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Nanotechnologie verändert Nachtsicht und Wärmebildtechnik

Nano
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Nanotechnologie revolutioniert Nachtsicht und Wärmebildgebung. Merkmale der Neuentwicklung und ihre praktischen Anwendungen. Das zugrundeliegende Prinzip und die von Wissenschaftlern untersuchten Methoden zur Herstellung einer hochempfindlichen Membran. Potenzielle Entwicklungsmöglichkeiten verschiedener Technologien.

Wissenschaftler verschiedener US-amerikanischer Universitäten haben ein neues Verfahren zur Herstellung hochempfindlicher Membranen mit einer Dicke von nur 10 Nanometern entwickelt. Diese Entdeckung birgt das Potenzial, die Nachtsicht- und Wärmebildtechnik grundlegend zu verändern und wird maßgeblich zur Entwicklung zahlreicher weiterer Technologien beitragen.

Dieses innovative Membranherstellungsverfahren wurde dank der Beteiligung von Vertretern des Rensselaer Polytechnic Institute entwickelt. Wissenschaftler und Forscher zahlreicher weiterer Bildungseinrichtungen spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle in diesem Prozess. Diese Zusammenarbeit führte zu einer revolutionären Entdeckung, die Aussehen, Leistung und Verfügbarkeit von Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras grundlegend verändern könnte.

Die veröffentlichte Studie beschreibt ein neues Verfahren zur Herstellung ultradünner kristalliner Membranen. Diese Membranen sind ihren Vorgängern deutlich überlegen. Sie weisen eine höhere Empfindlichkeit auf und können somit selbst geringe Infrarotstrahlung detektieren. Zudem benötigen sie keine Kühlung mehr, wodurch die Gerätegröße und die Anlagenkosten erheblich reduziert werden. Diese Entdeckung ist der Höhepunkt mehrerer vorangegangener Entwicklungen. Frühere Experimente erzeugten zwar ähnliche Membranen, diese waren jedoch zu spröde und brachen beim Ablösen vom Trägermaterial. Nachdem die Wissenschaftler den gesamten Prozess optimiert hatten, stellte das Ablösen der Membranen kein Problem mehr dar. Das Produkt lässt sich nun während der Produktion problemlos und ohne Beschädigung ablösen.

Zunächst erreichten die Wissenschaftler das gewünschte Ergebnis durch das Hinzufügen einer neuen Schicht. Diese wurde zwischen der Membran und den Herstellungssubstraten als Abstandshalter positioniert. Dies vereinfachte den Trennprozess und verhinderte Beschädigungen. Allerdings machte diese Lösung die Produktion extrem komplex und teuer. Professor Yunfeng Shi schlug daraufhin eine vielversprechendere Idee vor. Er und seine Kollegen demonstrierten dasselbe Verfahren ohne Pufferschicht. Die Verbesserung bestand in der Verwendung eines bleihaltigen Materials zur Herstellung der Membran. Bleiatome reduzieren die Wechselwirkung zwischen der Membran und den Herstellungssubstraten und minimieren so die Wahrscheinlichkeit einer partiellen Haftung.

Ein innovatives Verfahren hat es Wissenschaftlern ermöglicht, solch ultradünne Schichten in Serie herzustellen. Dabei kommt ein sogenanntes PMN-PT-Material zum Einsatz. Dieses weist verbesserte pyroelektrische Eigenschaften auf und erzeugt bei Wärmeeinwirkung eine elektrische Ladung. Darüber hinaus steigerten die Wissenschaftler die bereits hohe thermische Empfindlichkeit auf ein Rekordniveau, das zuvor für unmöglich gehalten wurde. Dies gelang durch eine intensivere Kompression der Membran. Nach all diesen Optimierungen erreichte die Schichtdicke 10 Nanometer – ein weiterer Rekord auf diesem Gebiet.

Diese Entwicklung eröffnet unbegrenzte Möglichkeiten für die Entwicklung zahlreicher Technologien. Durch die Erhöhung der thermischen Empfindlichkeit ist es möglich, nicht nur die Funktionsprinzipien der Wärmebildgebung zu verändern, sondern auch deren Effizienz zu steigern. Wärmebild-ZielfernrohreMonokulare, Ferngläser, verschiedene Kameras und andere Geräte der nächsten Generation werden in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Auch in Bereichen wie Militär, Biomedizin, Astronomie, autonomes Fahren und anderen wird ein Entwicklungssprung erwartet. In diesen Bereichen wird diese innovative Entwicklung zahlreiche bestehende Probleme lösen und die Effizienz verschiedener Geräte verbessern.

Die Veränderungen könnten nicht nur die beschriebenen Membranen, sondern auch andere Arten dieser kristallinen Elemente betreffen. Theoretisch eröffnet dies noch größere Möglichkeiten für die Entwicklung zahlreicher Technologien, darunter Nachtsicht- und Wärmebildkameras. Wissenschaftler haben bereits Hunderte von praktischen Anwendungen für deren Entwicklung identifiziert. Zukünftig wird deren Zahl weiter steigen, wodurch die Bedeutung dieser Errungenschaft zunimmt.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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