Während einige Anbieter die Umgehung von Zwischenhändlern – oder den „Ausschluss des Aggregators“ – verlockend darstellen, zeigen neue Analysen, dass sich diese Versprechen als trügerisch erweisen können. Was zunächst überzeugend erscheint, verblasst bei genauerem Hinsehen oft und hinterlässt bei Unternehmenskäufern unerwartete Kosten, fragmentierte Services und nicht skalierbare Lösungen.
Direktflüge haben einen blinden Fleck
Direktverbindungen versprechen oft mehr, als sie halten. Statt Klarheit zu schaffen, schaffen sie blinde Flecken. Statt garantierter Einsparungen können sie zu höheren Fahrpreisen führen. Und statt einer reibungsloseren Reise riskieren sie Inkonsistenzen, die die Sorgfaltspflicht gefährden und die Mitarbeiter unterwegs frustrieren.
„Direktverbindungen spielen eine wichtige Rolle – sie sind Teil der Branchenentwicklung, da Fluggesellschaften neue Vertriebsmodelle verfolgen“, sagte Roshan Mendis, Chief Commercial Officer und Executive Vice President von Sabre. „Für Unternehmenskunden sind sie jedoch nicht das Allheilmittel, als das sie oft dargestellt werden. Travel-Management-Unternehmen, die an große Plattformen angebunden sind, bieten Unternehmen genau das, was sie brauchen, um ihren Kunden optimale Ergebnisse zu liefern.“
Ist ein Direktflug günstiger?
Direktverbindungen werden selten als die günstigste Option beworben, da einige Fluggesellschaften behaupten, dass ihre günstigsten Tarife nur direkt verfügbar seien.
In der Praxis sind Websites und APIs von Fluggesellschaften darauf ausgelegt, den Ertrag für die Fluggesellschaft zu maximieren – und nicht die Kosten für die Käufer zu minimieren. Marktplätze decken verborgene Werte auf, indem sie NDC- und EDIFACT-Inhalte kombinieren und Reiserouten erstellen, die geteilte Tickets oder Optionen für verschiedene Fluggesellschaften beinhalten.
Eine Sabre-Analyse der US-Flugpreise im Juni 2025 ergab bei über 90 % der Suchanfragen gleiche oder niedrigere Tarife, wobei 41 % der Fälle günstiger waren als bei einer Direktbuchung.
Bedeuten Direktflüge mehr Inhalt für Buchungsmaschinen?
Einige Fluggesellschaften behaupten, ihre direkten NDC-APIs würden umfangreichere Inhalte bieten. Tatsächlich nutzen diese „Direktverbindungen“ dieselben NDC-APIs, die die Fluggesellschaften bereits für Sabre bereitstellen – es handelt sich also nicht um eine grundsätzlich andere Technologie. Da die API einer Fluggesellschaft jedoch nur eine Verbindung zu diesem einen Carrier herstellt, müssten TMCs Dutzende separater Verbindungen mit jeweils individuellen technischen und kommerziellen Anforderungen verwalten, um das Gesamtbild zu erfassen.
Die globale Umfrage von Sabre ergab, dass 91 % der Agenturen mit vier oder mehr Buchungssystemen jonglieren, wobei drei Viertel von einem Anstieg dieser Zahl in den letzten drei Jahren berichten – ein klares Zeichen für eine zunehmende Fragmentierung der Inhalte.
Diese Fragmentierung bedeutet, dass Reisenden möglicherweise nicht alle verfügbaren Tarife angezeigt werden, Managern der Überblick über die Anbieter verloren geht und Programmen Gelegenheiten zur Ausgabenoptimierung entgehen.
Sind Direktflüge ein angenehmeres Erlebnis? Nicht für Geschäftsreisende
Direktverbindungen werden oft als „moderne“ Möglichkeit angepriesen, auf Flugangebote zuzugreifen, mit Zusatzleistungen, Paketen und ansprechenderen Darstellungen, die ältere Systeme nicht immer darstellen können. Die Realität ist jedoch weitaus komplizierter als diese einfache Beschreibung.
Jede Fluggesellschaft gestaltet ihre Direktverbindung anders, was zu inkonsistenten Buchungs- und Serviceerfahrungen führt. Für Privatreisende kann das ärgerlich sein, für Geschäftsreisende hingegen ein Nachteil.
Auf Geschäftsreisen sind mehrere Anbieter, kurzfristige Änderungen und Sorgfaltspflichten erforderlich. Wenn sich jede Verbindung anders verhält, riskieren Reisende einen schlechten Service, Manager verlieren den Überblick und Programme weisen Compliance-Lücken auf.
Sind Direktflüge für die Zukunft gebaut? Nicht im großen Maßstab
Fluggesellschaften bewerben Direktverbindungen oft als „zukunftssicher“. Tatsächlich ist Geschäftsreiseverkehr jedoch ein riesiger Vorgang – mit Millionen von Suchanfragen, Paketen und Last-Minute-Änderungen, die sofort, sicher und konsistent verarbeitet werden müssen.
Einmalige Flugverbindungen können diese Größenordnung nicht erreichen und in manchen Fällen drosseln Fluggesellschaften die Ergebnisse sogar, wenn das „Look-to-Book“-Verhältnis zu hoch ist, was bedeutet, dass den Reisenden möglicherweise nicht alle verfügbaren Tarife angezeigt werden.
Da künstliche Intelligenz die Suchvorgänge vervielfacht, steigt das Risiko. Skalierbare Plattformen wie der Cloud-native Marktplatz von Sabre schützen vor diesen Lücken und stellen sicher, dass Unternehmen den Gesamtüberblick behalten, konsistenten Zugriff auf neue Airline-Funktionen erhalten und nicht an die Zukunftsvision einer einzelnen Fluggesellschaft gebunden sind.
Tatsächlich ist der SabreMosaic Travel Marketplace selbst eine umfassende Sammlung direkter Verbindungen, die durch branchenführende Shopping-, Caching- und KI-gestützte algorithmische Intelligenz erweitert werden, die sicherstellt, dass Käufer die relevantesten und wettbewerbsfähigsten Optionen sehen.
Zusammengenommen ergeben diese vier Missverständnisse ein einheitliches Bild: Direkte Flugverbindungen mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, doch die Praxis zeigt, dass sie zu Komplexität, höheren Kosten und einer geringeren Kontrolle durch Unternehmen führen können. Marktplätze bieten die Transparenz, Vergleichbarkeit und Skalierbarkeit, die für verwaltete Reisen wirklich erforderlich sind.
Letztlich geht es in dieser Debatte um Effektivität und Konsistenz statt Komplexität – um die Entwicklung von Programmen, die Geld sparen, Reisende zufriedenstellen und Menschen unterwegs schützen. Die Daten sind präzise. Und der Weg in die Zukunft ist es auch.




Hinterlasse einen Kommentar