Die italienische Stadt Matera wird zu einem wunderschönen, funkelnden und prächtigen Ort für Rituale und historische Nachstellungen des Festes der Madonna della Bruna.
Die mittelalterliche Legende erzählt von einem Bauern, der auf seiner Rückreise nach Matera ein unbekanntes junges Mädchen mitnahm. Als sie im heutigen Stadtteil „Piccianello“ ankamen, bat die Frau darum, dem Bischof ihre Nachricht zu überbringen.
Wenig später verschwand er aus den Augen des Bauern. Die Identität der Frau, nämlich der Madonna, wurde bald enthüllt. Die Nachricht enthielt die Bitte der jungen Frau an den Bischof, in Matera zu bleiben.

Der Bischof und der Klerus begaben sich sofort zu der Stelle, wo die Frau vom Wagen gestiegen war, und fanden dort ein Bild der Jungfrau Maria, das auf einem reich geschmückten Wagen im Triumphzug zur Kathedrale gebracht wurde.
Der Rückgriff auf Legenden, um Lücken in der Geschichte zu füllen, ist ein wiederkehrendes Phänomen. Die Anfänge der Feierlichkeiten zu Ehren der Madonna della Bruna gehen auf das Jahr 1389 zurück, als Papst Urban VI. (ehemaliger Erzbischof von Matera und Acerenza von 1365 bis 1377) das Fest der Bruna mit dem Fest der Heimsuchung Mariens bei Elisabeth (auch Magnificat genannt) verband und dessen Datum im liturgischen Kalender auf den 2. Juli festlegte.
Madonna Della Bruna: Die Prozession der Hirten
Die erste Begegnung mit dem Ritus der Madonna della Bruna beginnt um 4,30 Uhr, wenn die Prozession der Hirten die Kathedrale verlässt; dort wird auf dem gleichnamigen Kirchhof die erste Messe des Tages gefeiert, an deren Ende das erste Feuerwerk als Zeichen für den Beginn der Feierlichkeiten gezündet wird.
Abendprozession und die drei Giri

Der von acht Maultieren gezogene Wagen, dem eine von der „leise Musik“, der Cavalcata, begleitete Prozession vorausgeht, macht sich am späten Abend auf den Weg zur Piazza Duomo.
Dort umrundet er zusammen mit einer Handvoll kostümierter Ritter unter dem Klang des Hornisten und immer noch die Madonna della Bruna bei sich tragend dreimal den Platz, um den Schutz der Stadt anzurufen. Nachdem die Madonna in der Kirche abgestellt wurde, steht der Karren bereit, um den Angreifern übergeben zu werden, die auf der Piazza Vittorio Veneto auf ihn warten.
Die Zerstörung des Wagens
Hier beginnt die „Strazzo“-Phase. Ein Adrenalin-geladener Moment, der seinen Höhepunkt erreicht, als er auf der Piazza Vittorio Veneto angegriffen und von den Einwohnern Materas zerstückelt wird, die als Zeichen der guten Wünsche ein Stück mitnehmen.
In weniger als fünf Minuten verliert der Panzer seine Panzerung und nur sein Holzskelett bleibt zurück. Doch seit Jahrhunderten stirbt der Bruna-Wagen und wird immer wieder neu belebt, in der Hoffnung, dass der neue schöner und prächtiger sein wird als die vorherigen. So endet das Ritual mitten in der Nacht. In den Schluchten brennt ein üppiges Feuerwerk, um der Feier ein Ende zu setzen.



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