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Die Zukunft der Lufthansa Group aus Sicht von Analysten und Investoren

Europäische Kommission genehmigt Fusion von Lufthansa und ITA Airways
Geschrieben von Jürgen T Steinmetz

Auf ihrem Capital Markets Day in München hat die Lufthansa Group ihre strategische Planung vorgestellt und neue mittelfristige Finanzziele veröffentlicht.

Vor Analysten und Investoren bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, die Aufbau- und Ablauforganisation des Konzerns anzupassen und die Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten innerhalb des Konzerns neu zu ordnen. Ziel ist eine engere und vernetztere Zusammenarbeit zwischen Konzernfunktionen und Airlines, um Synergien zu heben und die Effizienz zu steigern. Um nachhaltigen Wert für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter zu schaffen, konzentriert sich das Unternehmen unter dem Dach des Konzerns auf vier strategische Säulen:

Lufthansa Netzwerk Airlines

Netzwerk-Fluggesellschaften Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways: Die Fluggesellschaften rücken künftig durch Anpassungen der Organisationsstruktur und Prozesse sowie eine noch stärkere Integration noch enger zusammen. Dies klärt Verantwortlichkeiten, fördert die Zusammenarbeit und beschleunigt Entscheidungsprozesse. Die konzernweite Steuerung des gesamten kommerziellen Angebotsmanagements (z. B. Kurz- und Mittelstrecken-Netzwerkmanagement aller Hub-Airlines) steigert Produktivität und Effizienz. Die Fluggesellschaften profitieren zudem von der anhaltend starken weltweiten Nachfrage nach Flugreisen.

Dieser Nachfrage steht aufgrund anhaltender Verzögerungen in den Lieferketten der Flugzeug- und Triebwerkshersteller ein knappes Angebot gegenüber, was sich positiv auf Durchschnittserlöse und Auslastung auswirkt. Die Lufthansa Group spielt eine aktive Rolle bei der Konsolidierung in Europa und stellt dies eindrucksvoll durch die zügige Integration von ITA Airways unter Beweis. Bestehende Transformationsprogramme, wie beispielsweise „Turnaround“ bei der Kernmarke Lufthansa Airlines, werden konsequent umgesetzt, um die Ergebnisentwicklung deutlich zu stärken. Die größte Flottenmodernisierung der Unternehmensgeschichte ist ein zentrales strategisches Element für Zukunftsfähigkeit und gesteigerte Profitabilität und ein klares Bekenntnis zu Innovation, Nachhaltigkeit und Premiumqualität. Bis 2030 rechnet die Lufthansa Group mit mehr als 230 neuen Flugzeugen, darunter 100 Langstreckenflugzeuge.

Eurowings

Punkt zu Punkt mit Eurowings: Nach der erfolgreichen Restrukturierung und Neupositionierung als Value Airline für Europa sowie deutlichen Ergebnissteigerungen soll die Erfolgsgeschichte von Eurowings fortgesetzt werden. Insbesondere das Angebot im Urlaubsreisebereich wird konsequent ausgebaut. Der im Frühjahr 2025 ausgegliederte Reiseveranstalter Eurowings Holidays bringt Innovation und Dynamik in das Touristikgeschäft – mit dem klaren Ziel, zügig zu wachsen und zu den Top Ten der deutschen Reiseveranstalter aufzusteigen. Für zusätzlichen Schwung sorgt die bedeutendste Flottenerneuerung in der Geschichte von Eurowings, die zu deutlich niedrigeren Betriebskosten führen wird. Mit der schrittweisen Integration neuer Kurz- und Mittelstreckenjets (40 Boeing 737-8 MAX) wird Eurowings künftig eine der jüngsten Flotten im europäischen Luftverkehr betreiben.

Lufthansa Technic

MRO mit Lufthansa Technik: Der Weltmarktführer im technischen Flugzeugsupport liegt mit der Umsetzung seines Zukunftsprogramms „Ambition 2030“ auf Kurs. Umfangreiche Investitionen in das Wachstum des Kerngeschäfts, den Ausbau von Standorten und der internationalen Präsenz, beispielsweise in Kanada und Portugal, sowie den Ausbau digitaler Geschäftsmodelle sollen Umsatz und Ergebnis bis 2030 deutlich steigern und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens weiter sichern. Neben dem Geschäft mit kommerziellen Fluggesellschaften treibt Lufthansa Technik den Aufbau ihrer neuen Division „Defense“ voran, um sich in diesem Wachstumsfeld zu etablieren.

