Globale Luxusmarken haben in Europa und Japan einen deutlichen Umsatzrückgang erlebt, da amerikanische und chinesische Touristen, die zuvor die Haupttreiber des Umsatzwachstums im Luxussegment waren, ihre Ausgaben im Ausland drastisch gekürzt haben.
Im Jahr 2024 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Luxusverkäufe, der auf touristische Aktivitäten zurückzuführen war. Zu dieser Zeit notierte der japanische Yen auf seinem niedrigsten Stand seit 30 Jahren und chinesische Käufer strömten nach Japan. Gleichzeitig profitierten amerikanische Käufer vom starken US-Dollar, was zu einem Anstieg ihrer Luxusausgaben in ganz Europa führte.
Im Jahr 2025 haben sich diese Trends jedoch deutlich geändert, da der Yen aufgewertet und der US-Dollar aufgrund der von US-Präsident Donald Trump verhängten hohen Zölle abgewertet wurde.
Cécile Cabanis, Finanzvorstand von LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE, führte den Umsatzrückgang der Mode- und Lederwarensparte im zweiten Quartal um 9 % auf veränderte Touristengewohnheiten zurück und erklärte, die Ausgaben amerikanischer Touristen hätten deutlich abgenommen. Laut Cabanis konnte der Rückgang der Touristenumsätze in Japan nicht durch die lokale Nachfrage ausgeglichen werden.
Analysten gehen davon aus, dass die US-Nachfrage weiter nachlassen könnte, da erwartet wird, dass die Preise für Importgüter aufgrund der von Trump verhängten Zölle steigen werden. Die Investmentfirma Bernstein hat ihre Prognose für den weltweiten Luxusumsatz im Jahr 2025 von einem Wachstum von 5 % auf einen Rückgang von 2 % angepasst, um dieser Prognose Rechnung zu tragen.
Laut Bernstein-Analysten deutet der Rückgang der Ausgaben von Touristen für Shopping auf schwerwiegendere Probleme innerhalb der Branche hin, die die Preise in Zeiten starker Nachfrage weit über die Inflationsrate hinaus angehoben hat. Luxuskonsumenten suchen nach wie vor nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, und zu viele Luxusmarken haben übermäßige Preiserhöhungen vorgenommen, warnten die Experten.
Trotz des Marktdrucks zögern Marken wie LVMH, Rabattstrategien anzuwenden und konzentrieren sich stattdessen auf Exklusivität und hohe Gewinnspannen durch Premiumpreise.
Ein Bericht von Bain & Company aus dem vergangenen Jahr ergab, dass die weltweite Kundenbasis im Luxussegment zwischen 50 und 2022 um rund 2024 Millionen geschrumpft ist – von rund 400 Millionen auf 350 Millionen. Der Bericht führte diesen Rückgang auf wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Preise zurück.



Hinterlasse einen Kommentar