„Das wird die schlimmste Ausgabe aller Zeiten. Das irakische Team wurde an der Grenze gedemütigt, und ihr Fotograf wurde zurückgeschickt. Es gibt kein spezielles FIFA-Visum wie für die WM in Russland und auch kein kostenloses Visum wie in Katar“, sagte der kanadische Experte für nachhaltigen Tourismus, Moez Kacim, der derzeit in Tunesien als Berater tätig ist.
Da die Eröffnungsspiele nur noch wenige Tage entfernt sind, wird es zunehmend schwieriger zu argumentieren, dass die Vereinigten Staaten dem Geist einer wahrhaft globalen FIFA-Weltmeisterschaft gerecht werden.
In ganz Amerika sind die Gastgeberstädte bereit. Gemeinden haben Festivals, Konzerte, Fanfeste und Kulturprogramme organisiert, um Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen. Millionen Amerikaner freuen sich darauf, ihr Land, ihre Gastfreundschaft und ihre Begeisterung für Football mit anderen zu teilen.
Doch während das amerikanische Volk die Welt mit offenen Armen empfängt, hat die US-Regierung diesem einladenden Geist einen erheblichen Dämpfer verpasst.
Das deutlichste Beispiel ist der Iran.
Jüngsten Berichten zufolge musste die iranische Nationalmannschaft ihr WM-Quartier im benachbarten Mexiko statt in den USA aufschlagen. Iranische Spieler dürfen nur an Spieltagen in die USA einreisen und müssen anschließend umgehend nach Mexiko zurückkehren. Anstatt die gleichen Vorbereitungs- und Erholungsmöglichkeiten, den gleichen Medienzugang und die gleiche Turnieratmosphäre wie andere Teams zu genießen, stehen die iranischen Spieler vor einer besonderen logistischen Herausforderung, die viele als Wettbewerbsnachteil sehen.
Noch besorgniserregender ist, dass Berichten zufolge zahlreichen Funktionären, Beratern und Betreuern des iranischen Fußballverbands Visa verweigert wurden. Fußballmannschaften treten nicht nur mit ihren Spielern an. Trainer, Analysten, medizinisches Personal, Verwaltungsangestellte und technisches Personal sind unverzichtbare Bestandteile jeder WM-Delegation. Der Ausschluss von Teilen dieser Unterstützungsstruktur untergräbt den Grundsatz der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Nationen.
Iranische Fans stehen vor einer noch härteren Realität. Berichten zufolge ist es ihnen praktisch unmöglich, Spiele in den USA zu besuchen, was bedeutet, dass eine ganze Fußballnation zwar auf dem Spielfeld vertreten ist, aber auf den Rängen fehlt.
Das Problem reicht über den Iran hinaus.
Ähnlich strenge Regeln wurden aus dem Irak verkündet, wo das Land nach mehr als 40 Jahren wieder an der Weltmeisterschaft teilnimmt.
Spieler, Offizielle, Journalisten und Fans aus zahlreichen Ländern Afrikas, des Nahen Ostens und anderer Regionen sahen sich mit erheblichen Visa-Hürden und großer Unsicherheit konfrontiert. Für Anhänger aus fußballbegeisterten Nationen wie Senegal und Ghana klingt die Botschaft immer weniger nach „Willkommen zur Weltmeisterschaft“ und immer mehr nach „Schaut lieber von zu Hause aus zu“. Zwar wird nicht jeder Visumantrag abgelehnt, doch die Hürden sind so hoch, dass sie die Teilnahme hemmen und die Vielfalt einschränken, die die Weltmeisterschaft seit jeher so einzigartig gemacht hat.
Das ist besonders enttäuschend, weil FIFA-Turniere Historisch gesehen verkörpern sie genau das Gegenteil. Sie gehören zu den wenigen globalen Ereignissen, bei denen Politik, Geografie und Ideologie vorübergehend der menschlichen Verbundenheit weichen. Fans aus rivalisierenden Nationen essen zusammen, feiern gemeinsam und entdecken, dass sie weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.
Seit Generationen ist die Weltmeisterschaft ebenso sehr ein Fest der Menschlichkeit wie ein Fußballturnier.
Die Sorge besteht heute nicht darin, ob die Stadien voll sein werden. Die Sorge besteht darin, ob die Welt wirklich dabei sein wird.
Eine Weltmeisterschaft, bei der die Spieler am Spieltag eine internationale Grenze überqueren müssen, bei der Betreuer ausgeschlossen sind und bei der Tausende von Fans aufgrund ihrer Nationalität nicht teilnehmen können, wird der FIFA-Vision, dass der Fußball die Welt vereint, nicht vollauf gerecht.
Die Vereinigten Staaten haben noch immer die Chance, als großartiger Gastgeber in Erinnerung zu bleiben. Ihre Bevölkerung, ihre Städte und ihre Fußballgemeinschaften tun alles, um die Welt willkommen zu heißen.
Doch je näher der Anpfiff rückt, desto deutlicher wird die unangenehme Realität: Viele Menschen weltweit fühlen sich nicht mehr gleichermaßen willkommen. Und das könnte zu einem der prägendsten Themen der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 werden.




Wer in die USA einreist und die Einreisekriterien nicht erfüllt, dem sollte die Einreise verweigert werden. Punkt. Es geht nicht um die amerikanische Regierung; sie befolgt lediglich die Regeln und Vorschriften, die sich viele Amerikaner zum Schutz der Nation wünschen.
Es würde mich überraschen, wenn ein Teilnehmer nicht mit den erforderlichen Dokumenten zugelassen würde.