungen reduziert werden.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass Turbulenzen nach wie vor eine Hauptursache für Verletzungen an Bord von Flugzeugen sind und sich mit der Entwicklung klimabedingter Wettermuster noch verstärken könnten, wodurch kollaborative Datenanalyse-Tools an Bedeutung gewinnen.


Nicht nur Lufthansa: Welche Fluggesellschaften nutzen bereits IATA Turbulence Aware?

Trotz der Ankündigung der Lufthansa ist die Technologie nicht exklusiv an die deutsche Fluggesellschaft. Berichte aus der Luftfahrtindustrie belegen eine wachsende Zahl teilnehmender Fluggesellschaften.

Große Fluggesellschaften bestätigen die Nutzung von Turbulence Aware.

Mehrere Fluggesellschaften haben sich in den letzten Jahren öffentlich angeschlossen oder ihre Teilnahme ausgeweitet:

  • Emirates – Mehr als 140 Flugzeuge wurden mit der Plattform ausgestattet und mit Cockpit-Navigationsinstrumenten integriert.
  • Etihad Airways – Seit 2025 im Programm, wird das System in fast 100 Flugzeugen eingesetzt, um den Besatzungen eine reibungslosere Flugroutenplanung zu ermöglichen.
  • Qatar Airways – Einer der ersten Teilnehmer und der erste im Nahen Osten, der über 120 Flugzeuge ausrüstete.
  • ANA (alle Nippon Airways) und WestJet – Wurde während der Expansionsphase der IATA in das Programm aufgenommen.

Die IATA beschreibt die Plattform als branchenweite Initiative, die täglich Turbulenzdaten von Tausenden von Flügen sammelt. Bis 2023 sollten etwa 20 Fluggesellschaften Daten von rund 1,900 Flugzeugen beisteuern.

Jüngsten Berichten zufolge hat die Beteiligung zwar allmählich zugenommen, doch hat sie bisher nur ein Bruchteil der globalen Fluggesellschaften übernommen.


Warum Fluggesellschaften in Turbulenzdaten investieren

Die zunehmende Nutzung gemeinsamer Turbulenzüberwachungstechnologien spiegelt einen breiteren Trend in der Luftfahrt wider. Turbulenzen in klarer Luft – für Radar unsichtbar – sind weiterhin schwer vorherzusagen, weshalb Fluggesellschaften verstärkt auf KI-gestützte Prognosen und von Nutzern beigesteuerte Flugdaten setzen.

Echtzeit-Turbulenzinformationen können:

  • Verbesserung der Fahrgastsicherheit durch frühere Sicherheitsgurtwarnungen.
  • Reduzieren Sie den Treibstoffverbrauch, indem Sie ineffiziente Höhenänderungen vermeiden.
  • Verbessern Sie die Planung, indem Sie Störungen durch unerwartetes Wetter minimieren.

Die IATA argumentiert, dass das System umso genauer wird, je mehr Fluggesellschaften Daten beisteuern – wodurch ein Netzwerkeffekt entsteht, der eine breite Akzeptanz fördert.


Branchenkontext: ein kollaboratives statt eines wettbewerbsorientierten Werkzeug

Im Gegensatz zu proprietären Technologien von Fluggesellschaften ist Turbulence Aware als kooperatives Sicherheitsnetzwerk konzipiert. Jedes teilnehmende Flugzeug trägt anonymisierte Daten bei, von denen alle Betreiber, die das System nutzen, profitieren.

Dieser kooperative Ansatz erklärt, warum Lufthansas Einführung weniger eine einzigartige Innovation als vielmehr die Erweiterung einer branchenweiten Initiative darstellt. Da der Klimawandel die atmosphärische Instabilität voraussichtlich verstärken wird, erwarten Analysten, dass sich in den kommenden Jahren weitere Fluggesellschaften anschließen werden.


Endeffekt

Lufthansas Einführung ist ein bedeutender Schritt für die digitale Sicherheitsstrategie der Fluggesellschaft, doch die Technologie selbst ist branchenweit bereits weit verbreitet. Große Fluggesellschaften in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Nordamerika – darunter Emirates, Etihad, Qatar Airways, ANA und WestJet – sind Teil desselben Datenaustauschnetzwerks.

Da Turbulenzen eine zunehmende operative Herausforderung darstellen, scheint sich der Luftfahrtsektor eher in Richtung gemeinsamer Echtzeitinformationen als in Richtung isolierter Lösungen der Fluggesellschaften zu bewegen.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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