Lufthansa Logistics

Logistik mit Lufthansa Cargo. Lufthansa Cargo profitiert insbesondere von der steigenden Nachfrage im E-Commerce-Geschäft und den Chancen, die sich aus der Volatilität der globalen Märkte ergeben. Der Ausbau der Frachtkapazitäten bei Europas größter Frachtairline, signifikante Investitionen von 600 Millionen Euro in das zentrale Frachtdrehkreuz am Frankfurter Flughafen sowie der konsequente Ausbau der Automatisierung und Digitalisierung steigern die Profitabilität von Lufthansa Cargo und machen sie zu einem der drei größten globalen Player im Luftfrachtsektor.

Konsequente Transformation bei der Lufthansa Group

Das Jahr 2025 und die Folgejahre stehen für die Lufthansa Group im Zeichen erheblicher Investitionen und umfassender Anpassungen. Insbesondere die Flottenerneuerung und Zukunftsprogramme wie der „Turnaround“ bei Lufthansa Airlines sind Teil eines umfassenden Wandels, der die Lufthansa Group langfristig stärken und Produktivität, Effizienz und Profitabilität steigern soll. Die neuen Maßnahmen zeigen bereits spürbare positive Effekte.

Die Lufthansa Group wird auch in den kommenden Jahren ihre digitale Transformation vorantreiben. Durch die Bündelung aller IT-Funktionen in einem Vorstandsressort und die Zusammenführung der digitalen Einheiten und Kompetenzen aus dem „Digital Hangar“ mit der „Innovation & Tech Factory“ in einer neuen zentralen Funktion soll die digitale Kompetenz deutlich ausgebaut werden.

Ein weiterer Werttreiber ist das Kundenbindungsprogramm „Miles & More“ der Lufthansa Group. Bis 2030 soll die Zahl der aktiven Mitglieder um 50 Prozent gesteigert werden. Nach der Ankündigung der Deutschen Bank als neuer Partner für die Miles & More Kreditkarte und der strategischen Partnerschaft mit Marriott Bonvoy sollen die Bereiche Loyalty, Payment, Partnerschaften und Retail Media als Wachstumsfelder für den Konzern in den kommenden Jahren konsequent ausgebaut werden.

Neue mittelfristige Finanzziele

Die Lufthansa Group erwartet dadurch bis zum Ende des Jahrzehnts eine deutlich gesteigerte Profitabilität. Das Unternehmen setzt sich daher neue, ambitionierte mittelfristige Finanzziele. Diese zielen darauf ab, die historischen Ergebnisse der Lufthansa Group zu übertreffen.

Letztlich verfolgen alle genannten Initiativen ein klares gemeinsames Ziel: das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und nachhaltig attraktive Renditen für die Aktionäre zu erzielen. Zu diesem Zweck strebt das Unternehmen im Zeitraum 2028–2030 die Erreichung folgender finanzieller Ziele an:

  • · Bereinigte EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent
  • · Bereinigter ROCE (Return on Capital Employed) vor Steuern von 15 bis 20 Prozent
  • · Bereinigter Free Cashflow von über 2.5 Milliarden Euro pro Jahr

Finanzielle Stärke bleibt auch künftig die Basis für die Erreichung der Finanzziele. Wie bisher strebt die Lufthansa Group auch künftig ein Investment-Grade-Rating führender Ratingagenturen an. Zur Absicherung gegen mögliche Krisen hält die Lufthansa Group weiterhin eine konservative Mindestliquidität von 8 bis 10 Milliarden Euro vor.

Darüber hinaus hält das Unternehmen an seiner bestehenden Dividendenpolitik fest, die eine Ausschüttung von 20 bis 40 Prozent des Konzernjahresüberschusses an die Aktionäre vorsieht.

Die integrierte Zusammenarbeit innerhalb der Lufthansa Group führt künftig zu deutlichen Veränderungen der Prozesse und Strukturen der Zusammenarbeit zwischen den Konzerngesellschaften. Auf dieser Basis prüft die Lufthansa Group, welche Tätigkeiten künftig nicht mehr notwendig sind, beispielsweise solche, die mit Doppelarbeit verbunden sind. Insbesondere die tiefgreifenden Veränderungen durch die Digitalisierung und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz werden zu mehr Effizienz in vielen Bereichen und Prozessen führen.

Aufgrund dieser Entwicklungen und struktureller Anpassungen plant die Lufthansa Group bis 2030 weltweit rund 4,000 Stellen abzubauen, der Großteil davon voraussichtlich in Deutschland. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Sozialpartnern. Der Fokus liegt dabei auf administrativen, nicht auf operativen Funktionen.

Über die Autorin

Jürgen T Steinmetz

Jürgen Thomas Steinmetz ist seit seiner Jugend in Deutschland (1977) kontinuierlich in der Reise- und Tourismusbranche tätig.
Er gründete eTurboNews 1999 als erster Online-Newsletter für die weltweite Reisetourismusbranche.

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