Heute traten die britischen Fernsehstars Bettany Hughes und Maisie Adam auf der WTM London auf, um ihre Tipps zum Thema Marketing von Reisen und Urlauben zu teilen.
Die Komikerin und „Taskmaster“- sowie „A League of Their Own“-Star Maisie Adam sprach auf dem Marketinggipfel im Panel „Comedy Sells“ und erklärte den Teilnehmern: „Es geht darum, das Gewöhnliche außergewöhnlich zu machen.“ Sie erinnerte sich dabei an Interviews mit Passagieren zum Thema Etikette im Flugzeug. Adam, die bereits mit mehreren Tourismusverbänden zusammengearbeitet hat, führte weiter aus: „Reisen hat eine menschliche Komponente … wir müssen die Konsumenten mit mehr als nur dem Reiseziel begeistern. Man muss nicht unbedingt Machu Picchu präsentieren; man kann sich auch am Flughafen über ganz alltägliche Dinge unterhalten.“
Die Komikerin zeigte Ausschnitte aus ihrem aktuellen Schweizer Tourismusfilm, in dem unter anderem eine Bobfahrt und ein Fondue zu sehen waren. Adam erklärte: „Es geht darum, eine Geschichte gut zu erzählen und dabei Spaß zu haben. Wenn die Leute sehen, dass man sich köstlich amüsiert, wollen sie mehr erfahren.“ Abschließend sagte sie zum Publikum: „Humor ist eine besondere Sprache … und ein großartiges Mittel, um mit anderen in Kontakt zu treten.“
Ebenfalls auf dem Podium vertreten war die West Midlands Growth Company, unter anderem mit der Vorführung des aktuellen Marketingvideos der Marke, in dem Tony Iommi von Black Sabbath, ein Reiseführer namens William, der sich als William Shakespeare verkleidet, ein Taxifahrer, ein Koch und eine Balletttänzerin zu sehen sind.
„A West Midlands Welcome“ wurde von BBC Storyworks, dem kommerziellen Content-Studio von BBC Studios, produziert und präsentierte die vielfältige Kultur, die Sehenswürdigkeiten und die Küche der Region dem US-amerikanischen und kanadischen Markt. Martin Clarke, Senior Tourism Marketing Manager der West Midlands Growth Company, sagte, der humorvolle Erzählstil sei „ein Volltreffer“ gewesen.

Die Region verzeichnete im vergangenen Jahr einen Besucherrekord, wobei die Zahl der ausländischen Reisenden im Vergleich zum Vorjahr um 2 % stieg, darunter ein großer Anteil aus Nordamerika. Naomi Taylor, leitende Redakteurin von BBC Storyworks, erläuterte, wie aufwendig recherchiert wurde, um authentische Menschen zu finden, die sich leidenschaftlich für ihre Region einsetzen.
Ursula Horne, Leiterin der Abteilung Insights bei BBC Studios, sagte, man habe die „Wissenschaft des Engagements“ genutzt, um zu untersuchen, wie die Zuschauer der Videos auf die Inhalte reagierten, und fand diese humorvoll, überraschend und zum Nachdenken anregend.
Später fand eine Marketing-Session mit der Historikerin und Moderatorin Bettany Hughes statt, die sich mit George Kipouros, dem Chefredakteur von Wanderlust, unterhielt. Dabei wurde erläutert, wie Kultur, Geschichte und Erbe zu einem tieferen Verständnis von Reisezielen beitragen können. Ihre Fernsehsendungen erreichten im vergangenen Jahr weltweit 450 Millionen Zuschauer.
Hughes teilte Ausschnitte aus einigen ihrer Geschichtsdokumentationen, die den Tempel von Ephesus, die Höhlen von Magura und ein Rosenfest in Bulgarien sowie nabatäische Stätten von Saudi-Arabien bis Jordanien zeigten. Ausschnitte aus einigen Sendungen seien viral gegangen, sagte sie, da die Menschen von Artefakten wie einer 2,000 Jahre alten bulgarischen Parfümflasche und farbenfrohen Farbtöpfen aus Pompeji fasziniert gewesen seien.
Über ihre Reihe „Die sieben Weltwunder der Antike“ sagte sie: „Staunen beweist, was wir gemeinsam erreichen können. Staunen lässt uns mitwirken; Staunen lässt uns Anteil nehmen; Anteil nehmen lässt uns verstehen; und Anteil nehmen lässt uns lieben. Reisen mit Staunen ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Akt der Liebe. Staunen tut uns gut, und ihr solltet es vermarkten.“
In einer weiteren Marketing-Session wurden zwölf Faktoren beleuchtet, die Reisende motivieren – von Neugier und Glücksgefühl über Mentoring und Zufallsbegegnungen bis hin zu Empathie. Journalist Ash Bhardwaj nutzte Beispiele aus seinen eigenen Reisen – von einer Rugby-Schulreise nach Neuseeland über Wanderungen in Uganda bis hin zu Partys auf Ibiza –, um zu zeigen, wie Geschichten zum Reisen inspirieren können.
Er warnte davor, dass es mittlerweile so viele KI-generierte Inhalte online gibt, dass deren Nutzung zu „Müll“ führen kann, und fügte hinzu: „Echte Nachrichten, die von Journalisten und Geschichtenerzählern verfasst werden, bleiben weiterhin wichtig. KI wird nicht herausfinden, was neu und interessant ist.“
In einer anderen Marketing-Session wurde untersucht, wie die Generation Alpha – geboren zwischen 2010 und 2024 – das Reisen bereits neu definiert. Der Food-Futurist Tony Hunter erklärte, diese Generation sei stark mit Technologie verbunden und besitze mit neun Jahren bereits mindestens vier Geräte. Sie seien zudem der Schlüssel zum Geldbeutel ihrer Eltern, der Generation der Millennials.
Hunter erläuterte die technologischen Fortschritte in den Bereichen generative Assistenztechnologie, Biowearables und Quantencomputing, die den Wandel in der Lebensmitteltechnologie und die Hinwendung zu mehr Personalisierung beschleunigen werden, und fügte hinzu: „Diese Technologien sind wissenschaftlich erwiesen, und ihre Auswirkungen werden spürbar sein. Die Bedürfnisse der Generation A jetzt zu berücksichtigen, sichert der Reisebranche auch in den kommenden Jahrzehnten ihre Relevanz.“




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