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Stabile Verbrauchernachfrage sorgt für stabiles Tourismusaufkommen in Europa

ETOA und ETC schließen Partnerschaft zur Förderung Europas in China im Jahr 2024
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Der europäische Tourismussektor verzeichnete im zweiten Quartal 2 eine solide Entwicklung und unterstrich damit seine Widerstandsfähigkeit angesichts des anhaltenden wirtschaftlichen Drucks und der geopolitischen Unsicherheit. Laut dem jüngsten Bericht der Europäischen Reisekommission „European Tourism: Trends & Prospects“ stiegen die internationalen Touristenankünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum moderat um 2025 %. Die Übernachtungen gingen hingegen leicht um 3.3 % zurück – ein Rückgang, der wahrscheinlich eher auf Kalendereffekte, wie die Verschiebung von Ostern auf Ende April und geänderte Schulferienpläne, als auf einen Nachfragerückgang zurückzuführen ist.

Höhere Reisepreise werden sich wahrscheinlich auf die Ausgabebereitschaft der Verbraucher auswirken. Studien zeigen jedoch auch, dass die Gesamtausgaben für Reisen im Jahr 13 voraussichtlich um 2025 % höher sein werden als im Jahr 2024. Da immer mehr Reisende Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen, könnten weniger bekannte Reiseziele mit wettbewerbsfähigen Preisen davon profitieren und so den Überfüllungsdruck in Touristen-Hotspots verringern.

Kommentar zum Bericht: ETC-Präsident Miguel Sanz sagte: 

The past months have brought new challenges to the tourism sector — rising economic pressures, shifting geopolitics, and growing concerns over unbalanced tourism in some tourism hotspots. Yet Europe’s destinations continue to show remarkable resilience. To sustain this momentum, we must double down on innovation and invest in more sustainable, inclusive models of tourism that respond to locals' needs and visitors’ expectations.

Sonnen- und Strandurlaube treiben die Nachfrage außerhalb der Saison

Die Suchanfragen für Frühlingsurlaube stiegen unter europäischen Reisenden im Vergleich zum Vorjahr um 36 %. Dies deutet auf eine wachsende Nachfrage nach Reisen außerhalb der Saison hin, wobei die meisten Reisende Sonnen- und Strandziele suchen. Die Verschiebung von Ostern auf Ende April trug zwar zu diesem Anstieg bei, spiegelt aber auch veränderte Präferenzen der Reisenden wider, insbesondere den Wunsch, die größten Hitzeperioden und Überfüllungen in den Sommermonaten zu vermeiden. Malta verzeichnete einen Anstieg der Ankünfte um 19 %, unterstützt durch eine verbesserte Verkehrsanbindung. Im Vergleich dazu verzeichnete Zypern einen Anstieg von 16 %, bedingt durch seine günstige Lage und die ganzjährige Attraktivität. Beide Reiseziele wuchsen von einem niedrigeren Niveau aus. Größere Sommerziele wie Spanien (+7 %) und Portugal (+3 %) profitierten ebenfalls von diesem Trend.

Auch mittelosteuropäische Reiseziele, darunter Lettland (+16 %), Litauen (+15 %) und Ungarn (+14 %), verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg der Ankünfte, vermutlich aufgrund der verbesserten Verkehrsanbindung. Dies deutet auf eine anhaltende Erholung von der Pandemie und den Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges hin.

Preissensibilität bei Reisenden, aber steigende Ausgaben

Die Kosten für viele touristische Dienstleistungen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In den Sommermonaten Juli und August sind weitere Preissteigerungen zu erwarten, was sich auf die Wahl des Reiseziels in diesem Sommer auswirken könnte. Mit der bevorstehenden Hochsaison in den südlichen und mediterranen Regionen sind die Preise für internationale Flüge dorthin in den ersten vier Monaten des Jahres 5 im Vergleich zum Vorjahr um 2025 % gestiegen, während die Kosten für internationale Pauschalreisen um 7 % gestiegen sind.

Gleichzeitig verzeichneten südeuropäische Reiseziele – darunter Spanien, Zypern und Malta – in den ersten Monaten des Jahres 2025 einen deutlichen Anstieg der Tourismuseinnahmen. Dies deutet darauf hin, dass Reisende außerhalb der Hauptreisezeit mehr Geld ausgeben. Insgesamt wird erwartet, dass die touristischen Ausgaben in ganz Europa im Vergleich zu 13 um etwa 2024 % steigen werden. Das Wachstum wird die Zahl der Ankünfte übertreffen und auf höhere durchschnittliche Ausgaben pro Reise hindeuten.

Trotz globaler Unsicherheit zeigt sich der Fernreiseverkehr widerstandsfähig.

Die Reisezahlen aus den USA nach Europa sind in den meisten Berichtsländern trotz Bedenken hinsichtlich der transatlantischen Nachfrage weiterhin höher als im Jahr 2024. Besonders deutlich ist das Wachstum der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr in den nordischen Ländern: In Norwegen stiegen die Übernachtungen um 35 % und in Dänemark um 24 %. Auch südeuropäische Reiseziele verzeichneten deutliche Zuwächse bei den US-Ankünften, darunter Kroatien (+18 %), Montenegro (+17 %) und Griechenland (+16 %). 

Darüber hinaus dürfte die wirtschaftliche Unsicherheit zu niedrigeren Flugpreisen auf mehreren Strecken geführt haben, darunter auf denen zwischen den USA und Spanien, Italien und Großbritannien, was den anhaltenden Anstieg amerikanischer Europareisen in diesem Sommer begünstigen könnte.

Reisen aus China

Der Reiseverkehr aus China zeigt im Jahr 2025 stärkere Anzeichen einer Erholung. Alle gemeldeten Reiseziele verzeichneten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Übernachtungen oder Ankünfte. Die Nachfrage nach kleineren Reisezielen wie Kroatien (+2024 %), Estland (+7 %) und Rumänien (+15 %) hat im zweiten Quartal zugenommen. Im Vergleich dazu hält die Erholung bei größeren Reisezielen an und dürfte sich mit der verbesserten Fluganbindung chinesischer Städte nach Paris und Madrid weiter verbessern.

Die Rückkehr chinesischer Besucher nach Europa dürfte sich fortsetzen, getrieben durch steigende Einkommen, verbesserte Flugverbindungen und günstige Reisebedingungen. Dieser Trend könnte zudem durch die Zurückhaltung chinesischer Reisender, die USA im Jahr 2025 zu besuchen, verstärkt werden. Grund dafür sind geopolitische Spannungen, verschärfte Visakontrollen und allgemeine Sicherheitsbedenken.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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